Der schönste Tag im Leben: 65 Paare erlebten ihn in den Standesämtern der Stadt Genthin. Außerdem wurden zwei Lebenspartnerschaften geschlossen. Dabei glich keine Eheschließung der anderen.

Genthin l Wenn aus dem Standesamt in Genthin ein frisch getrautes Paar tritt, sind ihm Schaulustige gewiss. Konfetti- oder Reisregen, Stammdurchsägen, Tauben oder Luftballons in die Lüfte steigen lassen, aber auch sogenannte Ehetauglichkeitsprüfungen lassen die Hochzeit zu einem freudigen Spektakel für jedermann werden.

Meist stehen dann auch noch die Standesbeamtinnen Petra Koschnitzke und ihre Kollegin Nicole Lehmann im Hintergrund und beobachten amüsiert, aber dezent das bunte Treiben.

65 Paare haben die Beiden im vergangenen Jahr getraut und zwei Lebenspartnerschaften, eine weibliche und eine männliche, begründet. Die Freude am Heiraten, das bestätigt auch das Jahr 2014, kennt keine Altersgrenze. Sogar ein Pärchen jenseits des 60. Lebensjahres gelangte in der Abgeschiedenheit des Büros des Standesamtes sicher in den Hafen der Ehe.

Die früheste und die späteste Trauung

Bei der Vergabe von Eheschließungsterminen erfüllten die Standesbeamtinnen im zurückliegenden Jahr auch eher ungewöhnliche Wünsche. Am 16. Juni ließ sich ein Paar früh um 8 Uhr zur besten Frühstückszeit trauen, nur kurze Zeit später, am 20. Juni, entschied sich ein Paar für eine abendliche Eheschließung um 17 Uhr. Für einen Freitag sei das eine ungewöhnlich späte Zeit gewesen, so die Erfahrung der beiden Standesbeamtinnen.

Aber auch das gab es im vergangenen Jahr: Zwei Paare bezeugten ihr Ja-Wort gegenseitig, allerdings in zwei getrennten, aber aufeinanderfolgenden Zeremonien.

Die bewegendsten Momente

Wenn es um die bewegendsten Momente der Eheschließungen 2014 geht, führen die Standesbeamtinnen zwei Episoden an.

So umrahmte der achtjährige Sohn eines Paares bei einer Trauung auf Schloss Dretzel das Eheversprechen seiner Eltern auf der Geige. Ihm wurde Einiges abverlangt: Er musste sogar ein Stück zusätzlich spielen, denn seine Eltern hatten die Eheringe vergessen und mussten sie noch aus dem Brautauto holen lassen. Das romantische Schloss Dretzel wurde übrigens im zurückliegenden Jahr von 13 Paaren für ihre Eheschließung ausgewählt.

"Als total süß" hat Petra Koschnitzke die Trauung in Erinnerung, als eine Braut von ihrem zehnjährigen Sohn in den Trausaal geführt wurde. "Irgendwie standen in dieser Hochzeitsgesellschaft keine Männer für diese Aufgabe zur Verfügung", so dass der Zehnjährige diese Aufgabe übernahm, sagt Petra Koschnitzke.

Die originellste Heirat

Das Prädikat "originell" verdiente sich 2014 die Vermählung eines Paares, in dessen Familie der 29. August als Hochzeitstag gesetzt ist. Das junge Paar, die Tradition geht zurück auf die Braut, wechselten die Ringe nunmehr in vierter Generation ausgerechnet an diesem Sommertag.

Wenn es jedoch um originelle Hochzeitsrobe geht, führt Petra Koschnitzke ein Pärchen ein, das eine Mittelalterhochzeit feierte.

Apropos originell. Für dieses Jahr verspricht der 15.05.2015 ein gefragtes Heiratsdatum zu werden. Petra Koschnitzke sieht diesem Datum allerdings gelassen entgegen. Es gebe Interessenten. Da dieses Datum auf einen Freitag falle, werde man alle Terminwünsche erfüllen können, ist die Standesbeamtin zuversichtlich.