Ist noch was drin bei der Genthiner Sporthalle der Uhland-Schule? Sind alle Messen gesungen, so dass der Schulsport zukünftig in der Halle der Sekundarschule Am Baumschulenweg angegliedert bleibt? Im Hauptausschuss entzündete sich daran ein Meinungsstreit.

Genthin l Als Lothar Finzelberg, Vorsitzender des Kreissportbundes, als Gast zu einem Rundum-Statement in Sachen Sportstätten in Genthin ausholte, wandte er sich zunächst dem Thema Betriebskostenbeteiligung der Vereine zu. Es sei angemessen, dass sich die Sportler an den Betriebskosten beteiligen, sagte er, andererseits hätten sie dafür einen gewissen Standard der Sportstätten zu erwarten. Gleichwohl müsse man den Zustand der Hallen differenziert sehen. Neu, legte Finzelberg den Finger auf die Wunde, sei das Problem schlechter Sporthallen in Genthin allerdings nicht.

Er ging in Kenntnis der Ablehnung des Stark-III-Antrages für die Uhland-Grundschule auf einen besonderen Aspekt ein. Im Zuge der Fördermittelbeantragung für die Sanierung von Schulsporthallen könnten Arbeitsgruppen zwischen Schulen und Vereinen positiv an die Auslastung der Sporthalle durch den Schulsport angerechnet werden. Finzelberg verwies darauf, dass es im Landkreis 60 solcher Arbeitsgemeinschaften gibt, an der Uhlandschule jedoch keine.

Eine Sanierung über das Fördermittelprogramm Stark III war für die Sporthalle der Uhland-Schule daran gescheitert, weil ein vorgeschriebener Anteil des Sportunterrichtes nicht erreicht werden konnte. Harry Czeke (Die Linke) verlangte deshalb von Bürgermeister Barz, Einblick in den konkreten Antrag auf Fördermittel nehmen zu können. Zum Jahresende gäbe es stets Ausgabereste in der Fördermittelvergabe, Genthin müsse nun versuchen, diese über einen neuen Antrag für die Uhland-Sporthalle zu aktivieren.

Czeke regte an, den zuständigen Minister für Sport nach Genthin zu holen, der sich auch mit den problematischen Hallen vertraut machen sollte. "Dann gibt es mal keine Jubelveranstaltung", merkte Czeke spitz an.

Bürgermeister Thomas Barz haderte im Verlaufe der Beratung mit einigen Aussagen in der Volksstimme-Berichterstattung zum Thema Uhlandsporthalle. Die Haushaltskonsolidierung werde nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, spielte er auf Äußerungen von Wulf Thomas an. Der Vorsitzende des Genthiner Volleyballvereins hatte im Interview gesagt, dass die Uhland-Kinder nun den Weg zur Sporthalle der Sekundarschule am Baumschulenweg in Kauf nehmen werden.

In einem Disput mit Czeke zum desolaten Zustand einiger Sportstätten sagte Barz, dass er zu keinem Zeitpunkt auf seinen Vorgänger geschimpft habe, allein verantwortlich für die teilweise mangelhafte Sportstättensituation zu sein. Barz gab der Verwaltung Rückendeckung, als es um den abgelehnten Antrag aus Stark-III-Mitteln ging. Der Fördermittelantrag sei durch eine Fachabteilung erarbeitet worden. Es gebe keinen Anlass, an deren Kompetenz zu zweifeln. Der Bürgermeister wiederholte erneut, dass kurzfristig keine Schließung der Uhlandsporthalle vorgenommen werde.

Lothar Finzelberg riet den Stadträten im Hinblick auf eine gesicherte Zukunft der Sporthalle der Uhland-Schule, an den Sportbetrieb heranzutreten und "ihm etwas zu bieten".

Lutz Nitz (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, dass sich bei der Suche nach Fördermitteln der Kreissportbund, der Schulsportkoordinator, die Grundschule Uhland und die naheliegende Kita zusammentun sollten. Alle Beteiligten sollten jetzt über Konzepte nachdenken, um Fördertöpfe in Anspruch nehmen zu können.