Genthin l Aus dem Genthiner Veranstaltungskalender ist sie nicht wegzudenken: Caroline Lange. Die Kartoffelkönigin repräsentiert ihre Stadt nicht nur bei Festen in der Region, sondern auch bei Veranstaltungen jenseits des Kanals. "Und das immer mit einem Lächeln im Gesicht. Mit Spaß und mit Herzblut", lobt Touristinfo-Chefin Marina Conradi.

Doch wie war das eigentlich, als aus Caroline Lange Königin Caroline die I. wurde? "Von der damaligen Kartoffelkönigin Ivonne Renner erfuhr ich 2011, dass sie aufhören will. Schnell war die Idee von einer eigenen Kandidatur geboren", erzählt Caroline. Die 27-Jährige ist ein Familienmensch und so wurde natürlich auch deren Rat eingeholt. "Mutti war skeptisch, Papa begeistert. Auch die Freunde zeigten mit dem Daumen nach oben." So stand der Bewerbung nichts mehr entgegen.

Dass die erfolgreich war, zeigt ein Blick in die Genthiner Geschichtsbücher. Seit 2011 ist Caroline Lange ehrenamtlich als Kartoffelkönigin tätig. Was nach einem lässigen Job im schicken Kleidchen klingt, ist Knochenarbeit.

Wenn andere sich am wohlverdienten Wochenende morgens nochmal unter die Decke verkriechen, heißt es für Caroline aufstehen und zurechtmachen. Etwa 1,5 Stunden braucht sie, um die Königin in sich zu wecken. "Die meiste Zeit geht für die Haare drauf. Locken oder Hochsteckfrisur machen eben Arbeit." Auch in die riesige Robe ist man nicht in fünf Minuten geschlüpft. "Immerhin kann ich es inzwischen dank Reißverschluss alleine und brauche keine Hilfe mehr", sagt sie lächelnd.

Dieses Lächeln ist ihr Markenzeichen. Caroline lächelt eigentlich immer. Ob bei einem 14-Stunden-Tag auf Spargel-, Bollen-, Elbauen- oder Kartoffelfest, beim Neujahrsempfang, bei der Grünen Woche... Sie lächelt, wenn sich der Zeitplan verschiebt und aus dem 14- ein 16-Stunden-Tag wird und sie lächelt bei Misserfolgen. Davon gab es 2014 nicht viele, zu nennen wäre vielleicht, dass sie es nicht in den Stadtrat geschafft hat. "Bereut habe ich die Kandidatur trotzdem nicht. Und ich bin stolz, dass so viele Leute für mich gestimmt haben, auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat." Wiederholung des Versuchs nicht ausgeschlossen. Was vielen verborgen bleibt: Neben ihrer Tätigkeit als Königin ist sie auch politisch aktiv und sitzt als sachkundige Einwohnerin im Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss.

Außerdem trifft man sie auf vielen Veranstaltungen in Genthin. Sei es als Wahrsagerin beim Spuk im Turm oder als Bastelgehilfin auf der Weihnachtsstraße.

Alles ehrenamtlich. Obwohl Caroline Lange auch hauptberuflich einiges um die Ohren hat. Seit fünf Jahren arbeitet die Genthinerin als Erzieherin im DRK-Hort der Grundschule "Ludwig Uhland".

"Ich liebe meine Stadt", sagt Caroline Lange über Genthin. "Darum macht es mir Freude, sie zu repräsentieren und bekannter zu machen." Deshalb sagte sie auch sofort ja, als 2013 die Frage nach einer Verlängerung der Amtszeit im Raum stand. "Man erlebt immer wieder neue Sachen", begründet sie. Und nennt den Dreh mit dem MDR für einen Kartoffelfest-Werbespot und die Fahrt in die polnische Partnerstadt Radlin als Höhepunkte. "Man kommt viel rum und lernt tolle Leute kennen." Bei Veranstaltungen außerhalb muss sie oft Fragen über die Kartoffel und die Kanalstadt beantworten. Ihr Loblied auf Genthin geht so: "Es ist eine sehr naturverbundene Stadt, die Radwege an der Elbe sind toll. Die Perle am Kanal eben." Auch ihre Freizeit verbringt sie oft hier. "Wir habe eine Schwimmhalle und ein Kino. Welche Kleinstadt kann das schon von sich sagen?"

Noch ist Caroline ungebunden, ob sich das Amt der Königin mit einer Familie verbinden lässt, stellt sie in Frage. "Oft ist man das ganze Wochenende unterwegs. Ob das mit Kindern und Partner funktioniert, weiß ich nicht." Ausschließen will sie auch das nicht. "Es gibt genug Hoheiten, die kriegen das hin."

Wer ist ihr Lokalmatador? Coupon ausschneiden und Kreuzchen machen. Nur Originalcoupons sind gültig. Abstimmen lohnt sich. Wir verlosen wieder attraktive Preise, zum Beispiel ein romantisches Dinner.