Genthin (mfe) l Mit einem besonderen Konzert gastierte das Quartett Bachianas Brasilieras im Lindenhof. Die vier Musiker präsentierten im kalten Genthin Melodien aus dem sonnigen Brasilien. Mit Titeln des landestypischen Musikstils Choros wurde südamerikanisches Flair verbreitet. Der beschwingte leichte Klang entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts in Rio de Janeiro als Fusion von europäischer Musik und der Musik afrikanischer Sklaven. Passend also für den Abschluss des lokalen Aktionsplanes.

Sehr häufig übrigens auch durch deutsche Einwanderer. Das Quartett präsentierte anhand des "Petersburger Marsches", wie in der europäischen Musik mittels brasilianischer Instrumentierung und einer neuen Taktgebung eine ganz eigene, sehr beschwingte Klanggebung entstand. Auch für eine kleine Instrumentenkunde hatten die Musiker Zeit. So erfuhren die Gäste Wissenswertes über die Rahmentrommel Pandeiro, das Ukuleleartige Cavaquinho oder der der Tuba ähnelnden Ophikleide. Humorvoll nahmen die Musiker die Zuhörer mit auf die Reise nach Noten in das ausgelassene Brasilien, wo die Menschen sich auch mal auf dem Marktplatz träfen, um zu tanzen. "Das macht man in Genthin wahrscheinlich eher selten", fügten sie hinzu.

Mit Liedern die zu deutsch so klangvollen Namen haben, wie "Wohlduftende Blume" oder "Hab ich dich erblickt" sorgte das Quartett bestehend unter anderem aus Musikern der Brandenburger Symphoniker für ein außergewöhnliches Musikerlebnis, dass mit viel Beifall belohnt wurde.