Einen festlichen Adventnachmittag verbrachten am Sonntag viele Menschen miteinander in der Steinitzer Dorfkirche. Schon seit einigen Jahren wird am 4. Advent hierher zum "Krippenspiel im Kerzenschein" eingeladen. Und es wird um Spenden gebeten zum Erhalt der kleinen Kirche.

Steinitz l Wunderbar feierlich wirkt die kleine Kirche so in warmes Kerzenlicht getaucht. Kerzen überall: in den Fensternischen, auf der Empore, auf der Kanzel, im Mittelgang, auf dem großen Adventskranz... Nur eine einzige kleine elektrische Handlampe ist dazwischen, damit die beiden Erzählerinnen ihren umfangreichen Text gut lesen können. So stimmungsvoll ist es, dass man den bröckelnden Putz und die großen Wasserflecke an den Wänden fast übersieht. Doch spätestens am Schluss, als die Anwesenden aufgerufen werden, beim Spenden doch recht großzügig zu sein, rückt der Grund dafür schnell wieder ins Bewusstsein.

"Nächstes Jahr wollen wir eine Dachrinne anbauen und den Turmanschluss sanieren", erklärt Claudia Braunschweig von der Kirchengemeinde. Denn das Nässeproblem muss jetzt am dringlichsten gelöst werden, ehe irgendwann weitere Sanierungsarbeiten folgen können.

Dachrinnen an Kirchen bewilligt zu bekommen, ist nicht ganz einfach. Früher gab es die in der Regel auch nicht, also entspricht der Anbau nicht den Vorgaben der Denkmalpflege. "Wir dürfen jetzt", ist Claudia Braunschweig froh. Denn noch wichtiger ist, das Gebäude überhaupt erhalten zu können. Und das wollen die Steinitzer und stehen deshalb voll dahinter, wenn wieder einmal eine Aktion für ihre Kirche gestartet wird - sei es beim Dorffest oder im Advent.

Allerdings würden es die Steinitzer allein unmöglich schaffen können - der kleine Jerichower Ortsteil hat nur ungefähr 35 Einwohner. In der Kirche waren am Sonntag sehr viel mehr Leute - sie war fast voll. Und das ist meist so bei diesem Anlass. "Wir haben in den vergangenen Jahren schon etwa 3500 Euro für diesen Sanierungsabschnitt gesammelt", berichtet Claudia Braunschweig. Die Kostenschätzung beläuft sich auf etwa 12 000 Euro. Da kommt dann noch einiges vom Kirchenamt.

Für die nächsten Schritte muss dann wieder von vorn angefangen werden. Auch wenn es dauert, die Spendenkasse erneut zu füllen - aufgeben werden sie nicht. Denn hier stehen wirklich alle Generationen dahinter.

Unterstützung an diesem Nachmittag hatten die Steinitzer auch vom Kirchenchor des Pfarrbereichs Jerichow, der allerdings nur in kleiner Besetzung dabei war. Denn auf die Empore, wo die Sängerinnen und Sänger Aufstellung genommen hatten, passen nicht so viele. Kantor Christoph Lehmann hatte zudem ein E-Piano hier oben aufgestellt, um den Adventnachmittag auch musikalisch begleiten zu können. Pfarrer Christof Enders war ebenfalls dabei.

Nach dem Krippenspiel blieben die meisten noch eine Zeitlang beisammen, denn im Vorraum waren Glühwein und Würstchen vorbereitet worden. Und natürlich gingen die Erlöse davon ebenfalls in die Spendenkasse.

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