Mittendrin in den Arbeiten zu seiner Dokumentation "Genthin von oben" ist Filmemacher Matthias Paeper. Doch die Zuschauer müssen sich noch gedulden. Neues Material und neue Technik sorgen für eine Verzögerung der Fertigstellung.

Genthin l Eigentlich sollte die Genthin-Dokumentation schon auf der Schlussgeraden sein. "Keine Angst, der Film ist auch weiterhin in Arbeit, da kommt was", beruhigt Matthias Paeper. Die Verzögerungen seien einfach zu erklären. "Aufgrund der Berichterstattung im vergangenen Jahr haben sich einige Leute gemeldet, die mir weiteres Material zur Verfügung gestellt haben.

Die Altenplathowerin Heidrun Schulze etwa, die alte Genthiner Ansichten aus einer Postkartensammlung beisteuern konnte. Mehr als 20000 Exemplare hatte ihr Vater in vielen Jahren zusammengetragen. Darunter einmalige Erinnerungen an das Genthin von früher, etwa eine alte Aufnahme von der Poststraße. An den Häusern fallen die Türme auf, die bei einem starken Sturm kaputtgingen. "Diese Ansichten sind für meine Arbeit natürlich ein wahrer Schatz", sagt Paeper. Allerdings muss das Material gesichtet, sortiert und digitalisiert werden. Eine zeitaufwendige Arbeit.

Die Kunstgeschichtsstudentin Doreen Ryssmann konnte weitere Materialien beisteuern, hat sie doch ihre Masterarbeit über die Geschichte des Genthiner Volkspark verfasst und sich dabei insbesondere mit dessen Gestalt im 19. Jahrhundert befasst. "Es gibt dabei einige interessante Fakten zum Landschaftsgarten von Peter Joseph Lenné oder der ehemaligen Pieschel´schen Fabrik, in der heute die Firma Blume und Raneberg ansässig ist", erläutert die 27-Jährige. Konsequenz für die Arbeit von Matthias Paeper: Noch mehr lesen, befragen und abgleichen. "Ich habe den Anspruch, die Fakten vernünftig darzustellen." Nichts sei schlimmer, als nach Veröffentlichung des fertigen Films feststellen zu müssen: "Da ist was falsch." Gerade bei dem Werk über seine Heimatstadt wolle er nicht schludern, meint der 38-Jährige.

Teil des höheren Anspruchs sei auch, dass die Luftaufnahmen, die den Schwerpunkt der Dokumentation bilden, von einem professionellen Drehteam in Angriff genommen werden sollen. Ursprünglich wollte Paeper diesen Teil des Films selbst in die Hand nehmen. "Bei Probeaufnahmen habe ich schnell gemerkt, dass man für wirklich gute Ergebnisse eine andere Technik benötigt."

Also wird wieder verhandelt - mit potenziellen Geldgebern, denn für den Film ist ein niedriger fünfstelliger Betrag eranschlagt und mit Kameraleuten, die die notwendige Technik bereitstellen können. Die neue Situation hat zur Folge, dass sich die Pläne für die Fertigstellung um gut ein Jahr verschieben können. "Wir werden für die Luftaufnahmen besseres Wetter abwarten, da wird es Frühjahr oder Sommer werden", schätzt Paeper.

Danach geht es in die Postproduktion, wo unter anderem die sogenannte 2,5 D-Technik zum Einsatz kommt. Dabei wird aus einem flachen zweidimensionalen Bild mittels Technik ein filmisches Diorama, in dem sich die Kamera bewegen kann. Dazu kommen auch Arbeiten wie Schnitt, Sprechtexterstellung und die musikalische Untermalung. Es ist also ein umfangreiches, anspruchsvolles Werk, das in den kommenden Monaten entstehen soll.

Daneben ist Paeper auch weiterhin Kopf seines Kölner Grafik-Design Studios, mit dem er bereits für ARD, ZDF und Vox gearbeitet hat. Dennoch macht er deutlich: "Als Ur-Genthiner ist die Kanalstadt auch nach 15 Jahren in Köln immer meine Heimat geblieben."

Immer wieder kehrt er gern in die Heimat zurück. In diesem Jahr wiederum für die Dreharbeiten zur "Genthin von oben"-Dokumentation. Die am Ende nicht nur im Union-Kino Premiere feiert, sondern auch auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wird.

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