Genthin l "Der Fachkräftemangel ist überall", sagte Bürgermeister Thomas Barz bei der Eröffnung des zweiten Job-Tempomeetings im Lindenhof. Mit einer solchen Veranstaltung solle dem entgegengewirkt werden. "Sie zeigen ein klares Interesse in Genthin zu bleiben", wandte sich der Bürgermeister direkt an die jungen Leute.

Insgesamt 30 Schüler der zehnten Klassen der Sekundarschulen Genthin, Brettin und Parey waren vor Ort. Dazu kamen zwölf Unternehmen aus Genthin und Burg sowie die Stadt Genthin als mögliche Ausbildungsplatzanbieter aus gewerblichen und kaufmännischen Bereichen. "Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz", stellte der Initiator des Job-Meetings, Sebastian Texter, fest.

Das Interesse seitens der Schüler sei sogar noch größer gewesen. "Aber Platz und Zeit limitieren die mögliche Anzahl der Teilnehmer." Dass dieses Prinzip des Kennenlernens durchaus erfolgreich ist, kann Texter auch anhand von Zahlen belegen. "Wir hatten nach der letzten Veranstaltung die Rückmeldung von fünf Firmen, die durch das Tempomeeting einen Auszubildenden gefunden haben. Wie schon bei der ersten Veranstaltung im Frühjahr führten die Zehntklässler und die Unternehmer fünfminütige Gespräche über die Vorstellungen der Bewerber, aber auch über die Möglichkeiten der Firmen.

"Wir wollen die verschiedenen Berufsfelder der Region bekannt machen und vielleicht den ein oder anderen zum Nachdenken über den Berufswunsch anregen", erläuterte Dr. Heinz Paul, Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums (TGZ), das gemeinsam mit der Stadt die Veranstaltung ausrichtete. Er lobte zudem die Schulen: "Die Fachlehrer haben sich sehr engagiert und eine gute Vorbereitung im Hinblick auf die Veranstaltung geleistet." Kurz nach dem Start herrschte schon ein engagiertes Stimmengewirr. Zum Teil wurde locker über die Berufe geplaudert, manchmal auch schon sehr ernsthaft über mögliche Praktika oder Bewerbungsgespräche gesprochen.

Für die Schüler durchaus eine lohnende Angelegenheit. "Ich habe noch einige gute Hinweise bekommen", meinte beispielsweise Josephine Radtke von der Sekundarschule Brettin. "Allerdings", fügte sie hinzu, "habe ich mich auch auf die Unternehmen vorbereitet." Das hatten einige der Schüler. "Ich kannte die meisten Firmen und wusste, was ich fragen wollte", sagte Lukas Weinheimer. Er möchte Bürokaufmann werden und meinte: "Da war einiges dabei." Überhaupt war der Wunsch nach Büro- und Bankberufen sehr groß. Das hat auch Ines Kuhrs von der Volksbank festgestellt: "Wir haben einige gute Gespräche geführt, einer jungen Dame konnten wir auch gezielt Tipps für das anstehende Vorstellungsgespräch bei der Volksbank geben."

Vereinzelt wurde auch Kritik geäußert. "Wir haben eine sehr starke Nachfrage nach Verwaltungsberufen festgestellt, das ist für uns als Handwerksunternehmen nicht so interessant", hieß es seitens des Genthiner Bauunternehmens Müller. "Vielleicht wäre es für das nächste Mal besser, eine Vorauswahl unter den Bewerbern zu treffen." So kämen Jugendliche zum Gespräch, die einen gewerblichen Beruf suchten. Dennoch war das Resümee zumeist positiv. Viele Firmenchefs lobten, dass sie durch die Veranstaltung einen Blick für die zukünftigen Mitarbeiter bekommen.

"Wir sehen, wie die jungen Menschen ticken, wofür sie sich interessieren und wer als zukünftiger Mitarbeiter kommen könnte", fasste es Paul Walter, Geschäftsführer des Mützeler Unternehmens Walter Stahlbau, zusammen. Das Interesse sei vorhanden, nun müsse man abwarten, wie es sich entwickelt. Für die meisten Unternehmen stand am Ende fest: "Beim nächsten Mal sind wir wieder dabei." Im November 2015 folgt die Fortsetzung.