Eine gute Tradition in der Vorweihnachtszeit ist das Kleinwusterwitzer Weihnachtsspiel. Dabei verbinden die Darsteller moderne und klassische Elemente. In diesem Jahr entspann sich das Geschehen rund um eine festliche Kaffeetafel.

Kleinwusterwitz l "Echt krass", fanden die beiden Mädchen. Eigentlich hatten sie sich die Zeit bis zur Bescherung mit Schmökern in einem Buch vertreiben wollen. Doch stattdessen erwachten die biblischen Figuren von Maria und Josef bis hin zu den Heiligen drei Königen zum Leben und vermittelten anschaulich die Weihnachtsgeschichte.

Seit einigen Jahren ist das Kleinwusterwitzer Weihnachtsspiel am dritten Advent ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit. In den vergangenen Wochen und Monaten haben dafür 20 Mitwirkende aus der Ortschaft fleißig geübt. "Wir haben nach dem Erntefest angefangen zu proben", erläuterte Heike Staschull, Vorsitzende des Fördervereins der Schinkelkirche, die die künstlerische Leitung übernommen hatte.

In diesem Jahr hatte Darstellerin Tatjana Reinecke das Stück eigens für die Aufführung geschrieben. "Wir haben sonst immer Stücke übernommen, aber die konnten wir nicht beliebig für unsere Zwecke umschreiben", sagt Heike Staschull. Autorin Tatjana Reinecke orientierte sich beim Schreiben nur wenig an den Stücken der vergangenen Jahre.

"Wir hatten ja immer sehr moderne Ausgangssituationen, etwa mit der Reisegruppe, die beim Jesuskind landet", erläutert sie. "Diesmal habe ich mich zurückerinnert, was zu meiner Zeit an Weihnachten aufregend war." Stöbern in Großmutters alten Schätzen auf dem Dachboden gehörte dazu. Aber auch das gespannte Warten auf die Bescherung. "Außerdem habe ich selbst eine Tochter und weiß, wie aufregend es am Heiligabend ist", sagt sie. Das war die Ausgangslage für das muntere Spiel, in dem die beiden Mädchen die Botschaft von Weihnachten erfuhren und was der wahre Sinn des Festes ist.

"Es geht nicht um die Geschenke, sondern um die Liebe der Menschen", sagten sie am Ende. Pfiffig hatten Nele Reinicke und Lisa Thiele durch die Geschichte geführt. Mittlerweile geht die Truppe sehr routiniert vor und weiß auch kleine Pannen zu überspielen. Der Posaunenchor Stremme begleitete auch in diesem Jahr die Aufführung mit verschiedenen Weihnachtsliedern und das Ensemble verabschiedete sich mit dem traditionellen "Feliz Navidat" von den zahlreichen Zuschauern.

Das Kleinwusterwitzer Spiel bestach auch durch die liebevolle Gestaltung der Kostüme. Sowohl Maria und Josef im Stall, als auch die Heiligen drei Könige waren in prächtige Kostüme gehüllt. Besonders auffällig war Herrscher Herodes. "Mein Gewand verleiht mir eine gewisse Würde", bestätigte Mayk Dehmel, der sich im Kostüm unter die Menschen auf dem kleinen Weihnachtsmarkt rund um die Schinkelkirche mischte. Dort versammelten sich die Besucher zu Glühwein und Flammkuchen und verbrachten einen gemütlichen Nachmittag.

In und um die Schinkelkirche wird es auch im kommenden Jahr wieder einige Veranstaltungen geben, mit denen nicht nur die Kleinwusterwitzer zusammengebracht, sondern auch weitere Mittel für die kommende Sanierung der ehrwürdigen Kirche gesammelt werden sollen.

Dort steht in absehbarer Zeit der zweite Bauabschnitt an. Im Zuge dieses Bauabschnittes sollen voraussichtlich die Wand- und Deckenmalereien erneuert sowie die Lichtkonzeption überarbeitet werden.

   

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