Das Johanniter-Krankenhaus Genthin stellt die Weichen für das neue Jahr. Mit neuer technischer Ausstattung und einem überarbeiteten Versorgungskonzept will der Träger die Signale auf Erhalt stellen.

Genthin l Die medizinische Versorgung durch das Genthiner Krankenhaus wird auch im kommenden Jahr in der bisherigen Form zur Verfügung stehen. Während einer der letzten Ausschusssitzungen dieses Jahres informierte Bürgermeister Thomas Barz die Ausschussmitglieder darüber, dass die Johanniter als Träger ihren Willen zum Erhalt des Hauses bekräftigt haben.

Das allein reicht für den Weiterbestand allerdings nicht. "Entscheidungen fallen immer zwischen dem Dreiergespann Landessozialministerium, Krankenkassen und Trägern", schränkt Prof. Dr. Ulrich Nellessen, Ärztlicher Direktor des Johanniter-Krankenhauses Genthin-Stendal, im Gespräch mit der Volksstimme ein.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Lippert und der kaufmännischen Leiterin des Johanniter-Krankenhauses, Constanze Dulich, informierte er über die derzeitigen Planungen.

Krankenhausplanung von 2004 gilt noch immer

Nach wie vor gelte die Krankenhausplanung aus dem Jahr 2004, worin festgelegt wurde, dass das Genthiner Krankenhaus mit der Fertigstellung des dritten Bauabschnittes des Johanniter-Krankenhauses in Stendal aus der akut medizinischen Versorgung herausgenommen werden soll. Die Bauarbeiten in Stendal laufen allerdings noch.

"Man musste 2004 Dinge voraussehen, die das Gesundheitswesen 2016 betreffen", erklärt Prof. Nellessen die Bemühungen seines Hauses, die Einrichtung in Genthin auch weiterhin zu erhalten. "Es ist allerdings schon ein bemerkenswerter Vorgang, wenn im Ministerium eine Überarbeitung dieser Pläne angedacht wird", stellt er fest.

Auch die Stadt ist in den weiteren Verlauf der Planungen eingebunden. Denn eine Lösung sei nur im Konsens zwischen Ministerium, Krankenkassen, Stadt und den Johannitern möglich.

Der Krankenhausträger hat in den vergangenen Jahren einiges für einen möglichen Erhalt getan. In den vergangenen Jahren wurde sukzessiv, aber nachhaltig das Personal verstärkt. So wurde unter anderem im vergangenen Jahr Dr. Bernd Falkenberg als neuer Chefarzt nach Genthin geholt.

Durch die neuen Fachleute ist der Umfang der medizinischen Versorgung gesichert worden. Besonders die Kardiologie und Unfallchirurgie sind Aushängeschilder des Krankenhauses. Im kommenden Jahr wird die medizinische Ausstattung mit einem neuen Computertomographen erweitert. Mit diesem Gerät können Untersuchungen durchgeführt werden, bei denen ein genauer Blick in den Körper möglich ist, ohne ihn wie bei einer Operation aufschneiden zu müssen. "Wir wollen den Patienten eine moderne Versorgung bieten", fügt Constanze Dulich hinzu. Dazu gehöre auch eine Zentrierung der Behandlung auf das Hauptgebäude. "Ab dem nächsten Jahr muss niemand mehr für eine Behandlung zwischen den Häusern wechseln."

Auch einige Renovierungsarbeiten seien schon umgesetzt worden. Diese Arbeiten werden 2015 fortgeführt, sodass alle Räume ein identisches Erscheinungsbild erhalten werden. Alle Zeichen stehen somit auf Weitermachen.

Keine dauerhaft roten Zahlen schreiben

Allerdings müsse dafür die wirtschaftliche Grundlage gegeben sein. "Wir müssen ein solches Haus auch unter ökonomischen Gesichtspunkten betreiben", führt Nellessen aus. "Wir können hier nicht dauerhaft rote Zahlen schreiben."

Allerdings lässt der ärztliche Direktor keinen Zweifel an der Notwendigkeit des Standortes. Bei einem Unfall sei den Patienten nicht zuzumuten, 30 Kilometer nach Burg oder 40 Kilometer nach Stendal transportiert zu werden. "Wir brauchen das Krankenhaus zur medizinischen Erst- und Grundversorgung", macht Nellessen deutlich.

Die Patientenzahlen sind trotz Bevölkerungsrückgang in den vergangenen Jahren stabil geblieben. "Letztlich entscheidet auch die Bevölkerung über den Erhalt, sie muss das Krankenhaus weiter wollen und auch die medizinischen Leistungen in Anspruch nehmen", sagt Prof. Lippert.

Ein Vorteil für das Krankenhaus ist die Möglichkeit, Mitarbeiter in Genthin und Stendal einzusetzen. "Wir können dadurch den Mitarbeiterbedarf an die Patientenzahlen anpassen", fügt Prof. Nellessen hinzu.

Insgesamt sei man vorsichtig optimistisch, was den Fortbestand des Genthiner Krankenhauses angehe. Wie sich die Gespräche entwickeln werden, darüber möchten die Verantwortlichen keine endgültige Prognose abgeben.

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