Genthin l Waschmittel, Seife, Zahnpasta... Der Inhalt der zahlreichen Beutel ist an und für sich unspektakulär und doch eine große Hilfe. "Die Geschenke verteilen wir an soziale Einrichtungen in der Stadt", erklärt Jugendhausleiter Bernd Neumann. Diese geben die Beutel weiter an sozial schwächere Menschen.

In diesem Jahr unterstützten die vier Jugendhaus-Praktikanten Marie Rolle, Vanessa Peschel, Niko Prese und Julian Auswitz die Vorbereitungen der Aktion. Sie sortierten die Lieferung, packten die Inhalte für die Beutel und machten die Geschenke abholfertig. "Langweilig finden wir das nicht, wir können uns ja nebenbei unterhalten", sagt Maria. "Ich denke, dass sich die Beschenkten darüber freuen, wenn sie die Sachen bekommen", schätzt Niko. Für die Jugendlichen steht die gute Idee im Vordergrund. "Man macht sich in unserem Alter noch nicht so viele Gedanken über soziale Schwierigkeiten", meint Julian.

Es sei gut, dass sie die Möglichkeit hätten, sich mit den sozialen Einrichtungen in der Stadt zu beschäftigen. Denn heute Nachmittag werden die vier 14- bis 19 Jährigen bei der Übergabe der Geschenke an den Verein für Suchthilfe und Prävention Aufbruch zu Gast sein. "Wir geben die Päckchen an die verschiedenen Selbsthilfegruppen in unserem Haus weiter ", erläutert der Vorsitzende des Vereins, Andreas Fehrecke. Von dort gehen sie an bedürftige Personen. "Für Menschen, die von ALG II oder einer kleinen Rente leben, sind die Geschenkbeutel mit Dingen des Alltags eine Hilfe, die eigenen Ausgaben zu begrenzen."

Seit Oktober war Neumann damit beschäftigt, die diesjährige Aktion vorzubereiten. "Ich habe den Bedarf in den Einrichtungen abgefragt und die Mengen an den Henkel-Konzern in Düsseldorf gemeldet." Die Kooperation ist ein Überbleibsel der Zeit, als Henkel noch in Genthin ansässig war. 1998 rief der damalige Henkel-Personalchef Rolf Maassen die Aktion ins Leben und konnte das Jugendhaus als Unterstützer gewinnen. "Damals haben wir bei uns im Haus 200 Beutel gepackt", erinnert sich Neumann. Mittlerweile ist diese Zahl auf 900 gestiegen und auch die Anzahl der teilnehmenden Einrichtungen ist auf 16 angewachsen. In diesem Jahr arbeitet das Morus-Haus unter anderem mit dem Bettenhaus (Zuckerfabrik), der Caritas-Sozialstation, dem Genthiner Betreuungsverein, dem Obdachlosenheim der Diakonie sowie dem Frauenhaus zusammen. Die gestiegene Zahl an Geschenken hat allerdings nichts mit einer höheren Bedürftigkeit in der Bevölkerung zu tun. "Heute machen einfach mehr Einrichtungen mit und daher werden auch mehr Geschenkbeutel verteilt."

Konnten in der Anfangszeit die Mitarbeiter des Morus-Hauses die Lieferung und Verteilung noch in der Einrichtung bewältigen, ist heute für die Abwicklung der Logistik ein ganzer Lagerraum notwendig. Dort sind die Pakete zum Verteilen bereitgestellt. Einige Teile werden noch nachgeliefert. "Wir können uns aber immer auf die Düsseldorfer verlassen", so Neumann. Die Zusammenarbeit funktioniere auch heute noch bestens. Beim Düsseldorfer Konzern weiß man, im Morus-Haus ist die Aktion in den besten Händen.