Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter dem Kreismuseum Genthin. Insgesamt 3500 Besucher konnten gezählt werden. Hauptanziehungspunkt war die Ausstellung "Heeresbericht" mit Exponaten zum 1. Weltkrieg.

Genthin l Neben der ständigen Ausstellung zur Geschichte der Region zwischen Elbe und Havel wurden vier Sonderausstellungen gezeigt. Die erfolgreichste Schau war dabei "Heeresbericht - Schicksale im Ersten Weltkrieg - Edlef Köppen und andere". Damit konnte das Kreismuseum das Thema "Ausbruch des Ersten Weltkrieges" mit Regional- und Literaturgeschichte verbinden. Gemeinsam erarbeiteten die Mitarbeiter des Museums mit der Stadt- und Kreisbibliothek und dem Freundeskreis Edlef Köppen das Konzept der Schau, deren inhaltlichen Leitfaden Textauszüge aus Edlef Köppens Roman Heeresbericht bildeten.

Ergänzt wurde die Ausstellung mit zeitgenössischen Exponaten wie Kopfbedeckungen, Kriegsspielzeug und Feldpostkarten. Vom 1. März bis Ende September kamen über 1200 Besucher. Unter Ihnen waren beispielsweise Soldaten des Logistikbataillons 171 in Burg und eine Gruppe französischer Schüler, die im Rahmen der Städtepartnerschaft Burg und La Roche-sur-Yon die Stadt Genthin besuchten. Die französischen Gäste zeigten sich beeindruckt über die Aufarbeitung der Geschichte, die im Genthiner Museum betrieben wird. "Es ist sehr spannend, sich mit der Historie auf diese Weise zu beschäftigen", meinte eine französische Studentin nach dem Rundgang durch die Ausstellung.

Insgesamt zählte das Kreismuseum mehr als 3500 Besucher. Viele von ihnen äußerten sich ähnlich positiv wie die junge Studentin. Eintragungen im Besucherbuch des Kreismuseums belegen dies: "Sehr interessantes Museum, schön gestaltet und wissensbereichernd", ist nur ein Kommentar. Neben der Schau zum Ersten Weltkrieg gab es weitere Sonderveranstaltungen. Die Ausstellung "Mal ernst - mal heiter" zeigte Malerei von Walburg Spitzenberg und in der diesjährigen Weihnachtspräsentation sind noch bis Februar 2015 mehr als 3000 Modellautos aus verschiedenen Epochen zu sehen.

Nicht nur die Ausstellungen waren Anziehungspunkt, auch die Sammlungen fanden immer wieder große Beachtung. Es wurden mehr als 200 Anfragen gestellt. Einen besonderen Anteil hatten Kopien aus alten Zeitungen. Für diesen Bereich der Geschichtsforschung ist das Museum ein kompetenter Ansprechpartner, bewahrt es doch Tageszeitungen seit 1853 in seinem Bestand.

Auch gefragt waren historische Ansichten und alte Fotos aus der Region. Sie bilden wertvolle Quellen für unsere heutigen Nutzer, aber auch für künftige Generationen. Auch einige Neuerwerbungen konnten ihren Platz finden, darunter die ersten Marionetten der Marionettenbühne "Märchenvogel" von Hannelore Stephan aus Großwulkow, historisches Spielzeug aus Burg, ein schwarzes Hochzeitskleid aus Gladau, ein Fächer des Burger Malers Armin Timler oder die Fahne des Gemischten Chores Jerichow von 1926.

Akten, Fachbücher und andere Stücke aus seinem privaten Besitz übergab der ehemalige Museumsleiter Klaus Börner dem Museum als Schenkung. Doch auch die museumspädgogische Arbeit war ein Schwerpunkt. Das Museum spricht mit Ferien- und Informationsangeboten besonders Kinder und Jugendliche an. Sonderführungen für Schulklassen gehören genau so dazu, wie Bastel- und Mitmachangebote, die leicht verständlich bestimmte Epochen und Lebensweisen näherbringen. Die Aufarbeitung regionaler Geschichte und Ereignisse liegt besonders in den Händen der Ortschronisten. Sie tragen die museale Arbeiten in ihre Ortschaften und bringen neue Impulse ein.

Nicht zuletzt durch ihre Unterstützung konnte das Thema "Ziegelproduktion im Jerichower Land" beim Ortschronistentreffen im Frühjahr umfangreich umgesetzt werden. Mit dem Museumstreff wurde zudem eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, bei der historische Themen vertiefend betrachtet werden.

Das ginge nicht ohne die Unterstützung des Landkreises als Träger und die Kooperation mit anderen Institutionen. Auch über die Landesgrenze hinaus reichen die Beziehungen. Wie zum Freundeskreis Brandenburgischer Ziegeleigeschichte. In Kooperation mit dem Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde wurden Schiffertagebücher digitalisiert, mit dem Ziel, das Leben der Schifferfamilien auf der Elbe und dem Mittellandkanal zu dokumentieren.

Die Planungen für das kommende Jahr laufen bereits auf Hochtouren. Unter anderem gibt es eine Ausstellung zum 200. Geburtstag von Otto von Bismarck. Zum Themenjahr der Lutherdekade "Reformation - Bild und Bibel" wird Malerei von Dr. Marian Siwek mit illustrierten historischen Bibeln aus der Sammlung des Museums und des Kreisarchivs kombiniert.

Die Jahrestagung der Archäologischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt wird in Genthin stattfinden. Auch für die Museumspädagogik gibt es neue Angebote, beispielsweise die Beschäftigung mit historischen Bautechniken. Dazu wurde eine Fachwerkwand errichtet, an der man alte Lehmbautechniken üben und erfahren kann.

 

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