Kein Schiffer, aber doch ein Pareyer, der Eindruck hinterlässt, ist Sieghard Geppert. Als einstiger Vorsitzender des Kreisseniorenrates wird er zum 75. Geburtstag von den Mitgliedern für sein Engagement bei der Gründung und die ehrenamtliche Arbeit im Vorstand gelobt.

Parey l Ein Ur-Pareyer sei er nicht, dass könne man nur sein, wenn man Schiffer ist, sagt Jubilar Sieghard Geppert. Dennoch gehört er seit 1961 zu den gut 2300 Seelen im Ortsteil der Gemeinde Elbe-Parey.

Geschätzt wird Geppert vor allem für seine Verdienste im Kreisseniorenrat des Jerichower Landes, dem er bis vor drei Jahren vorstand. Sein Engagement in Sachen Interessenvertretung der Älteren ist den Mitgliedern bis heute in guter Erinnerung geblieben.

"Ein sehr kompetenter Vorsitzender", lobt Elke Rieseler, die Mitglied der Landesseniorenvertretung Sachsen-Anhalt ist. Auch zwei andere Wegbegleiterinnen verbinden in ihrer Rückschau nur positive Gedanken mit dem heute 75-Jährigen, der zu den Mitbegründern des Gremiums zählt.

"Korrekt und fachlich kompetent"

"Er hat sich immer sehr dafür eingesetzt, Jüngere und Ältere zusammenzuführen", sagt Heidemarie Richter, die Gepperts Vorstandsarbeit in seinem letzten Ehrenamtsjahr miterlebte.

"Er ist ein guter Denker, der selbst schwierige Fragen der Seniorenarbeit auf seine besondere Art und Weise vermitteln konnte." Als korrekt und vor allem fachlich kompetent beschreibt Wilma Bröking ihren Eindruck von der Arbeit Gepperts.

Jubilar Geppert selbst wagt auch einen Blick zurück in die Anfangszeit der Seniorenarbeit im Landkreis: "Wir hatten damals zehn aktive Mitglieder. Viel zu wenig!" In persönlichen Gesprächen versuchte der Pareyer dann engagierte Mitglieder für die Kreisseniorenarbeit zu begeistern.

Mitglieder, die sich wirklich für die Sache engagieren, zu finden, war die erste schwierige Hürde für den erfolgreichen Aufbau einer Interessenvertretung der Senioren im Landkreis.

Darüber hinaus galt es für die Gründungsmitglieder, sich als Ehrenamtler in ihrer Sache erstmal im Jerichower Land bekannt zu machen.

Inzwischen gibt es landesweit 18 Seniorenvertretungen. Und die Kreisseniorenvertretung hat derzeit mehr als 30 Mitglieder.

Für die älteren Menschen im Landkreis gibt es durch das Engagement des Gremiums regelmäßige Diskussionsrunden zu aktuellen Themen, Vortragsreihen zu Schwerpunkten wie "Gesundheit im Alter" und erst vor Kurzem startete in Genthin das Projekt "Seniorenkino".

Einige Themen liegen bis heute unerledigt auf dem Tisch des Gremiums. "Nach wie vor haben wir im Kreis einen großen Mangel an Fachärzten", spricht Geppert ein Problem an.

Neben Anliegen, die es zukünftig weiter anzupacken gilt, erinnert sich der Pareyer aber auch an erfolgreiche Initiativen.

"Zudem habe Geppert in der Anfangszeit nicht nur vom Landkreis, sondern auch vom Pressesprecher Dr. Manfred Böttcher aus Friedensau, der trotz seiner akademischen Ausbildung kein Gefühl von hierarchischen Strukturen im Gremium aufkommen ließ, viel Unterstützung bekommen. Vor drei Jahren musste er sein Ehrenamt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. "Aber es hat mir viel Spaß gemacht," sagt der Jubilar.

"Es ist wichtig, die Menschen zu würdigen, die damals aktiv die Arbeit des Kreisseniorenrates angeschoben haben", lobt der aktuelle Vorsitzende Karl-Heinz Koszior den nunmehr 75-jährigen Vorgänger.

Neben den Mitgliedern des Kreisseniorenrates haben viele Freunde und Verwandte den Weg nach Parey gefunden. Auch privat soll noch gefeiert werden. Dann wird Familienbesuch aus Berlin erwartet. "Wir machen es uns zu Hause gemütlich" so der dreifache Großvater über die anstehende Feier.

Bescheiden sind auch die persönlichen Wünsche des Ehepaares zum 75. Geburstag: "Dass wir noch ein paar schöne Jahre haben, wo mein Mann jetzt so krank war", sagt Gattin Erika.

 

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