Bereits beim Stiftungsfest am Pfingstsonnabend hatte Horst Mittendorf von Vorstand der Stiftung Kloster Jerichow darauf aufmerksam gemacht, dass die Stiftung dieses Jahr "zehn" wird. Am genauen Tag des Gründungsjubiläums gab es nun nochmal eine Festveranstaltung.

Jerichow l Es wurde klein angefangen, inzwischen wurden aber die "Dinge der Kindheit abgeschüttelt" und es sei beeindruckend, was jetzt da ist, sagte Torsten Ganz, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Kloster Jerichow und Mitarbeiter im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr. Er erinnerte daran, dass es anfangs auch kritische Stimmen gab, auch Widerstände im Kabinett, aber mit Minister Daehre auch einen prominenten Unterstützer. "Nach zehn Jahren kann man sagen: Die Stiftung ist eine Erfolgsgeschichte, und ich bin mir sicher, dass es gelingen wird, mit Ihrer Hilfe diese Erfolgsgeschichte zumindest ins nächste Jahrzehnt fortzutragen", richtete er das Wort an die Anwesenden.

"Wir mussten erstmal beweisen, dass wir wirtschaftlich überleben können, und das, glaube ich, haben wir ziemlich schnell geschafft", sagte Stiftungsvorsitzender Ulrich Rethfeld. Er stellte die Entwicklung kurz dar und ging dabei auf die beiden großen Projekte, die die Stiftung einen Riesenschritt voran gebracht haben - das Infrastrukturprojekt und das Projekt im Rahmen des Konjunkturprogramms, ein. Er erläuterte, dass die Neuverpachtung der Domäne und die Rückgabe der Brennereirechte es in entscheidendendem Maße ermöglichten, die notwendigen Eigenmittel aufzubringen. "Alles in allem haben wir so ungefähr fünf Millionen Euro in Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen investiert."

Rethfeld hatte eine vor einigen Jahren erstellte Broschüre mitgebracht, in der Ideen zur Nutzung von Teilen des Klosters zusammengefasst sind, und stellte nun erneut die Frage in den Raum: "Wie geht es denn nun weiter mit dem Kloster?" Er fügte an: "Wir haben diese vielen Vorschläge bisher nicht umsetzen können und vielleicht auch nicht umsetzten wollen, denn es gibt einen Beschluss, der sich auch aus der Satzung der Stiftung ergibt: Unser Auftrag ist der Erhalt der Klosteranlage und nicht der Betrieb eines europäischen Romanikzentrums oder eines monotheistischen Zentrums oder etwas anderem. Wir haben dann im Vorstand entschieden: Wir setzen voll auf die wirtschaftliche Entwicklung, und das haben wir gemacht. (siehe Interview)

Nun sei es an der Zeit, neben der bauhistorischen Bedeutung des Klosters "einen zweiten Leuchtturm" zu schaffen. Er warf, zum Teil auch ein wenig provozierend, einige Ideen ein und ermunterte die Anwesenden damit, ihre Vorschläge mitzuteilen.

Grüße von der Landesbischöfin überbrachte Propst Christoph Hackbeil, der von der Landeskirche ins Kuratorium entsandt worden ist. Hackbeil hob hervor, dass die Verbindung der Stiftung in die Region hinein wunderbar gewachsen sei, aber auch in die Kirchengemeinde hinein. Das Entscheidende sei, dass man wisse: "Hier ist ein ganz besonderer Ort!" Es sei unstrittig, dass es hier einen spirituellen Kern gebe, unabhängig davon wie hell ein Leuchtturm hier leuchtet. Dies sei ein Ort, der geeignet ist, um gesund zu werden.

Fast zehn Jahre Mitglied im Kuratorium war Lothar Finzelberg. Da diese Mitgliedschaft amtsbezogen ist, wurde er nun durch Landrat Steffen Burchhardt abgelöst, der aber wegen anderer Termine nicht kommen konnte. Finzelberg erinnerte an die Bedeutung Jerichows über Jahrhunderte: Es war schon früher Namensgeber für die Region und nach kurzer Unterbrechung auch wieder für den Landkreis. Er erinnerte auch daran, dass bereits zu DDR-Zeiten viel für den Erhalt des Klosters getan wurde, wenn auch die Möglichkeiten viel bescheidener waren. Mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre betonte er: "Ganz wichtig für den Erfolg war immer, dass wir eine sinnvolle Verbindung zwischen wirtschaftlichen Interessen und den Interessen der Kirche gefunden haben."

Monika Altenburg, viele Jahre ehrenamtliche Mitarbeiterin im Kloster, erinnerte dann auch an jene, deren Engagement die Stiftung erst möglich gemacht hatte - René Leudesdorff, Volker Rühe, der damalige Pfarrer Karsten Müller, Bürgermeister Harald Bothe, Museumsleiter Rolf Naumann und andere. "Sie gründeten den Förderverein, besogten Geld, als die Türme einzustürzen drohten..."

   

Bilder