Burg l Am zweiten Tag des neuerlichen Lokführer-Streiks waren gestern die Reisenden und Pendler auf ausfallende Züge und Verspätungen vorbereitet. "99 Prozent der Leute haben sich im Vorfeld informiert und sich Alternativen gesucht", so die Beobachtung von Sylvia Richter, die in der DB-Agentur auf dem Burger Bahnhof Fahrkarten verkauft - gestern allerdings wenig zu tun hatte.

Bis zum Mittag waren lediglich fünf Personenzüge in Burg abgefahren: drei Regionalbahnen nach Magdeburg, ein Regionalexpress nach Magdeburg und eine Regionalexpress Richtung Berlin. "Viele Reisende sind auf den NJL-Bus umgestiegen, auch wenn die Fahrt nach Magdeburg wegen verschiedener Baustellen und wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens zwischen einer und eineinhalb Stunden dauert", so die Feststellung von Sylvia Richter, vor der gestern der Notfahrplan der Bahn lag, mit dessen Hilfe sie Reisenden in diesen Streik-Tagen weiterhelfen kann. Auch über den Computer kamen gestern aktuelle Informationen bei ihr an, welche Züge bis wohin noch fahren.

Während der Mittagszeit war der Burger Bahnhof gestern menschenleer, vier Taxifahrer warteten unterdessen auf Kundschaft. Einer davon Hartmut Bünger. "Durch den Streik haben wir weniger zu tun als sonst", so Bünger. Nur eine zusätzliche Fahrt wegen des Streiks hatte er bisher: am Montag nach Magdeburg. "Hin ging es gut, zurück dauerte es etwas länger", so der Taxifahrer.

Keinen Umsatz machte gestern am Burger Bahnhof "Sabrinas Coffee Station". "Aufgrund des Bahnstreiks bleibt der Laden am 7. 11. geschlossen. Bis Montag", war auf einem Zettel an der Scheibe des Kiosk zu lesen.