Am Sonnabend soll Erich Ruff, jahrzehntelang Chef der Abteilung Tischtennis des Güsener HC, offiziell zum Ehrenpräsidenten ernannt werden. Dabei sein wird auch Minister Holger Stahlknecht. Als Abteilungsleiter verabschiedet wurde Ruff bereits im Dezember.

Güsen l Als sich die Mitglieder der Abteilung Tischtennis des Güsener Handballclubs diesmal zu ihrer Jahresabschlussveranstaltung in der "Roxy" zusammengefunden hatten, lag ein wenig Schwermut in der Luft. Denn es war eine wahrhaft historische Stunde, wie sie wohl nur wenige Sportvereine erleben. Etwa ein halbes Jahrhundert lang stand Erich Ruff an der Spitze des Güsener Tischtennis-Sports, hat diesen geprägt und sowohl zur sportlichen Entwicklung als auch zur stetigen Verbesserung der Bedingungen beigetragen.

Erich Ruff ist stolze 87 Jahre alt und eigentlich immer noch zu jung, um sich ganz und gar in den Ruhestand zu verabschieden. Seinen Tischtennis-Freunden wird er auch weiterhin die Treue halten und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Fußstapfen, die er an der Spitze der Abteilung hinterlässt, sind groß - so groß, dass sozusagen drei Nachfolger hineinpassen: Thomas Krischker ist neuer Abteilungsleiter, unterstützt von zwei Stellvertretern - Stephan Heise und Olaf Drews. Denn für die jungen, noch berufstätigen "Nachrücker" ist es kaum zu schaffen, all die Arbeit, die Erich Ruff bisher erledigt hat, allein zu schaffen, weiß Krischker.

Zum letzten Mal hat Erich Ruff an diesem Abend die Versammlung eröffnet und dabei auch ein wenig Rückschau gehalten. Er erinnerte daran, dass sich in Güsen bald nach dem zweiten Weltkrieg die Gruppen Handball, Volleyball, Wassersport und Tischtennis bildeten. Mit der Gründung der Sportgemeinschaft "Lokomotive" im Jahr 1953 eröffnete sich auch für die Tischtennisfreunde die Möglichkeit, an Punktspielen teilzunehmen. Damals habe es im Kreis Genthin zwölf Mannschaften gegeben, unter denen die Güsener immer eine gute Rolle spielten.

Erich Ruff erinnerte auch an die Gründer des Güsener Tischtennis: Paul Lindecke, Fritz Schulz, Helmut Karbe sowie Gerhard Krüger, der an diesem Abend auch dabei war.

Insgesamt standen im Laufe der Jahrzehnte auf der Mitgliederliste des Güsener Tischtennis 85 Namen - immer wieder kamen neue Mitglieder dazu, während andere wieder gingen. Einige hob Erich Ruff hervor: Franz Udelett, Gerhard Müller, Kurt Bodendorf, Reiner Fahlich.

Heute: 19 Mitglieder, eine Mannschaft im Spielbetrieb

Heute gehören 19 Mitglieder zur Abteilung, von denen sich 14 an Wettkämpfen beteiligen. Stammspieler sind Stephan Heise, Thomas Krischker, Norbert Belitz und Olaf Drews. Andere springen zur Vertretung ein. Denn im Moment hat der Güsener Tischtennis nur noch eine Männermannschaft im Spielbetrieb, das allerdings sehr erfolgreich: Sie ist Tabellenführer in der Kreisliga Nord.

Es gab auch Zeiten, in denen drei Männermannschaften und eine Jugendmannschaft aktiv gespielt haben, erinnerte Erich Ruff. "Es war eine schöne Zeit!"

Und er erinnerte an die wechselnden Spielstätten: in einer ehemaligen Gaststätte, dann in der alten Schulbaracke, in der Sportbaracke auf dem Gelände des heutigen Kastanienhauses, im Schwellenwerk, zuletzt in der Tischtennisbaracke und nun in der neuen Halle, in der die Spielbedingungen hervorragend seien.

Viele Dankesworte wurden an diesem Abend gesprochen, ein Pokal, ein großer Präsentkorb und ein großer Bilderrahmen mit Erinnerungen wurden Erich Ruff zum Abschied überreicht.

Großen Dank und Anerkennung zollen nicht nur die Tischtennisfreunde "ihrem" Erich Ruff, sondern auch die anderen Mitglieder des Güsener HC. Deshalb wird es am kommenden Sonnabend im großen Rahmen diese besondere Ehrung geben. Innenminister Holger Stahlknecht, der auch für den Sport im Land zuständig ist, wurde dazu eingeladen und hat zugesagt. Er ist nicht zum ersten Mal beim Güsener HC zu Gast. Um 16.30 Uhr ist Treff in der Sporthalle.