Gestern vor 65 Jahren haben Willi und Frieda Wesche in Jerichow einander das Ja-Wort gegeben. Nun haben sie anlässlich ihrer eisernen Hochzeit viele Gratulanten empfangen.

Jerichow l Es ist damals nur eine kleine Hochzeit gewesen ohne viele Gäste, blickt Frieda Wesche zurück. Denn viel Geld hatten sie nicht. Und es war bitterkalt und gab viel Schnee. Daher nahm sie das nasskalte Wetter an ihrem Jubiläumstag auch recht gelassen.

Frieda Wesche (84) stammt aus Güssefeld bei Kalbe/Milde in der Altmark und war eines von neun Geschwistern. Willi Wesche (88) ist Jerichower. "Meine Schwester war mit seinem Cousin verheiratet", erklärt Frieda Wesche, wie sie und ihr Mann sich kennengelernt haben. Sie ist dann eine Zeitlang in Jerichow in einer Gastwirtschaft in Stellung gewesen. "Einen Beruf konnte ich nicht lernen. Es war Krieg."

Schneiderin hatte sie eigentlich werden wollen. Statt dessen ist ihr später der Beruf einer Beiköchin anerkannt worden, denn sie hat fast sieben Jahre als solche in der damaligen Konsum-Gaststätte (heute Pension am Kloster) gearbeitet. Später war sie dann noch eine Zeitlang als Reinigungskraft im Kindergarten tätig.

Willi Wesche hat den Beruf des Zimmermanns erlernt. Dann musste er in den Krieg und wurde verwundet. Später hat er überwiegend als Tischler in landwirtschaftlichen Betrieben gearbeitet.

Seine Gesundheit ist heute nicht mehr die beste. Seine Frau kümmert sich um ihn, ohne die Hilfe eines Pflegediensts würde sie es aber nicht mehr schaffen. Die Familie der beiden ist groß, "jedoch überall verstreut ..." Zwei Töchter und einen Sohn haben Wesches, zehn Enkel und 13 Urenkel.

Bis vor etwa fünf Jahren haben Frieda und Willi Wesche ihre gemeinsame Zeit als Rentner auch noch sehr genießen können und sind viel gereist. "Aber nur innerhalb von Deutschland. Hier gibt es so viele schöne Ecken."