Für die CDU-Fraktion war es eine leichte Übung, den Missbilligungsantrag im Stadtrat durchzudrücken. Sie vereint nun mal die meisten Stimmen auf sich - so hat es schließlich der Wähler gewollt.

Um zu wissen, dass die Querelen zwischen dem Grünen Nitz und der CDU-Fraktion im Stadtrat eine lange Tradition haben, muss man kein Kenner der Genthiner Kommunalpolitik sein. Dass nun allerdings die Arbeit der TAV-Verbandsversammlung von solchen parteipolitischen Auseinandersetzungen überschattet wird, bleibt ein fader Nachgeschmack des Streites im Stadtrat.

Mehr noch: Die Zankereien haben in aller Öffentlichkeit die Arbeit der bisher erfolgreich arbeitenden TAV-Verbandsversammlung beschädigt. Denn indirekt steht auch der Vorwurf im Raum, dass Genthin als größte Kommune ihren Vorsitz und damit auch ihren Einfluss in der Versammlung verspielt habe. Schade, dass sich bei der Stadtratssitzung offensichtlich viele spitzfindig mit den Wahlmodalitäten zum Vorsitz beschäftigt haben, wenige hingegen damit, dass laut Satzung alle vier Mitgliedskommunen des TAV gleichberechtigt im Verband mitarbeiten. Auf sie dürfte das Genthiner Spektakel sehr befremdlich wirken.