Porky von den Fuchsbergen aus Genthin gehört zu den drei besten Fährten-Dackeln Deutschlands. Für die 39. Bundessiegersuche, der höchsten Jagdgebrauchshundeprüfung des Deutschen Teckelklubs (DTK) in Rosbach (Taunus), hatte sich der Vierbeiner zuvor als Landessieger Sachsen-Anhalt qualifiziert und bestand die komplizierte Nachsuche mit Bravour.

Genthin l Porky von den Fuchsbergen ist mittlerweile ein kleiner Medienstar. Verdientermaßen. Mit seinem erfolgreichen Abschneiden bei der Bundessiegersuche in Rosbach hat er endgültig bewiesen, dass er der beste Fährten-Dackel Sachsen-Anhalts ist. Auch in der rasseoffenen Suche, in der Landesauswahlsuche, erklomm der Vierbeiner aus Genthin in Friedrichsbrunn im Harz das oberste Siegertreppchen.

Porkys Herrchen Wilfried Dickner ist deshalb bei Redakteuren jagdlicher Fachzeitschriften ein gefragter Gesprächspartner, um über die jüngste Bundessiegersuche und das Abschneiden seiner kleinen Spürnase zu fachsimpeln.

Denn der zweieinhalbjährige Rüde gehörte zu den drei einzigen Teckeln, die bei dieser schwierigen Prüfung das Ziel erreichten. Die anderen zwölf Teckel, ausnahmslos Landessieger, mussten die Nachsuche erfolglos abbrechen. In der Geschichte der Bundessiegersuche bleibt dieses Resultat ein bisher einmaliger Vorgang.

Einen dritten Preis erschnupperten sich indes Porky von den Fuchsbergen und Alma vom Grandels Hof, die das Bundesland Berlin-Brandenburg vertrat. Ein zweiter Preis ging an einen Teckel aus Baden, der auch Tagessieger wurde. Ein erster Preis wurde nicht vergeben - womit es auch keinen Bundessieger 2014 gibt. So will es das strenge Reglement.

"Es herrschten äußerst schwierige Bedingungen, vor allem die langanhaltenden Regenfälle waren das Schlimmste, was überhaupt passieren konnte. So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt Wilfried Dickner, der als erfahrener Hundeführer schon viele Erfolge errungen hat, auch weil er die Hunde für die Prüfungen mit Augenmaß optimal vorbereitete.

Die Bundessiegersuche in Rosbach, räumt Dickner ein, bleibe für ihn trotz aller Erfahrungen ein besonderes Erlebnis.

Etwa zehn Liter Regen pro Quadratmeter mögen gefallen sein, nachdem der Waldboden für die Fährte mit einem viertel Liter Schweiß (weidmännisch für Blut) getupft wurde, schätzt er. Bei herkömmlichen Prüfungen wird das Blut hingegen gespritzt. Tupfen bleibt somit den Superspürnasen vorbehalten.

Auf der etwa 1000 bis 1200 Meter langen Fährte wurden drei Wundbetten angelegt und drei Richtungsänderungen eingearbeitet - in 90 Minuten mussten Deutschlands beste Fährten-Teckel diesen Parcours absolvieren und das Ziel, ein Stück Tierfell, erreicht haben.

Vorausgesetzt, sie sind nicht dreimal durch einen Richter abgerufen worden oder haben sich mehr als 70 Meter von der Fährte entfernt.

Die so genannte Schweißarbeit, die bei Prüfungen der jagdlichen Praxis nachempfunden wird, besitzt im Weidwerk einen hohen Stellenwert. Unter Schweißarbeit versteht der Weidmann die Nachsuche auf ein krankes oder angeschossenes Stück Wild, zu der ihn der Tierschutz verpflichtet.

Für diese Aufgabe muss der Hund gut ausgebildet sein und entsprechende Prüfungen ablegen.

Doch während im alltägliche Jagdbetrieb der Hund gleich unmittelbar nach dem Schuss zum Einsatz kommt, gibt es bei einem Wettbewerb besondere i-Tüpfelchen, wobei die erfolgreiche Teilnahme an einer Bundessiegersuche als höchste Gebrauchshundeprüfung für die Ahnentafel der Teckel sozusagen einen Ritterschlag bedeutet.

In Vorbereitung der diesjährigen Bundessiegersuche hatten Wilfried Dickner nun dankenswerterweise Jagdkollegen aus Genthin, Krüssau und Güsen unterstützt.

Wilfried Dickner hatte sich bereits Mitte der 1990er Jahre mit einem Teckel die Teilnahme bei einer Bundessiegersuche erkämpft. Seinerzeit landete er mit seinem Teckel im Mittelfeld.

"Porky hat sich immer wieder korrigiert und die Witterung aufgenommen. Das haben die Richter gelobt."

Wilfried Dickner

Mit diesen Erfahrungen im Reisegepäck waren er und seine Frau Carola deshalb nicht mit all zu großen Erwartungen in den Taunus gereist.

Denn das Gelände allein war schon eine große Herausforderung für eine Nachsuche, berichtet Wilfried Dickner. Ein schwer zu begehendes und teilweise steiles Areal mit viel Totholz sowie Bo- denunebenheiten und starker Bodenbewuchs - die Teckel und Herrchen bzw. Frauchen mussten körperliche Schwerstarbeit leisten.

Füchse, Wildkatze und anderes Niederwild sorgten für sogenannte Verleitungen (weidmännisch für Abbringen von der Fährte.) Für Porky kam während der Prüfung noch erschwerend hinzu, dass Pilzsucher seine Bahnen kreuzten.

Gestartet wurde im Rosbacher Revier in 5er Gruppen. Bevor Wilfried Dickner mit Porky am spätem Nachmittag an der Reihe war, sei immer wieder unter den Hundeführern die Nachricht durchgesickert, dass ein Hund nach dem anderen durchgefallen sei, erzählt der Genthiner Weidmann.

Dann wurde spekuliert, dass nur die, die in den frühen Morgenstunden auf die Fährte gehen konnten, eine Chance haben durchzukommen.

Die ganze Stimmung in diesen Stunden sei nicht zu beschreiben. "Schon wer ans Ziel kommt, ist der König, habe ich mir gesagt, als wir dann an der Reihe waren."

Erfahrung und vielleicht auch Glück waren im Spiel, um hier erfolgreich zu sein, mutmaßt der Weidmann und lässt sich dabei ein klein wenig in die Karten schauen.

Von der Fährte wusste er zum Beispiel, dass sich hier gern Mistkäfer ansiedeln, so habe er teilweise noch einen Anhaltspunkt von der "völlig verregneten Fährte" gehabt. "Dafür muss man als Hundeführer einfach ein Auge haben", sagt der Genthiner.

Geschafft habe Porky von den Fuchsbergen diese besonders schwierige Prüfung durch seinen starken und sicheren Arbeitswillen. Geführt an einer Acht-Meter-Leine habe sich Porky immer wieder korrigiert und so die Witterung aufgenommen. Das sei anschließend von den Prüfern anerkennend hervorgehoben worden.

Ehefrau Carola Dickner, die aus der Ferne aufgeregt beobachtete, wie sich Ehemann Wilfried mit dem Teckelrüden durch die Nachsuche schlug, resümiert kurz, knapp und treffend: "Es war aufregend wie im Krimi."

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