Genthin l 647 216 Euro sollen in Genthin im nächsten Jahr investiert werden. Vorausgesetzt, die Mitglieder des Stadtrates stimmen dem Haushalt zu, den Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) und die Stadtverwaltung im November vorlegen wollen. Darüber informierte der Bürgermeister am Montag die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses. Bei der nächsten Zusammenkunft des Gremiums wolle er die Projekte, die mit dem Geld realisiert werden sollen, vorstellen.

Sie werden in einem Maßnahmekatalog, sortiert nach ihrer Dringlichkeit, aufgeführt. Vorrang hätten die Projekte, bei denen die Stadt Aussicht auf Fördermittel hätte. Als Beispiele nannte Barz die Sanierung des Wasserturms und den geplanten Spielplatz am Volkspark. Außerdem würden auch neu aufgetauchte Probleme, wie die Parchener Brücke in der Parkstraße, die für den Verkehr mittlerweile vollständig gesperrt ist, im nächsten Jahr Geld kosten.

Horst Leiste (SPD) merkte an, dass für viele Projekte Fördermittel beantragt worden seien. Die Stadt müsse jeweils einen Eigenanteil zahlen. "Sind wir

dazu überhaupt in der Lage?", wollte Leiste wissen.

"Nein", sagte Barz. "Investieren müssen wir aber trotzdem, nur so sind Einsparungen möglich." Als Beispiel nannte er die neue Straßenbeleuchtung. "Das Geld dafür ist nicht da. Wir können aber günstig einen Kfw-Kredit aufnehmen, um die Beleuchtung in Genthin zu erneuern. Durch neue Lampen sparen wir in Zukunft Energiekosten." So sei es auch mit alten Gebäuden in der Stadt, die saniert werden müssen, um Kosten für die Instandhaltung zu sparen. Deshalb will die Stadtverwaltung in den kommenden zwei Jahren laut Thomas Barz noch deutlich über die Investitionspauschale von 647 216 Euro hinausgehen. "Wir wollen mehr als zwei Millionen Euro investieren, vorrangig um Kitas und Schulen zu sanieren und dadurch auf lange Sicht Kosten zu sparen." An das Geld will die Stadt mit Hilfe von günstigen Investitionskrediten kommen.

Das Defizit für das Jahr 2015 schätzte Barz auf 3,8 Millionen Euro. "Aber nur, wenn wir jetzt investieren, können wir irgendwann davon weg kommen."