Jerichow l Seit gut einem Monat sind nun Polizeiuniformen häufiger als in den vergangenen Jahren auf den Straßen der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow zu sehen: Die beiden Regionalbereichsbeamten Anja Andres und Lutz Pelzer haben die ersten Wochen in ihrem neuen Wirkungskreis vor allem dazu genutzt, zu möglichst vielen Einrichtungen und Bürgern Kontakt aufzunehmen.

Das ist bei einer Flächengemeinde dieser Größe gar nicht so einfach. "Wir haben mal versucht, alle Orte abzufahren, und waren dabei fünf Stunden unterwegs", berichten die beiden. Dabei seien 180 Kilometer zusammen gekommen!

Nach wie vor wird also nicht in jedem Ort jeden Tag ein Polizist auftauchen. Trotzdem haben etliche Einwohner die größere Präsenz schon bemerkt. "Zum Beispiel, als wir Fußstreife in Jerichow gegangen sind, haben uns etliche Bürger angesprochen." Viele seien überrascht gewesen, Polizisten mal nicht nur im Auto, sondern zu Fuß unterwegs zu sehen - und auch, dass nun Beamte da sind, die sich um ihre persönlichen Probleme kümmern.

Das eine oder andere Problem haben Anja Andres und Lutz Pelzer schon aufgegriffen. Zum Beispiel haben sie kürzlich eine Geschwindigkeitskontrolle an der Ecke Liebknecht-/Luxemburgstraße durchgeführt. Hier wohnt Rolf Naumann, und er hat schon unangenehme Erfahrungen mit großen Fahrzeugen, die zu schnell unterwegs waren, machen müssen. Ein Lkw landete in seiner Hauswand, ein anderer in der Mauer nebenan. Und auch an weiteren Häusern in diesem Bereich gab es auf diese Weise schon Beschädigungen.

Während der Kontrolle war allerdings keiner zu schnell, wohl aber bekamen die beiden Beamten mit, welch enormer Verkehr sich hier zeitweise durchwälzt. Und nur einige Meter weiter haben sie dann stadteinwärts auch einige zu schnelle Fahrzeuge erwischt - in einem Bereich, wo viele Leute die Straße überqueren müssen, um zum Netto-Markt zu gelangen. Hier, meinen die Polizisten, wäre ein "Zebrastreifen" wirklich wichtig.

Die Sicherheit der Bürger steht für die beiden Beamten im Vordergrund, und deshalb, betonen sie, werden sie auch keinen Radfahrer, der in der dicht befahrenen Jerichower Ortsdurchfahrt den Gehweg benutzt, auf die Fahrbahn verweisen - solange er vorsichtig fährt und keine Fußgänger gefährdet. "Wir wurden schon mehrmals angesprochen, weil die Leute Angst haben, dass wir sie deswegen belangen!"

Auch für die Absicherung von Umzügen - wie jetzt zum Martinstag - sind nun wieder Polizisten da. Voraussetzung ist, den Bedarf möglichst zeitig anzumelden. Denn die Regionalbereichsbeamten sind zwar flexibel und können ihre Termine weitgehend selbst festlegen - aber wie schnell der Kalender schon in den ersten Wochen voll war, hat die beiden selbst erstaunt.

Dabei haben sie erst einen Teil der Besuche geschafft, die sie sich vorgenommen haben. In der Bürgermeisterberatung hatten sie sich bereits allen Ortsbürgermeistern vorgestellt. Weiterhin waren sie unter anderem im Fachkrankenhaus, im Seniorenheim, im Kloster, in Kindertagesstätten. Auch die Zusammenarbeit mit den Schulen ist ihnen wichtig.

Ihren festen Sprechtag haben sie dienstags von 14 bis 18 Uhr im Rathaus in Jerichow. Zusätzlich wollen sie aber auch in den anderen Ortschaften der Einheitsgemeinde den Einwohnern die Möglichkeit geben, direkt vor Ort ihre Anliegen vorzubringen. "Wir wollen mit den Ortsbürgermeistern Termine vereinbaren, eventuell dann, wenn diese selbst Sprechzeiten haben." Gut wäre, das wenigstens einmal im Vierteljahr pro Ortschaft zu schaffen. "Wir werden die Termine dann rechtzeitzig vorher bekannt geben, auch über die Presse", betonen die Regionalbereichsbeamten.

Über ihre persönlichen Dienst-Handys sind die beiden aber auch sonst jederzeit - während ihres Dienstes - erreichbar. Sind sie außer Dienst, werden die Anrufe ins Revier nach Burg umgeleitet, so dass die Anrufe nie ins Leere gehen. Die Handy-Nummern sind aber nicht für Notrufe gedacht - in diesem Fall muss weiterhin die 110 gewählt werden.

Aufmerksamkeit wünschen sie die beiden Beamten auch von den Bürgern, insbesondere, um Straftaten vorzubeugen oder diese aufzuklären. "Lieber mal öfter eine verdächtige Autonummer aufschreiben", raten sie. Denn zumeist würden Tatorte, wie kürzlich die Jerichower Sparkasse, vorher ausgiebig ausgekundschaftet.

Kontakt: Anja Andres, 0151/74 30 71 25; Lutz Pelzer, 0151/74 30 71 26