Genthin l Mit einem feierlichen Orgelkonzert wurde am Sonntag das alte Jahr verabschiedet. 50 Besucher schlossen sich der Veranstaltung in der Genthiner Trinitatiskirche an. "Eine liebgewonnene Tradition", sei die Veranstaltung, sagte Eva Rohmann vom Genthiner Kunstverein, als sie einige Worte an die Zuhörer richtete.

Zum ersten Mal war an dieser Stelle die junge Musikerin Solveig Weigel zu hören. Sie studiert an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig im Fach Kirchenmusik und präsentierte Stücke aus verschiedenen Epochen. Werke des Barock waren genauso zu hören wie Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert.

Das bekannte Meisterwerk "In dulci jubilo" von Dietrich Buxtehude bildete den wohlklingenden Auftakt des Konzertes. Das bekannte Kirchenlied aus dem 14. Jahrhundert fand nicht nur in der barocken Fassung Eingang in das Konzert, sondern auch in der nicht minder bekannten Umsetzung "Die Hirten an der Krippe" von Franz Liszt. Feierlich klang da die Orgel wohltönend und oft sehr sanft. Auch bei Gerhard Bunks Sieben Variationen über "O Sanctissima", oder bekannt auch als eines der Weihnachtslieder schlechthin "O du fröhliche".

Spannend war es zu hören, wie sich die verschiedenen Fassungen entwickelten, wie sich die Melodie aus den oft ganz unterschiedlichen Harmonien immer wieder herausschälte. Daneben präsentierte Weigel auch Auszüge aus ihrem Examensprogramm, das sie im Februar spielen wird. Darunter die Pasorale "Gesù bambino" von Pietro a. Yon, die die junge Organistin mit einer schwebenden Leichtigkeit präsentierte. Yon wird hierzulande nicht so stark gespielt, dabei gilt er als einer der bedeutendsten Kirchenmusiker der USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein weiteres Stück aus dem Examensrepertoire, Sigfrid Karg-Elerts zweite sinfonische Kanzone, war hingegen ein eher dramatisches Werk voller Wendungen, bei dem Weigel der Genthiner Orgel einiges abverlangte. Das traditionelle Konzert zwischen den Jahren veranstaltet die evangelische Kirchengemeinde, der Genthiner Kunstverein und die Stadt.

In diesem Jahr war eigentlich Felix Mende aus Leipzig angekündigt, der aber kurz vor seinem Gastspiel in Genthin erkrankte. Seine Studienkollegin Solveig Weigel sprang ein und war mehr als ein Ersatz. Die Besucher hörten ein vielfältiges Programm, das das Können der Leipzigerin deutlich zutage treten ließ.

Es war ein wunderbares Konzert, so das Fazit der Zuhörer. "Ich hoffe, dass ich irgendwann zurückkommen darf", meinte die Musikerin. Vielleicht sogar als frischgebackene Kantorin, dass ist das Berufsziel von Solveig Weigel.