Die Weihnachtskonzerte des Genthiner Bismarck-Gymnasiums füllen seit Jahren die Aula mit einem begeisterten Publikum. Die Premiere der diesjährigen Aufführung reihte sich in diese Tradition ein. Insgesamt wird es fünf Vorstellungen geben.

Genthin l Wenn Chor und Instrumentalisten mit Kerzen in die abgedunkelte Aula einziehen und es erklingt das Lied "Sind die Lichter angezündet", weihnachtet es wieder. Dieses Ritual ist bei dem Konzert im Bismarck-Gymnasium, das seit dem Jahr 2001 veranstaltet wird, gesetzt.

Gleichwohl fanden Anke Held (Gesamtleitung) und Corina Wienmeister (Text) bei der Gestaltung des diesjährigen Programms eine gelungene Balance zwischen Tradition und Aufbruch zu Neuem.

Vor dem Erfolg stand wie in jedem Jahr harte Arbeit, nämlich ein einwöchiges Chorlager im November in Uelzen. Hier erhielten die Akteure übrigens von Schulleiter Volker Schütte Besuch, der sich ein Bild von der Probenarbeit machen wollte.

Stimmt: Gesamtpaket

Weihnachtskonzert

Darüber, dass sie von Erfolg gekrönt war, konnte er sich am Donnerstagabend persönlich überzeugen: Denn Anke Held ist es zweifellos erneut gelungen, ein in sich geschlossenes Programm zu präsentieren, das von einer gemeinschaftlichen Leistung getragen wurde.

Gute Solisten "stahlen dem Chor nicht die Show," sondern ordneten sich wohltuend in das "Gesamtpaket Weihnachtskonzert" ein. Ob Elias Schulze am Klavier mit "Zauberhafte Welt der Amelie", Klara Werner, Eric Richter und Klara Reichel mit "Oh happy day", oder Joachim Sack an der Orgel - im Programm herrschte Harmonie.

Wie in jedem Jahr sorgte die Chorleiterin dafür, dass in dem Konzert ein Mix aus Besinnlichkeit, weihnachtlicher Vorfreude, aber auch Spaß mit einer gehörigen Portion Jux nicht zu kurz kam.

Das Publikum ging mit, als Conrad Ritzke und Karl Giese das Lied "Rudolph, the red-nossed Reindeer" im frechen Out-fit vortrugen, oder der Chor bei "Winterwonderland", kräftig und voller Freude in die Tröten pustete.

Wie in jedem Jahr gab es einen verrückten Auftritt des männlichen Sängernachwuchses. Diesmal schmetterte er ein verrücktes "Hans bleib da", das von den Akkordeonspielern Anna Exner und Niklas Ritz begleitet wurde. "Bei solchem Lied muss nicht jede Note sitzen", witzelte die Chorleiterin.

30 (!) kleine Sänger des Kinderchores ließen die Lieder "Winterpracht" und "Still senkt sich die Nacht hernieder" erklingen. "Um Nachwuchs brauchen wir uns keine Sorgen zu machen", freute sich Anke Held über deren Auftritt.

Anspruchsvolle Chorwerke präsentierten die Gymnasiasten unter anderem mit den Liedern "Weihnacht, bitte wenden" und "Love may be". "Es gibt in jedem Weihnachtsprogramm immer drei bis vier qualitativ anspruchsvolle Lieder. Ich denke, wir kriegen das auch in diesem Jahr ganz gut hin", sagte Anke Held nach der Premiere.

Dass in diesem Schuljahr 15 Sänger neu zum Chor gestoßen sind und noch einige Quereinsteiger hinzukamen, war bei der Premiere bei diesen Klippen nicht spürbar.

Musikalisch wurde durch das Programm ein Faden mit dem Stück "Wer nur den lieben Gott lässt walten" gesponnen. Zum Auftakt erklang es ins-trumental, dann auf der Orgel und schließlich wurde es vom Lehrerchor vorgetragen.

Textlich gab es diesen roten Faden nicht vordergründig. Nichtsdestotrotz ging dies nicht zu Lasten des gesprochenen Wortes. In dem Weihnachtsprogramm werden selbstständige Geschichten und Gedichte zwischen den musikalischen Darbietungen erzählt und gespielt, die sozusagen "in sich ruhen". Vom kranken Paul, der Schneekristalle am Fenster beobachtet, vom Schneemann, der ohne geografische Kenntnisse mit seiner Schneefrau eine Reise in den Süden bucht, oder vom Weihnachtsfest, wie es die Enkelgenerationen erleben. Auch diese Texte bewegen sich im Spektrum zwischen heiter, besinnlich und originell.

Corina Wienmeister bewies wieder einmal ein sicheres Händchen bei der Besetzung der Sprechergruppe. Niklas Finzelberg, Katharina Perner und Fabian Breyer agierten selbstbewusst und sicher.

Passiert: Akkordeon

nicht bespielbar

Aber auch das passierte am Donnerstag: Die weihnachtliche Besinnlichkeit passte so gar nicht zu der Aufregung kurz vor Beginn der Aufführung, als das Instrument von Akkordeon-Spieler Niklas Ritz beim Ausladen zerschellte und nicht mehr bespielbar war. Besonderes Pech, denn Niklas hatte mit Anna Exner bei "Hans bleib da" seinen großen Auftritt. In buchstäblich letzter Minute stellte ihm dann Familie Hahm aus Genthin ein gleichwertiges Instrument zur Verfügung, mit dem er dann seinen Auftritt meistern konnte, ohne dass jemand die Panne bemerkt hätte.

Während Niklas` Geschichte im Verborgenen blieb, rückte Anke Held am Ende des Programms Josefine Nickl, sie spielt im kleinen Orchester die Klarinette, für einen Moment in den Mittelpunkt des Publikuminteresses. Denn Josefine Nickl hat mittlerweile zum achten Mal an einem Weihnachtskonzert des Bismarck-Gymnasiums mitgewirkt und absolvierte im Chorlager ein studentisches Praktikum. Dafür gab es Blumen.

Und natürlich für die Chorleiterin das traditionelle "Danke Anke", das die Chorsänger und Instrumentalisten hinausschmetterten.

   

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