Sieben Länder in drei Wochen und etwa 4 000 Reisekilometer in einen abendlichen Vortrag mit vielen Bildern und kulinarischen Häppchen zu bekommen - das erfordert sehr gute Vorbereitung und gezielte Auswahl. Jan Wißgott ist das Kunststück gut gelungen. Bei so manchem Gast hat er neue Reiselüste geweckt.

Jerichow l "Sieben auf einen Streich" nannte er die Veranstaltung im Wirtshaus "Klostermahl", die schon sehr schnell ausverkauft war. Jan Wißgott, Leiter der Stiftungsverwaltung, war selbst überrascht, dass sein Bericht von einem eigentlich privaten Urlaub auf solches Interesse stieß. Aber natürlich hatte er bei dieser großen Rundreise mit seiner Frau Anett durchaus schon eine derartige "Verwertung" der Erlebnisse im Blick. Und dies mit den Angeboten der eigenen Küche der Stiftung zu verbinden, bot sich an.

Erste Station: Wien, die Hauptstadt Österreichs

Bei den sieben Ländern waren freilich auch ganz kleine dabei, die sozusagen auf dem Weg lagen. Hier zunächst die Staaten: Deutschland, Österreich, Italien, San Marino, Vatikan, Monaco, Frankreich.

Die erste große Etappe bis nach Wien, die Hauptstadt Österreichs, mit Bildern und Berichten vom Schloss Schönbrunn, vom Nachmarkt mit seinen schmucken Häuserfronten, vom Prater, vom Belvedere und mit einem Bericht darüber, wie der Original-Apfelstrudel hergestellt wird.

Weiter ging es nach Graz, das 1125 gegründet wurde und somit ähnlich alt wie Jerichow ist. Uhrenturm und Schlossberg waren hier unter anderem Ziele, danach folgte eine Fünf-Schlösser-Wanderung in der Umgebung.

Beeindruckt berichtete Wißgott dann von der Hauptstadt Kärntens - Klagenfurt, und der anschließenden Fahrt am berühmten Wörthersee entlang.

Grado, Venedig, Rimini, San Marino, Perugia, Rom ...

In Italien war der erste Haltepunkt Grado, eine ganz alte, kleine Stadt an der Adria, bevor Jan und Anett Wißgott Venedig ansteuerten. Über die "Ponte de la Libertà" sind sie in die Lagunenstadt gefahren und haben dann viele schöne Winkel, darunter natürlich auch den berühmten Markusplatz, erkundet. Wer immer noch glaubte, dass Venedig schmutzig sei und stinkt, den belehrte Wißgott eines Besseren: "Venedig ist heute eine der saubersten Städte von Italien. Es gibt eine Reinigungsmannschaft von 2 000 Mitarbeitern!"

Der Neugier halber stand auch Rimini auf der Reiseroute, das ja als Ferienort sehr bekannt ist. "Es hat eine sehr kleine historische Innenstadt", erzählte Wißgott. Das "Geheimnis", warum hier so viele herfahren, liege am Strand, der in zahllose Bereiche geteilt ist, wo Großfamilien und Gruppen Ferien machen können. "Die Italiener sind so: Wenn ich nicht mit mindestens 25 Familienangehörigen Urlaub machen kann, dann ist das kein Urlaub..."

Beeindruckender fand er da schon San Marino, die kleine Republik, die direkt oberhalb von Rimini auf einem Felsmassiv liegt.

Ebenfalls auf einem Felsmassiv, aber ganz im Landesinnern, liegt die alte Stadt Perugia, in die durch den Berg hindurch Bogengänge nach oben führen.

Weiter ging es nach Rom, von dessen Sehenswürdigkeiten Jan Wißgott begeistert berichtete. Einige interessante Fakten hatte er auch zusammengestellt und gab so manchen Tipp für einen Besuch.

Zu einem Rombesuch gehört für nahezu jeden auch ein Besuch von Teilen des Vatikanstaats, zu dem bereits der Petersplatz und natürlich der Petersdom gehören.

Monaco, Nizza, der Stausee des Verdon, Avignon ...

Über Tarquinia, San Gimignano und Lucca ging es weiter nach Genua und dann an der Mittelmeerküste entlang ins Fürstentum Monaco mit dem berühmten "Casino Royal" und dann ins nicht weit entfernte französische Nizza, nach Aix-en-Provence und schließlich in den Nationalpark des Verdon, wo eine Bootsfahrt auf dem Stausee zwischen den hohen Felswänden zu einem der beeindruckendsten Erlebnisse der Reise zählte.

Letzte Stationen waren Avignon, das zeitweise Papstsitz war, und Châteauneuf-du-Pape. Mit kurzem Stopp in Colmar ging es dann zurück nach Deutschland.

Um eine solche selbstorganisierte Tour zu unternehmen, muss man flexibel sein, und das lösten die beiden damit, dass sie im Auto übernachtet haben. Das habe immer problemlos geklappt, berichtete Jan Wißgott - und auch die kleine Episode mit den Wildscheinen bei Avignon, die der Abendessengeruch angelockt hatte, ging gut aus.

Apropos Essen: Geschwärmt hat Jan Wißgott auch von so manchen kulinarischen Genüssen und dieser oder jener Bar, die Besonderes zu bieten hat. Einige Kostehäppchen hat die Küche vom Wirtshaus "Klostermahl" für die Gäste zubereitet: Zunächst das, was die Ausländer unter typisch deutschem Essen verstehen: Sauerkraut, Bratwurst und Kartoffelbrei (im Miniformat), dann, ebenfalls im Miniformat, Wiener Apfelstrudel und als typisch italienisches Gericht selbstgemachte Nudeln mit Tomaten-Aioli.

Als typisch für San Marino wurde Rosé Ramazotti mit Sekt serviert, und als "Gruß" aus den Vatikanischen Gärten Obstsalat mit einer Oblate. Als typisch französisch gab es eine kleine Käseplatte und zum Schluss einen Gruß aus dem Kloster Jerichow: Einen Obstler aus dem eigenen Hause.

Fast alle sind danach noch dageblieben, haben Abendessen bestellt und noch viel Gelegenheit gehabt, sich über das Gehörte und Gesehene zu unterhalten. Erst nach 23 Uhr sind die letzten gegangen, berichtete Jan Wißgott und freut sich, dass die Resonanz so positiv war.

Leider gebe es vor dem Sommer keinerlei freie Termine mehr, um diesen "kulinarischen Reisebericht" noch einmal anzubieten. Und wer weiß - vielleicht gibt es ja nächstes Jahr einen neuen.

Übrigens: Einige Damen unter den Gäste haben nach der "Wiener Kostprobe" beschlossen, ein "Apfelstrudelwettbacken" zu veranstalten, natürlich mit anschließender gemeinsamer Verkostung und Auswertung. Mal sehen, was daraus wird ...

   

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