Bergzow/Zerben l Rund 45 Kinder und Jugendliche gehören den beiden Ortsfeuerwehren an. Als Höhepunkt des Jahres organisierten die Jugendwarte Daniel Ladwig und Kristin Langner diese Wochenendveranstaltung und hatten dabei reichlich Unterstützung von Mitgliedern der Einsatzgruppe, die auch als Helfer an den beiden Tagen anwesend waren.

Dass das "Firecamp" in Bergzow stattfand, hatte auch den Grund, dass die Jugendfeuerwehr dort in diesem Jahr ihr 20-jähriges Gründungsjubiläum feiert, und die Kinderfeuerwehr Bergzow ihren fünften Gründungstag. Dazu hatte Karina Wolf aus Bergzow extra eine große Jubiläumsfeuerwehrtorte gebacken.

Nach Anreise, Kuchenessen und Bettenaufbau am Freitagnachmittag gab es die erste Ausbildungsrunde an den Löschgruppenfahrzeugen der Wehren Bergzow und Zerben. Unter anderem wurden die einzelne Komponenten der Beladung in Stellung gebracht und die Geräte, wie zum Beispiel der Lichtsatz, aufgebaut.

Währenddessen übernahm Thomas Hill, Rettungsassistent aus der Feuerwehr Zerben, die Schulung in der Ersten Hilfe für die Kindergruppen der beiden Ortswehren. Hier wurde auf spielerische Weise erklärt, wie selbst die Kleinen bei Verletzungen und Notfällen richtig Hilfe leisten können oder einen Notruf absetzen. Natürlich wurden auch Verbände angelegt, was allgemein für sehr viel Spaß und Heiterkeit sorgte.

Zum Abendessen grillte Bergzows Ortswehrleiter Klaus-Dieter Ladwig reichlich Würstchen und Steaks. Dazu gab es Pommes Frites.

Für die Jüngsten ging es mit einem Trickfilm über die Feuerwehr weiter. Danach bastelte die Zerbener Jugendwartin Kristin Langner mit ihnen.

Thomas Hill widmete nun der Jugendfeuerwehr eine Lehrstunde in der Ersten Hilfe. Dabei kam das neue RUD (Realistische Unfalldarstellung)-Set zum Einsatz: Einige Jugendliche bekamen von Anna Köhler Wunden und Verletzungen aufgeschminkt. Sie ist Sanitäterin und für diese realistische Unfalldarstellung geschult.

Stabile Seitenlage und Notruf geübt.

Später ging es noch mit allen Teilnehmern zu einer Nachtwanderung durch die Bergzower Feldmark am Alten Kanal entlang. Der Vollmond schien und die Nebelfetzen waberten über die Äcker, Angst schien jedoch keiner zu haben. Als "Mutprobe" hatte jedes Kind eine Strecke von 100 Metern alleine zu absolvieren. Die Kinder merkten schnell, wer die "Gespenster" waren, die rechts und links aus den Büschen kamen...

Die anschließende Nachtruhe währte nicht lang: Die Einsatzgruppe hatte bereits Tage vorher den Höhepunkt des Firecamps geplant und eine Brandeinsatz-Übung vorbereitet. Gegen Mitternacht heulten im Feuerwehrhaus die Sirenen und die Jugendfeuerwehrkameraden wurden zum Einsatz gerufen. "Brandeinsatz Einfamilienhaus" lautete das Einsatzstichwort, und schnell rückten die jungen Kameraden mit drei Fahrzeugen aus zum Einsatzort. Die Jugendfeuerwehr teilte fast selbstständig ihre Kameraden ein. Die Einsatzleitung übernahm der Jugendkamerad Michel Wolf aus Bergzow als Gruppenführer.

Einsatzobjekt war ein brennendes Holzhaus

Die jungen Feuerwehrleute waren trotz der "Riesenflammen" sehr ruhig und arbeiteten ihren Einsatz mit Bravour ab. Die Wasserversorgung wurde aufgebaut, ein Lichtmast in Stellung gebracht, und die Einsatzstelle gesichert. Die Jugendfeuerwehren beider Orte arbeiteten super im Team zusammen. Nur die Maschinisten wurden von den Erwachsenen gestellt, ansonsten passten "die Großen" lediglich auf, dass nichts schief ging. Jedoch machten die Nachwuchsfeuerwehrleute ihre Arbeit schon fast mit Routine, so dass selbst die vielen Schaulustigen staunten. Man konnte nach dem Aufräumen allen Kindern ansehen, wie stolz sie waren.

Danach gab es dann doch noch ein wenig Schlaf - und am nächsten Tag erneut ein volles Programm. Technische Hilfeleistung stand nun auf dem Programm. Mit Hilfe mehrerer Feuerwehrleinen und Karabiner sollte ein Flaschenzug gebaut werden, um den Feuerwehrtransporter zu ziehen. Der Zerbener Ortswehrleiter Steve Flügge betreute diesen Teil der praktischen Ausbildung. Die jungen Kameraden staunten, dass sie mit dem selbst gebauten Flaschenzug das Fahrzeug mühelos bewegen konnten - und nach dem Einbau weiterer Umlenkrollen sogar das elf Tonnen schwere Löschfahrzeug!

Unterdessen waren im Feuerwehrhaus Bergzow die Vorbereitungen zur Abnahme der "Jugendflamme Stufe eins" getroffen worden. Drei Jugendkameraden sollten hier die Abnahme zur ersten Leistungsprüfung innerhalb der Feuerwehr absolvieren.

Die Prüfung nahmen die Jugendwarte Kristin Langner und Daniel Ladwig ab, welche dann auch noch Unterstützung durch den Kreisjugendfeuerwehrwart des Landkreises Jerichower Land, Andre Frässdorf, erhielten, der spontan zu der Veranstaltung anreiste.

Die drei Jugendkameraden Kevin Liebetrau, John Dames und Jeremy Timpernagel meisterten alle Aufgaben, wie zum Beispiel den korrekten Notruf, das Erläutern von feuerwehrtechnischer Ausrüstung, das Ausrollen und Kuppeln von Schläuchen und Armaturen und den Aufbau von einzelnen Komponenten der Beladung von Feuerwehrfahrzeugen ohne Probleme und bestanden die Prüfung erfolgreich.

Hier muss besonders die Leistung von Kevin Liebetrau aus der Ortsfeuerwehr Bergzow hervorgehoben werden. Er ist seit zwei Jahren Mitglied der Jugendgruppe, 15 Jahre alt, und leidet seit seiner Geburt am William-Beuren-Syndrom, wodurch er in gewissem Maße eingeschränkt ist. Jedoch ist er mit einem solchen Eifer und Engagement in der Jugendfeuerwehr, dass man ihm ansieht, wie viel Spaß ihm dieses Hobby macht.

Die Ausbilder und die anderen Jugendkameraden binden Kevin voll in die Ausbildung ein. Bei der Prüfung zur Jugendflamme Stufe eins zeigte er eine sehr gute Leistung. Die gute Integration von Kevin in die Gruppe ist nur durch die gute Arbeit der Ausbilder und Verantwortlichen in der Jugendfeuerwehr Bergzow möglich sowie durch die gute Kameradschaft und den Zusammenhalt innerhalb der Jugendfeuerwehr.

Mit dem Mittagessen endete das Firecamp. Alle Teilnehmer bekamen noch T-Shirts mit entsprechendem Aufdruck überreicht. Dann war Aufräumen angesagt. Man sah den Kindern und den Erwachsenen die kurze Nacht dann doch an, trotzdem war die einstimmige Meinung der Kinder: Es hat riesigen Spaß gemacht und muss wiederholt werden!

Finanziert wurde die Aktion ausnahmslos durch den Feuerwehrförderverein Bergzow und den Kreisfeuerwehrverband Jerichower Land. Ohne diese finanzielle Unterstützung wäre das Wochenende für die Kinder und Jugendlichen nicht möglich gewesen.

   

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