Mehr als 480 ausgestellte Tiere von 63 Ausstellern. Die Zahlen der 19. Fienerlandschau in Parchen sprechen für sich. Mittlerweile schickt sich die Rassegeflügelausstellung an, zu einer der größten Schauen im Jerichower Land zu werden

Parchen l Auftakt zur neuen Ausstellungssaison der Rassegeflügelzüchter. Lautstark machten sich die Hauptakteure am Wochenende in der Parchener Klapperhalle bemerkbar. Manch kräftiges Gackern, Schnattern und Gurren ließen die Hühner, Enten und Tauben von sich hören und zeigten, wer die eigentlichen Stars der Fienerlandschau sind. Insgesamt 483 Tiere hatten die sieben Prüfer in der vergangenen Woche bewertet. "Sie haben hier mehr Tiere als bei der Kreisverbandszuchtschau in Möckern", lobte der Kreiszuchtverbandsvize Uwe Balzer. Er nannte die Parchener Schau eine der schönsten, die er kenne.

"Unsere Mitglieder leisten eine umfangreiche Arbeit", begründete der Vorsitzende des Parchener Rassegeflügelzuchtvereins, Jürgen Stämmler, den Erfolg. Aber dieser Aufwand lohne sich. "Wir wollen mit unserer Zucht zur Rassenvielfalt beitragen und seltene Tiere erhalten. Genthins Bürgermeister Thomas Barz, der traditionell die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernahm, hatte gleich zwei Komplimente parat: "Sie bringen in Ihrem Verein junge und ältere Mitglieder zusammen und haben viele Unterstützer und Sponsoren, die sich für die Ausstellung begeistern."

Parchens Ortsbürgermeister Hubert Schwandt lobte ebenfalls das Engagement der Vereinsmitglieder. "Die Klapperhalle ist heute wunderbar dekoriert und für die Veranstaltung hergerichtet worden." Die Preisrichter hatten in diesem Jahr wieder eine Vielzahl von Tieren zu bewerten. Insgesamt sechs Mal vergaben sie das Prädikat "v" für vorzüglich.

Dafür gab es den Pokal "Silberner Hahn". "Es sei nicht einfach ein Tier zu züchten, das den Rassekriterien entspricht", verriet Eberhard Schmidt, der den Bürgermeisterpokal erringen konnte.

"Man kann nicht einfach zwei v-Tiere kreuzen und dann kommt automatisch wieder ein v-Tier heraus", bringt es der Pokalgewinner mit einem kleinen Augenzwinkern auf den Punkt. Mal verändere sich die Färbung mal der Körperbau oder die Kopfform. All diese Dinge sind von den Wertungsrichtern begutachtet worden. Die Tiere in Parchen seien zu einer großen Anzahl in einem sehr guten Zustand gewesen, hieß es seitens der Bewerter.

Die Schau wurde traditionell auch von den Kindern der Parchener Kita besucht. Sie präsentierten ein kleines Programm und sahen sich dann die zahlreichen Tiere an, bei denen die großen Enten und die Hühner den wohl meisten Zuspruch erhielten. Der Parchener Verein kann seit Jahren auch jugendliche Aussteller an sich binden.

Mit dabei waren diesmal Nora und Hanna Witte, die den Preis als beste jugendliche Aussteller für ihre Rouen-Clair-Enten mitnehmen konnten. "Wir kennen Tiere von zu Haus", sagte Hanna Wille. Denn ihre Eltern, Heiko und Jacqueline Wille, sind selbst Mitglieder des Parchener Vereins. Also hatten die beiden 14-Jährigen selbst mit der Zucht begonnen. Dabei sind die Enten nicht immer ganz pflegeleicht.

Denn die imposanten Erpel können bis zu viereinhalb Kilogramm schwer werden, die Enten bis zu vier Kilo.

Hanna und Nora sind in ihrer Klasse die Einzigen, die sich mit diesem Hobby beschäftigen. Ähnlich ergeht es auch Jungzüchter Jason Lottmann. "Ich kenne in meinem Alter sonst keinen, der sich damit beschäftigt", bemerkte der 13-Jährige. Jason stellte gemeinsam mit seiner Mutter Antwerpener Bartzwerge aus. Zu der Hühnerrasse waren sie durch Zufall gekommen. "Wir haben auf einer Ausstellung ein Los gezogen und ein solches Tier gewonnen", erzählte Angela Lottmann. Der Grundstein für die eigene Zucht.

Zwar reichte es diesmal nicht für einen eigenen Preis. Aber die Ausstellung zog die Ausstellung viele Besucher an. Ein gutes Omen für die 20. Schau im kommenden Jahr. "Vielleicht knacken wir dann die 500er-Marke bei den ausgestellten Tieren", hoffen die Macher.