Vielversprechend hat in Güsen das neue Jahr begonnen. Nicht nur die schöne Winterwanderung der Waldfreunde und das nachgeholte Weihnachtsbaumverbrennen des Feuerwehr-Fördervereins haben am Wochenende stattgefunden, sondern am Vorabend auch ein erstes Treffen von Vertretern zahlreicher Vereine, Gruppen und Institutionen des Ortes.

Güsen l Ortsbürgermeister Dr. Helmut Preuß hatte in den Schulungsraum der Feuerwehr eingeladen und war erfreut über die gute Beteiligung, die rege Diskussion und die Bereitschaft, gemeinsam allerhand anzupacken im Dorf. Drei Schwerpunkte hatte er auf die Einladung geschrieben: 1. die im Jahr 2021 bevorstehende 800-Jahr-Feier und eine mögliche Gründung eines Fördervereins, auch in Vorbereitung darauf, 2. die Zukunft des alten Güsener Festplatzes, der sehr verwahrlost ist, und 3. die im Juni bevorstehende Feier der beiden Sportvereine, die beide 25 Jahre alt werden.

Engere Zusammenarbeit von allen gewünscht

Das Fazit der konstruktiven Diskussion zum ersten Punkt war: Alle wollen eine engere Zusammenarbeit, wollen wieder mehr Kultur ins Dorf bringen, gemeinsam Veranstaltungen organisieren und etwas bewegen. Ob dazu ein weiterer Verein - egal, ob Heimatverein, Förderverein oder anders genannt - gegründet werden sollte und kann, wird die Bereitschaft von Bürgern des Dorfes, sich "vor den Karren zu spannen" und einzubringen, entscheiden.

Der Gedanke ist nicht neu, erinnerte Elisabeth Scheck, die schon längere Zeit Mitglied im ehemaligen Güsener Gemeinderat und später Ortschaftsrat und nun stellvertretende Ortsbürgermeisterin ist: "Seit wir nur noch Ortsteil sind, geht es schon darum, einen Verein zu gründen, um das kulturelle Leben zu erhalten. Das Problem ist, jemanden zu finden, der sich den Hut aufsetzt!" Sie betonte auch, dass ein solcher Verein auf keinen Fall bereits bestehenden Vereinen irgend etwas wegnehmen würde, sondern noch genug weitere Aufgaben hätte. Unter anderem führte sie auch die Ortschronik an, die lange nicht mehr weitergeführt wurde.

Hans-Werner Tusch, Vorsitzender der "Natur- und Waldfreunde", fände eine solche Vereinsgründung einwandfrei, sieht aber auch die praktischen Probleme. "Der Nachwuchs fehlt jetzt schon überall bei den Vereinen." Er plädiert dafür: "Wir sollten uns in dieser Form regelmäßig treffen."

Caroline Gäde, Ortswehrleiterin und Vorsitzende des Feuerwehr-Fördervereins, erinnerte daran, wie gut es bei der 100-Jahr-Feier der Güsener Feuerwehr geklappt hatte, das ganze Dorf mit einzubinden: "Wir hatten ein Gremium gegründet mit einem Vorsitzenden, bei dem alle Fäden zusammenliefen. So könnten wir es auch bei der 800-Jahr-Feier machen."

Gremium 800-Jahr-Feier, eventuell Heimatverein

Klaus Tuchen vom Feuerwehr-Förderverein unterstützte diese Variante auch, warf aber zugleich die Frage auf, ob zum Einwerben von Fördermitteln und Spenden nicht doch ein Verein erforderlich wäre.

Funktionieren würde es freilich auch, wenn diesen Part ein bestehender Verein, zum Beispiel die Waldfreunde, übernimmt, sagte Helmut Preuß. "Wir als Ortschaftsrat dürfen es nicht!" Er unterstrich aber, dass es ihm mit der Vereinsgründung nicht nur um die 800-Jahrfeier gehe, sondern insgesamt um die Koordinierung des kulturellen Lebens im Dorf.

Rainer Linnecke (SV Germania) betonte: "Es wäre gut, eine Basis für alle Vereine in Güsen zu schaffen." Dies könnte ein neu gegründeter Verein sein, der sich dann auch für die anderen um bestimmte Sachen kümmert. Denn es werde noch allerhand auf die Kommunen zukommen, mahnte er und meinte unter anderem die Beteiligung der Vereine an den Betriebskosten.

Hier setzte auch Raimer Franz, Vorsitzender des Güsener HC, an und sagte sinngemäß, dass es an sich schon erfreulich wäre, wenn einige Vereine im Jahr 2021 (zur 800-Jahr-Feier) überhaupt noch existieren. Denn was da für Summen im Gespräch seien, die die Sportvereine als Betriebskostenanteil zahlen sollen, sei erschreckend.

Dass die Güsener Vereine sich künftig öfter treffen, könne er nur unterstützen.

Alter Festplatz: Erstmal Grundberäumung nötig

Wie es mit dem alten Güsener Festplatz weitergehen soll, wurde ebenfalls rege diskutiert. Zunächst einmal müssten dort grundlegende Aufräumungsarbeiten erfolgen, auch um der Verkehrssicherung zu genügen, waren sich die Anwesenden einig. Dies habe er schon wiederholt beim Èlbe-Pareyer Gemeindeamt angemahnt, betonte Helmut Preuß. Er habe vor, die Güsener im April zu einem Einsatz aufzurufen, um den Platz erstmal wieder einigermaßen herzurichten. Zuvor müsse aber die Grundberäumung durch die Gemeinde erfolgen. Denn der Platz sei nicht nur ein Schandfleck, sondern auch eine Gefahrenquelle.

Ob der Platz aber wieder als Festplatz in früherer Form hergerichtet werden sollte und könnte, wurden von mehreren Anwesenden in Frage gestellt. Zu viel ist schon kaputt, unter anderem die Schallwand der Bühne, auf denen die Jagdhornbläser einst tolle Konzerte gaben.

Besser sei es, den Marktplatz für Feste zu nutzen, zusammen mit den Sanitäranlagen der Sporthalle, und hier vielleicht einen Bolzplatz für Kinder und Jugendliche anzulegen. Denn einen Jugendklub gebe es ja nicht mehr. Doch darüber sollte dann erstmal mit denen, die einen solchen Platz auch nutzen würden, gesprochen werden - mit der Jugend. Und wenn der Wunsch da sei, sollten die jungen Leute auch selbst mithelfen, meinte Caroline Gäde. Denn dann würden sie das Entstandene auch achten und die Chance, dass der Platz länger in gutem Zustand bleibt, wäre größer...

25 Jahre GHC und Germania - Dorffest für ganz Güsen

Zum dritten Schwerpunkt der Gesprächsrunde - dem Fest zum 25-jährigen Bestehen der beiden Sportvereine "Germania" und "Güsener HC" - gab Peter Schwarz vom Güsener HC einige Informationen. Am 27. und 28. Juni soll das Jubiläum gefeiert werden. Es wurde ein Organisationsteam mit je drei Sportfreunden pro Verein gegründet, und vom Ortsbürgermeister Dr. Helmut Preuß gebe es große Unterstützung.

"Wir wollen am 27. Juni ein großes Dorffest veranstalten", kündigte Peter Schwarz an. "Und wir möchten gern, dass sich die anderen Vereine daran beteiligen." Auch verschiedene sportliche Aktivitäten sollen stattfinden, zum Beispiel sollen Dorfmeister in verschiedenen Sportarten ermittelt werden. Hierbei sei geplant, dass sich die Sportabteilungen den Bürgern öffnen und jeder mal hineinschnuppern kann.

Und noch andere Höhepunkte der nächsten Zeit wurden angekündigt: "Wir werden in der Woche vom 8. bis 13. Juni unseren Spielplatz einweihen", kündigte Kita-Leiterin Uta Biedermann an. Am Sonnabend, 13. Juni, werde ein Fest stattfinden, mit kleinem Karussell, Hopseburg und so weiter.

Caroline Gäde meldete den ersten Waldlauf für Familien, Vereine und andere Gruppen an - mit Stationen unterwegs, bei denen es Punkte gibt, Kaffee und Kuchen sowie anschließender Siegerehrung. "Die Idee kommt von den Jugendfeuerwehren", erklärte sie. Hier werden aber alle, die Lust haben, mitmachen können. Termin ist Sonnabend, 9. Mai.