Religionsunterricht mal anders: Ab in die Backstube ging es für die Konfirmanden im Pfarrbereich Jerichow. Im Reich von Bäckermeister Ulrich Rode bekommen die Jugendlichen Einblick ins Handwerk und backen Brot und Brötchen für die Aktion "5000 Brote".

Jerichow l Dass Mehl nicht nur ein super Trennmittel für den Teig ist, zeigen die Zwillinge Emma und Luise Berger, die sich mit Benjamin Enders eine kleine Pulverschlacht in der Backstube von Ulrich Rode nicht entgehen lassen.

Doch nicht nur Spaß steht an diesem Morgen auf dem Plan, es wird auch gearbeitet - und das für einen guten Zweck.

Herzen, Kaffeebohnen und kleine Reptilien

Ganz vorbildlich will sich der ehrenamtliche Helfer der Truppe, Malte Löffler, die Hände waschen, bevor es an den Brotteig geht: "Ich habe ja schließlich vorher allen hier die Hand geschüttelt." Auch der Sydower Tom Seiptius macht als freiwilliger Helfer mit. Sie unterstützen Vikar Christian Göbke mit der inhaltlichen Gestaltung des Konfirmandenunterrichts.

Währenddessen hat sich die erste Gruppe Mädels schon an die Arbeit gemacht. Ihre Kreativität bei der Gestaltung der Brote reicht von Herzformen, über Kaffeebohnen bis hin zu kleinen Dinosauriern. "Ihr müsst aber auch gucken, dass sich eure extravaganten Brote auch backen lassen", gibt der Backprofi Rode zu bedenken.

Bevor es an die Brötchen geht, stärken sich die Achtklässler mit einem Snack von der Verkaufstheke.

Dass ihr Jerichower Lehrmeister täglich bereits um zwei Uhr morgens in der Backstube steht, überrascht doch einige der Jugendlichen, die etwa vier Uhr getippt hatten. Zudem gibt der Handwerksmeister in dritter Generation auch einen Einblick in die Geschichte des Brotes: "Das Bäckerhandwerk ist eines der ältesten. Seit etwa 6000 Jahren wird Brot gebacken." Allerdings sensibilisiert Rode die Jugendlichen auch dafür, dass Großbetriebe den traditionellen Handwerksbäckern zu schaffen machen.

Während die Brotlaibe im Gärraum bei 44 Grad ruhen, werden nun die letzten Brötchen, die anders als das Brot, nicht aus einem Gemisch von Roggen- und Weizen, sondern aus Weizenmehl und etwas Malz bestehen, vorbereitet. "Dürfen wir Körner drauf streuen?", fragt Katharina Drüsedau, um nach dem Okay eine Handvoll aus der Metallschüssel zu holen.

Alle vier bis sechs Wochen sonnabends kommen die Jugendlichen unter dem Pfarrer in Ausbildung Göbke zusammen, um sich auf ihre Konfirmation im kommenden Jahr vorzubereiten.

"Im Anschluss proben wir noch für die Aufführung des Martinsspiels, das die Achtklässler selbst geschrieben haben und am 11. November zeigen", sagt der 30-Jährige über das anschließende Programm.

Mit dem Backvormittag beteiligen sich die Konfirmanden im Pfarrbereich Jerichow an der deutschlandweiten Aktion "5000 Brote". So sehen die jungen Menschen nicht nur, wie man Brot herstellt, sondern lernen auch die biblische Bedeutung des Grundnahrungsmittels kennen. Die fertigen Laibe wurden im Gottesdienst in der Kirche zu Melkow gegen eine Spende abgegeben. Der Erlös für die Brote und Brötchen geht an "Brot für die Welt".

   

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