Nach der Restaurierung der Apsis der Altenplathower Kirche, an deren Finanzierung auch der Förderverein mit einem Eigenanteil von 6000 Euro einen großen Anteil hatte, wird es um das Gotteshaus im Jahr 2015 weniger spektakulär zugehen. Gleichwohl wird sich, auch dank des Fördervereins, wieder etwas bewegen.

Genthin l Die Altenplathower Kirche, ein im Jugendstil errichtetes Gotteshaus, will aus dem Schatten ihrer großen Schwester, der Genthiner St. Trinitatiskirche, Schritt für Schritt heraustreten. Daran arbeiten die Mitglieder des Fördervereins Altenplathower Kirche schon seit geraumer Zeit.

Im kommenden Jahr, das macht dessen Vorsitzender Lars Bonitz aber auch klar, seien keine großen Sprünge wie in diesem Jahr möglich, weil sich die finanziellen Möglichkeiten des Fördervereins mit der jüngsten Sanierungsmaßnahme erschöpft hätten.

Für insgesamt 37 000 Euro wurden Schäden im Bereich der Apsis behoben und die hier befindlichen Malereien restauriert, so dass hier der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wurde. An den Gesamtkosten hatten sich der Kirchenkreis Elbe-Fläming, das Kirchspiel Genthin, aber auch zahlreiche Spender beteiligt.

"Hauptsorgenkind ist das Wasser, das in die Kirche eindringt."

Aber es gibt noch viele andere Stellen in und um die Kirche, die dringend angepackt werden müssen. " Hauptsorgenkind ist das Wasser, das in das Bauwerk eindringt. Dem müsste Einhalt geboten werden. Doch um hier zuzupacken, müssten wir in Fördertöpfe greifen können", sagt Lars Bonitz. Leider, so der Altenplathower, komme beispielsweise das Leader-Programm für die Kirche nicht in Frage, weil Altenplathow nun mal ein Teil der Stadt Genthin und keine ländliche Gegend sei.

Die Hände wird man deshalb jedoch nicht in den Schoß legen, sondern den Blick für das Machbare schärfen.

So steht für das neue Jahr die Sanierung des Denkmals auf dem Kirchhof, es wurde in Erinnerung der Toten des Ersten Weltkrieges errichtet, auf dem Arbeitsplan des Fördervereins.

"Wir werden demnächst Sicherheit am Denkmal schaffen."

"Ich befinde mich im Schriftwechsel mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und bin zuversichtlich, dass wir das Vorhaben anpacken werden", sagte Bonitz. Fällig sei es allemale. Das Denkmal müsse dringend gesäubert, grundiert und der Sockel verfugt werden. "Die lockeren Steine im Sockelbereich bilden zunehmend eine Gefahr, hier werden wir handeln und Sicherheit schaffen."

Der Förderverein sieht sich aber auch in der Pflicht, die Tradition und Geschichte des Gotteshauses weiterhin in die Öffentlichkeit zu tragen. So wolle er auch wieder die Sommerfeste beleben, bisher reduzierte sich das Zusammensein auf eine Kaffeetafel. Terminlich ist dieses Sommerfest am 20./21. Juni vorgemerkt. Der genaue Ablauf stehe allerdings noch nicht fest, sagte Lars Bonitz.

Im August, genau am 25. August, gibt es dann die Feierlichkeiten zum 111-jährigen Bestehen der Kirche, die unter den Gotteshäusern der Region Genthin zu den zeitgeschichtlich jüngsten gehört.

Dabei besaß die Kirche in Altenplathow einen romanischen Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert, der im 12. Jahrhundert erweitert wurde.

1535 wurde mit der Reformation aus dem bis dahin katholischen, ein evangelisches Gotteshaus. Anfang des 20. Jahrhunderts musste diese Kirche auf Grund gravierender Bauschäden abgerissen werden.

Am 27. April 1902 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung für die neue Kirche, die am 25. August 1904 eingeweiht werden konnte. In den Kirchenneubau wurde die romanische Grabplatte von Herrmann von Plotho, dem Gründer der Stadt Genthin, integriert. Diese Grablege wird heute auf Grund ihrer kunsthistorischen Bedeutung als eine Station auf der Straße der Romanik ausgewiesen, die bisher allerdings eher ein Geheimtipp blieb.

Das 111-jährige Bestehen der Altenplathower Kirche wird Besuchern bereits im Frühjahr ins Auge fallen. Denn der Förderverein hat dafür gesorgt, dass 111 Tulpenzwiebeln auf dem Kirchplatz gesteckt wurden, eine Tulpe erblüht für jedes Jahr, das die Kirche begleitet hat. "Eigentlich sind sogar 120 Tulpenzwiebeln in die Erde gekommen. Wir wollten damit dem Fall vorbeugen, dass nicht jede blüht", sagt Lars Bonitz.

Neben diesen Feierlichkeiten will sich der Verein auch weiterhin der Gewinnung weiterer Mitglieder bemühen. Zurzeit stehen die Vorzeichen mit einem Mitglieder-Durchschnittsalter von 68 Jahren fast hoffnungslos auf Überalterung. "Das muss sich ändern. Wer in unserem Verein mitwirken will, muss nicht gläubig oder Mitglied der Kirche sein". Da gebe es sicherlich noch Vorbehalte, die allerdings unbegründet seien. Die Altenplathower Kirche solle vielmehr als ein Stückchen Heimat, ein Teil der Geschichte Altenplathows wahrgenommen werden, wirbt der Vereinsvorsitzende um neue Mitglieder. Er selbst folgte auf den langjährigen Vorsitzenden Werner Zitz, der aus Altersgründen sein Ehrenamt aufgab.

Derzeit engagieren sich im Förderverein Altenplathower Kirche 28 Mitglieder.

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