Genthin l Temperamentvolle und gefühlvolle Klaviermusik in einer leichten und zugänglichen Weise bot der gebürtige Perunaer Vladimir Valdivia am Sonnabend im Konzertsaal Jerichower Land. Das ausdrucksstarke Klavierspiel des 43-Jährigen tröstete darüber hinweg, dass der Zuspruch zu dem Konzert äußerst gering ausfiel. Der ehemalige Absolvent der Münchner Musikhochschule hätte ein größeres Publikum verdient.

Verstand er es doch vorzüglich den eigenwilligen Konzertsaal-Flügel zu bändigen und dem nicht einfach zu spielenden Instrument durchaus lange sanfte Töne zu entlocken. Gefühlvoll begann Valdivia mit für Klassikliebhaber vertrauten Tönen. Mozarts "Fantasie in d-moll", Schumanns "Arabeske". Wiener Klassik und Romantik als Einstieg für einen zwar kurzen, aber intensiven Konzertabend. Chopins "Nocturne Op. 9 Nr. 2", gehört zu den populärsten Stücken des französischen Komponisten. Eindringlich präsentierte Valdivia diese Musik, die er mit dem "Walzer in cis-moll" fortführte.

Neben den schön anzuhörenden bekannten Klavierstücken nahmen Werke des spanischen Komponisten Isaac Albéniz einen großen Raum im Programm ein. Stücke wie "Asturias" oder "Malagueña" sind in der Interpretation von Gitarristen bekannt. Allerdings hat Albéniz zu seiner Zeit nur für das Klavier komponiert. Manchmal meint man auch bei der Interpretation Valdivias, Gitarren klingen zu hören. So sehr perlten die Töne bei den lebhaften Kompositionen hervor. In manchen Momenten musste man sich fragen, ob es spannender sei, dem Pianisten zuzuhören oder ihm beim Musizieren zuzusehen. Denn in einem schier atemberaubenden Tempo ließ der Musiker seine Finger über die Tasten gleiten und dabei eine ungeheure Klangfülle auf die Zuhörer niederprasseln.

Die Besucher danken es dem Gast mit einem stürmischen Beifall und sorgen so für einen stimmungsvollen Ausklang, den Valdivia mit einem Schumann-Stück beschloss.