Überraschungspaket im Stadtrat: Bürgermeister Thomas Barz präsentierte am Donnerstagabend seine Pläne für das Genthiner Stadtkulturhaus. Diese gehen über eine Multifunktionshalle weit hinaus. Kita, Schule, Hort und Museum sollen dort ebenfalls einziehen. Eine Übersicht:

Genthin l Das Geheimnis ist gelüftet. Bürgermeister Thomas Barz hat vor dem Stadtrat seine Vision vom neuen Genthiner Stadtkulturhaus präsentiert. Eine Arena für Bildung, Kultur und Sport soll es werden. Die Idee:

Sanierung Stadtkulturhaus

Das Stadtkulturhaus wird saniert und so modernisiert. In die Flügel ziehen die Kita "Max und Moritz", die bisher in der Altenplathower Parkstraße zu finden ist, sowie die Grundschule Diesterweg. Die Einrichtung steht bisher im Jungfernsteg. Grundstück und Haus der Kita werden verkauft, die Grundschule wird abgerissen. So entsteht Platz für Baugrundstücke.

Henkelbrücke

2015 wird die Henkelbrücke über den Elbe-Havel-Kanal saniert. Barz: "Es wäre ja Unsinn die Brücke zu sanieren, ohne eine Idee zu haben, was hinter der Brücke kommt."

Phasen

Das Projekt "Multifunktions-Arena" läuft in drei Etappen ab. In Phase 1 kümmert man sich um das Gebäude, während man in Phase 2 und 3 das komplette Areal umgestaltet.

Erste Phase

Sanierung des Gebäudes. Umzug von Kita, Grundschule und Hort. Draußen entsteht ein Pausenhof. Vier Einrichtungen (Kita, Schule, Kulturhaus, Turnhalle) verschmelzen so zu einer. Herz des Gebäudes ist eine Multifunktionshalle, in der Sport gemacht werden kann. Entgegen erster Äußerungen des Bürgermeisters sollen nun auch Ballsportarten möglich sein. Es wird eine "Einfeldhalle", in der Fuß-, Volley- und Handball gespielt werden kann. Außerdem gibt es im Gebäude eine Küche für Schulspeisung. Die Vereine, die das Stadtkulturhaus nutzen, können Arbeitsgemeinschaften für die Schüler anbieten.

Finanzierung

Mit Hilfe von Fördermitteln soll das bezahlt werden. Ein Stark-III-Antrag wird gestellt. Wird dieser bewilligt, übernimmt das Land 70 Prozent der Kosten. 30 Prozent trägt die Stadt Genthin. Barz: "Das ist machbar. Außerdem sparen wir durch das moderne Gebäude viel an Betriebskosten ein." Für die alten Gebäude der Kita "Max und Moritz" sowie der Grundschule "Diesterweg" müsste auch nichts mehr bezahlt werden. Barz rechnet mit Einsparungen von etwa 100 000 Euro im Jahr.

Zweite Phase

"Museum trifft Schule": Aus dem Waschmittelmuseum wird das Kreismuseum. Zwischen Landkreis und Stadt laufen Verhandlungen zur Finanzierung.

Dritte Phase

Wohnen am Elbe-Havel-Kanal: 20-25 Wohnungen sollen auf dem jetzigen Wohnmobilplatz entstehen. Barz: "Mir schwebt schickes Wohnen mit Wasserbezug, Zentrums- sowie Bildungs- und Kulturnähe vor." Für die Wohnungen gibt es laut Barz schon zwei interessierte Investoren.

Und nun?

Erster Schritt war die Vorstellung des Konzepts. Nun soll in den Ausschüssen diskutiert werden. Barz will zeitnah den Stadtrat abstimmen lassen, um Fördermittel zu beantragen. Bereits 2016/2017 könnte dort unterrichtet werden.

Damit nicht genug

Auch die Kita in Parchen soll mit Hilfe von Stark III saniert werden. Auch eine Verlegung der Kita auf das Gelände der Albrecht-Dürer Schule in Parchen steht im Raum, falls Stark III abgelehnt wird. In Tucheim soll die Grundschule saniert werden, auf deren Gelände zieht auch die Kita. Sorgenkind bleibt Gladau. Da die Kita nur Außenstelle von Tucheim ist, gibt es laut Barz keine Fördermittel. Die Stadt will die Kita erhalten und sie erstmal im Ist-Zustand belassen.