Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende. Die Stadt Genthin war geprägt von der Haushaltskonsolidierung, von wirtschaftlichen Impulsen, aber auch von kulturellen Großereignissen. Volksstimme-Redakteur Mike Fleske sprach dazu mit Bürgermeister Thomas Barz.

Volksstimme: Das wars, 2014 liegt hinter uns. Wie schätzen Sie das Jahr insgesamt ein?

Thomas Barz: Im Großen und Ganzen war es ein gutes Jahr für die Stadt Genthin, mit Einschränkungen.

Welche waren das?

Einschränkungen gibt es durch die Rahmendaten. Sie dürfen nicht vergessen, dass wir uns mitten in der Haushaltskonsolidierung befinden. Ich bin dankbar, dass der Stadtrat dieses Maßnahmenpaket so geschlossen mitträgt und dass wir bereits einen Haushalt für das Jahr 2015 auf den Weg bringen konnten. Mit einem Defizit von 3,8 Millionen Euro wird geplant. Dem gegenüber stehen Investitionen in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Mit der frühzeitigen Erstellung des Haushaltes sind wir als Stadt handlungsfähig und können Ausschreibungen starten. Dennoch waren besonders die Erhöhungen von Steuern und Gebühren keine leichten Entscheidungen.

Es waren auch keine angenehmen Folgen für die Bürger...

Das ist uns sehr bewusst. Wir hatten in diesem Jahr über eine Reihe von Beschlüssen zu befinden, die die Bürger besonders betreffen werden. Nehmen Sie die Erhöhung der Friedhofsgebühren, der Hundesteuer oder die Beteiligung der Vereine an den Betriebskosten der Sportstätten.

Mit den Sportstätten hatten Sie in diesem Jahr so Ihre Arbeit, oder?

Das ist wohl wahr. Dort sind einige Diskussionen geführt worden, die nicht immer angenehm waren. Mein Ziel ist es, in den nächsten Jahren alle Kindereinrichtungen, Schulen und Sportstätten in einen sanierten Zustand zu bringen. Im Rahmen von Stark III sollen noch vier weitere Anträge gestellt werden. Auch für die Sanierung der Sporthalle Uhland wollen wir uns erneut um Fördermittel bemühen.

Das werden die Sportler gern hören, Sie aber sicherlich auch an dieser Aussage messen. Sie haben in diesem Jahr aber auch fast unbemerkt von der Bevölkerung einige Änderungen umgesetzt.

Das ist richtig. Wir haben unter anderem die Hauptsatzung der Stadt Genthin nach der Änderung des Kommunalverfassungsgesetzes im Juli 2014 angepasst. Damit entspricht diese den örtlichen Gegebenheiten der Stadt Genthin und den Ortschaften. Zudem haben wir unsere interne Verwaltungsstruktur geändert und die Zahl der Fachbereiche von sieben auf drei verringert.

Ist die Stadt Genthin damit ein Vorreiter in Sachen Verwaltungsstruktur?

Eigentlich nicht. Das ist eine ganz klassische Struktur. Ich denke, dass hat auch bereits recht gut gegriffen. Auf lange Sicht wird sogar die Verringerung auf nur zwei Fachbereiche kommen. Wir werden langfristig sparen müssen und auch keine neuen Mitarbeiter mehr einstellen.

Gemischt war auch die Bilanz der Genthiner Wirtschaft.

Ja, wir haben lange um das Waschmittelwerk gebangt und es hat ein vorläufig gutes Ende gefunden. Anderseits konnte mit der Eröffnung des Solvay-Werkes und der Grundsteinlegung der Firma TCS eine weitere Stärkung des Wirtschaftsstandortes Genthin verzeichnet werden.

Ein völlig anderes Thema ist der Kulturbereich. Hier hat es in diesem Jahr einige herausragende Veranstaltungen gegeben. Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Natürlich die erfolgreiche MDR-Sommertour, für die wir in der Stadt eine umfängliche Vorarbeit geleistet haben. Unter anderem mit eigenen Entwürfen für Sicherheitskonzepte. Dort hat die Verwaltung ganze Arbeit geleistet. Letztlich wurde die Veranstaltung von der hohen Besucherresonanz getragen.

Wie prägend waren die Landesliteraturtage?

Ich denke, dass sich Genthin bei dieser Veranstaltung insgesamt gut präsentiert hat. Dass nicht alle 130 Angebote so gut angenommen wurden, ist schade. Dennoch gab es viele sehr gelungene Lesungen und Gespräche.

Bei den Filmkunsttagen haben Sie mit Devid Striesow einen neuen Freund der Stadt Genthin gewonnen.

Das will ich meinen, er ist vier Stunden länger geblieben, als er zunächst geplant hatte und war sehr vom Union-Kino angetan. Er wird Genthin wieder besuchen.

Was wird prägend für Genthin im Jahr 2015?

Ich denke, dass auch für uns die Bundesgartenschau in Brandenburg interessant sein wird. Zudem wollen wir in der Region die Zusammenarbeit zwischen den Städten Genthin, Jerichow und der Gemeinde Elbe-Parey verstärken.

 

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