Das Knutfest, dessen Hauptbestandteil das Verbrennen der Weihnachtsbäume ist, hat längst den Sprung von Skandinavien nach Deutschland geschafft. Auch in den Genthiner Ortschaften wurden am Wochenende zahlreiche Bäume verbrannt.

Tucheim/Gladau/Mützel l Auch mit einwöchiger Verspätung, ein Sturm hatte die Veranstaltung "ausgebremst", waren noch rund 100 Tucheimer und Gäste am Sonnabendabend auf den Sportplatz gekommen, um dem Verbrennen der nicht mehr benötigten Weihnachtsbäume beizuwohnen. "Wir haben über 200 Weihnachtsbäume eingesammelt", so Ortswehrleiter Tobias Jeserick. Für eine kleine Stärkung mit Gegrilltem und Getränken sorgte der Förderverein der Ortswehr.

Das am vergangenen Wochenende ausgefallene Weihnachtsbaumverbrennen in Gladau wurde bereits am Freitagabend nachgeholt. Die Kirchengemeinde und die Ortsfeuerwehr führten wie immer diese Veranstaltung gemeinsam durch. Da viele Bäume noch etwas feucht waren, wurde nur ein kleines Feuer entfacht. "Die übrig gebliebenen Bäume werden beim Osterfeuer verbrannt", so Christel Meier, Vorsitzende der Kirchengemeinde.

Es knisterte und brutzelte auch in Mützel. Ebenfalls mit einer Woche Verspätung wurden insgesamt 104 Weihnachtsbäume verbrannt. Aber wie stets nicht einfach so, sondern mit einem kleinem Wettbewerb. Eine unbestechliche Jury bewertete den Wuchs und das Brandverhalten der Bäume. "Man kann durchaus Unterschiede beim Brennen feststellen, wenn man sich das Feuer genau ansieht", bestätigt Henryk Lampert, der gemeinsam mit Stephan Mayr das Bewertungsteam bildete.

Manche Bäume sind schon sehr trocken und fangen leicht Feuer, manche brauchen etwas länger um in Flammen zu stehen. Aber auch das Aussehen der ausgedienten Weihnachtsbäume unterschied sich stark, hatten doch einige Exemplare schon sehr gelitten und kaum noch Nadeln, waren andere noch satt grün und fast zu schade zum Verbrennen. Allerdings nutzte es am Ende alles nichts. Die Bäumchen landeten auf dem Scheiterhaufen der Mützeler Feuerwehr. "Die Jury kennt den Eigentümer der Bäume nicht, damit sie nicht beeinflusst wird", erläutert Ortsbürgermeister Rüdiger Feuerherd.

Am Ende gewannen die Familien Stranz und Schulze den Wettbewerb. Sie erhielten jeweils drei Rauchmelder. "Sie haben gesehen, wie schnell ein Weihnachtsbaum in Flammen aufgehen kann", sagte Ortswehrleiter Tobias Kister. Deshalb wolle die Ortswehr für eine ausreichende Sicherheit sorgen.

Zum 31. Dezember 2015 werden in den Wohnungen Sachsen-Anhalts Rauchmelder Pflicht. Im Paragraf 47 der Bauordnung des Landes heißt es: "In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege aus Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben...

Die Rauchwarnmelder sind auf Verlangen für Menschen mit nachgewiesener Gehörlosigkeit mit optischen Signalen auszustatten. Bestehende Wohnungen sind bis zum 31. Dezember 2015 dementsprechend auszustatten.

In Parchen werden die Weihnachtsbäume am Sonnabend, 25. Januar, ab 17 Uhr an der Klapperhalle verbrannt.

 

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