Genthin l Die neue Weihnachtsausstellung ist am Sonnabend im Genthiner Museum eröffnet worden. Zu sehen sind 3073 Modelautos, die von Verena-Ramona Volk zusammengetragen wurden. Die gebürtige Baden-Württembergerin hat lange Zeit in Bayern gelebt. Den Ausstellungsbesuchern stellte sie sich als Wahl-Genthinerin vor. Ihre Leidenschaft für die Wiking-Autos begann bereits 1963, da fanden sich nämlich die ersten zwei Exemplare in ihrer Schultüte. "Da ich mir nichts aus Puppen machte, bekam ich immer mehr davon", sagt Volk. So viele, dass sie heute damit das halbe Kreismuseum füllen kann. "Verkehrsgeschichte im Kleinformat" heißt die Ausstellung, die bis zum 15. Februar zu sehen sein wird. Abgebildet wurde das Verkehrsgeschehen auf Deutschlands Straßen von 1938 bis heute, dargestellt durch Modelautos der Firma Wiking. Das Unternehmen ist seit 1948 auf Modellbautechnik spezialisiert. Begründer der Firma ist Friedrich Karl Peltzer. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg baute er Modelle für Schiffe im Maßstab 1:1250 und Flugzeuge im Maßstab 1:200 im thermoplastischen Spritzgussverfahren - damals eine Pionierleistung. Verena-Ramona Volk sagt: "Mein Interesse galt zunächst vor allem den Fahrzeugen aus den Bereichen Polizei, Feuerwehr und Bauwesen." Begründen lässt sich das wohl auch mit ihrer langjährigen Tätigkeit beim Roten Kreuz und im Rettungsdienst. Volk hat sich nicht nur auf das Sammeln der Autos beschränkt, sondern auch eigene Umbauten und Lackierungen vorgenommen.

Die komplette Sammlung will Volk verschenken. Am Sonnabend überreichte sie Genthins Bürgermeister Thomas Barz die Schenkungsurkunde, durch das Dokument soll die Sammlung in den Besitz der Stadt übergehen. "Das freut mich sehr. Haben Sie vielen Dank", sagte der Bürgermeister überrascht. Die Schenkung ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass die Sammlung in Genthin dauerhaft ausgestellt wird. Wo das passieren soll, wenn die Ausstellung am 15. Februar das Museum verlassen muss, ist noch unklar. Als Volk mit dem Sammeln begann, passten die Autos noch in eine kleine Puppenschachtel. Mittlerweile benötigt sie 307 Sammelkisten, die sie wiederum in 14 Schäferkisten aufbewahrt. Abgerundet wird die Ausstellung durch schwarz-weiß-Fotos vom Genthiner Verkehr zu DDR-Zeiten. Eines der Fotos zeigt eine lange Schlange vor der Tankstelle. "1,50 Mark haben wir damals für den Liter bezahlt", sagt Museumsmitarbeiter Wolfhard Meerkatz. Und zeigt danach auf ein weiteres Bild, das etliche Männer beim Ankippen eines Hängers zeigt. "So hat man damals abgeladen, schließlich gab es noch keine Hydraulik." Auch interessant ist das Bild, das den Parkplatz des Stahlbauwerkes zeigt. Er ist voller Trabbis. Nur ein Wartburg sticht heraus. "Sehr interessant", sagt Besucher Daniel Schlag nach seinem Rundgang. Auch seinen drei Kindern gefällt die neue Weihnachtsausstellung. Der Nachmittag im Museum hat sich also gelohnt.