Die Plätze in der kleinen Zerbener Kirche reichten nicht, so groß war der Andrang am Sonnabend beim Konzert zum Auftakt des 18. Adventnachmittags an dieser Stelle. Es war kein Jubiläum, und doch etwas Besonderes: Zum ersten Mal läuteten alle drei Glocken.

Zerben l Bevor der Handwerker-Männerchor Genthin unter Leitung von Moses Schermann und etliche Zerbener Kinder, unterstützt von einigen Muttis, unter Leitung von Doreen Kohrt mit ihrem Programm begannen, hatte Anna-Dorothea Nitzsche den Anwesenden noch einiges Interessante zu sagen: In den vergangenen 14 Jahren ist es den Zerbenern gelungen, die großartige Summe von 18 848 Euro Spenden für Vorhaben an der Kirche zu sammeln. Los ging es von 2000 bis 2002 mit der Turmuhr, für die 3 093 Euro zusammen kamen, dann folgte 2002 bis 2010 die Sammlung für die zweite Glocke in Höhe von stolzen 10 515 Euro, und zuletzt nun für die dritte, kleine Glocke, für die 5 240 Euro Spenden zusammen kamen.

"Das heißt, wir haben pro Jahr 1 346 Euro gesammelt", rechnete Anna-Dorothea Nitzsche vor. Das Geld stammt aus Zuwendungen von Betrieben und Institutionen, vor allem aber auch aus Spendeneinnahmen bei Konzerten und dem anschließenden Kaffeetrinken. Es wäre - alles zusammengenommen - wohl ein riesiger Berg Kuchen, der für die Kirche im Laufe der Jahre gebacken und verspeist wurde. Und auch die Menge Glühwein, die für diesen guten Zweck getrunken wurde, könnte sich durchaus sehen lassen ...

Anna-Dorothea Nitzsche wies die Besucher auch darauf hin, dass im Eingangsbereich der Kirche seit kurzem eine Tafel mit Namen von Gefallenen aus dem Krieg 1813 bis 1815 steht. Die war auf dem Dachboden der Kirche wiedergefunden worden, und Lutz Plünnecke hat sie in eigener Initiative aufgearbeitet.

"Wir sind uns aber auch alle einig, dass wir keine weitere solche Tafel brauchen", betonte Anna-Dorothea Nitzsche mit Blick auf eine hoffentlich friedliche Zukunft. "Glaube-Hoffnung-Friede" ist auch die Inschrift der zweiten Glocke.

Zum Gelingen dieses Adventnachmittags haben wieder viele beigetragen. Das ging schon los mit der Vorbereitung des Platzes: "Wir hatten mit einer Postwurfsendung aufgerufen, beim Harken des Platzes zu helfen", berichtete Gottfried Fritze. Gekommen sind zahlreiche Zerbener, darunter etliche Rentner.

Die schmucke Girlande über der Kirchentür hat Familie Janott angefertigt. Am Glühweinkessel standen Gottfried Fritze und Klaus Stabenow, am Grill Uwe Kähler und Lutz Plünnecke, am Imbiss Kerstin Kähler und Christiane Fritze.

Der "Nikolaus" alias Dietmar Kohrt erregte diesmal bei seiner Ankunft ordentlich Aufsehen, denn er kam mit dem Motorrad! Reichlich Geschenke hatte er mitgebracht, und das war auch nötig, denn das kleine Zerben erlebt zur Zeit einen richtigen "Kinderboom": Über 40 Kinder im Alter bis zu etwa 14 oder 15 Jahren wohnen zur Zeit hier. Denn etliche junge Familien haben sich in dem schmucken und schön gelegenen Ort angesiedelt.

Nicht fehlen durfte das weihnachtliche Konzert der Güsener Jagdhornbläser als fest­-licher Abschluss des Abends.

   

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