Jerichow l Zugegeben, das Thema "Chronisch entzündliche Darmkrankheiten" klingt nicht sehr einladend. Dass aber eine Menge Interesse an Information besteht, von Seiten der Patienten und auch Ärzten, bewiesen kürzlich die voll besetzten Reihen im Haus 17 des AWO Fachkrankenhauses in Jerichow.

"Sie müssen hier im Auditorium nicht die Hosen runterlassen", sagte Referent Dr. Jörg Schulze gleich zu Beginn, um auf die Möglichkeit des vertraulichen Gespräches im Anschluss aufmerksam zu machen. Dann erklärte er ausführlich, welche Unterschiede es zwischen den beiden chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gibt, wie sie sich zeigen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Keine Heilung, aber weniger Beschwerden

"Das Problem dieser beiden Typen ist, wir können sie nicht davon befreien, sondern nur die Beschwerden weitgehend lindern" so Schulze.

Bei der Symptombeschreibung war der "blutig, breiige Durchfall" vielleicht etwas zu detailliert. In einigen Reihen konnte man den Ausdruck des Ekels durch ein leises "Iiiih" wahrnehmen.

Spannender wurde es, als der Referent beschrieb, wie sich entzündungsfördernde und -hemmende Zytokinen bekriegen und so die Entzündung auslösen.

Etwa fünf bis sechs Monate vergehen in Deutschland, vom Moment der ersten Beschwerde, bis hin zur Diagnose. "Was schätzen sie eigentlich, wie viele Patienten die von uns verschriebene Medikation auch einnehmen?" Der Vorschlag von zehn Prozent bringt Schulze zum Lachen: "Dann könnte ich zumachen."

Für eine Erkrankung gibt es viele Gründe, die im Detail nicht auszumachen sind. Meist kommen mehrere Ursachen zusammen.

Über eine Reise durch den Darm mit Hilfe der Kapselendoskopie klärte im Anschluss Dr. Michael Schwerdtfeger unter dem Titel "Sinn und Unsinn der Kapselendoskopie" auf. Dabei zeigte er auch, was die Kapsel auf ihrem Weg durch den Körper alles erkennt. Bilder, die man selten sieht.