Mit einem feierlichen Gottesdienst ist Pfarrer Reinhard Simon aus der Kirchengemeinde Genthin verabschiedet worden. Am 1. November wird Simon eine Pfarrstelle in Magdeburg antreten.

Genthin l Es war ein schwerer Abschied. Das belegten die vielen Dankesbekundungen, die Pfarrer Reinhard Simon am Sonntag entgegennehmen durfte. Viele Gemeindemitglieder, auch aus Altenplathow, Parchen, Kade, Karow und Brettin, hatten sich in der St. Trinitatiskirche eingefunden, um den Pfarrer zu verabschieden.

"Ich freue mich, dass so viele Menschen hier sind, denn es ist auch für mich ein bewegender Tag", bekannte Simon gleich zu Beginn. Gemeinsam mit Vertretern des Gemeindekirchenrates und Pfarrer Johannes Möcker bestritt Reinhard Simon seinen letzten Gottesdienst in Genthin. Diesen hatte Simon unter das Leitwort "Lieben von ganzem Herzen" gestellt.

In den Worten an die Gemeinde nahm der scheidende Pfarrer Bezug auf das Markus-Evangelium, in dem es heißt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Dieses Wort von Jesus an einen Schriftgelehrten nutzte Simon für seine Abschiedsworte.

Es sei das Einfachste und Berührenste, dass man fähig ist zu lieben. "Damit kann man immer wieder auf Menschen zugehen, auch im Streitfall", machte Simon deutlich. Wenn man mit grenzenloser Liebe angesehen werde, solle man dies annehmen. "Die Liebe hört niemals auf." Sie überschreite Grenzen und gehe immer weiter. "Das ist die ungeheure subversive Kraft der Liebe."

Simon schloss mit den Worten der österreichischen Dichterin Christine Busta: "Das einzige Haben, das uns in dieser Welt schuldlos gewährt, ist das Liebhaben. Aber wievielen bin ich es schuldig geblieben?" Die Liebe sei stets ein Schöpfen aus dem Quell Gottes, schloss Simon seine Worte.

Nach der Predigt schloss sich die Entpflichtung Pfarrer Reinhard Simons durch Superintendentin Ute Mertens an. "Das war vielleicht die beste Zeit, doch jetzt ist es für mich so weit", stellte sie ihren Worten ein Zitat aus einem Lied der Popgruppe Wise Guys voran und verabschiedete sich mit sehr persönlichen Worten von Pfarrer Simon und dessen Ehefrau.

Elf Jahre war Simon in Genthin. "Fünf Jahre davon hast du mich in meinem Amt begleitet", blickte Mertens zurück. "Zu dir konnte man immer kommen, du hattest immer ein offenes Ohr und hast dich für die Menschen in deiner Umgebung interessiert." Der Glaube im alltäglichen Leben sei Pfarrer Simon immer eine besonderes Anliegen gewesen. "Daraus wurde das Angebot Spiritualität und Alltag". Nur eine Idee von vielen. Mertens erinnerte auch an das Gespräch im Foyer oder die Einbindung der jungen Kirche.

"Reinhard, du wirst uns fehlen", schloss Mertens ihre Worte und vor der Entpflichtungshandlung, mit der Pfarrer Simon von seinem Amt in Genthin entbunden wurde, überreichte sie ihm einen kleinen schmunzelnden Engel als Erinnerung an die alte Wirkungsstätte.

Abschiedsworte sprach auch der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Günter Sander. Er blickte zurück auf das erste Jahr Simons in Genthin. "Noch vor dem Ende der ersten vier Jahreszeiten war klar, dass wir keine Niete gezogen haben", meinte Sander und fügte hinzu: "Für viele warst du ein Hauptgewinn."

Nach dem Gottesdienst verabschiedeten sich viele Gemeindemitglieder persönlich von Pfarrer Simon.

Ab dem 1. November wird er im Kirchspiel Magdeburg-West tätig sein.

In Genthin übernimmt der Schlagenthiner Pfarrer Johannes Möcker die Vakanzvertretung.

Am 9. November um 10 Uhr wird es einen Vorstellungsgottesdienst für die Genthiner Pfarrstelle in der St. Trinitatiskirche geben.

   

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