Noch fünf Tage Grüne Woche. Das bedeutet, noch fünfmal Gelegenheit, die weltgrößte Messe für, Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau in Berlin zu besuchen. Etliche Genthiner waren schon da und verraten, was man sich nicht entgehen lassen sollte.

Genthin l Ganz Genthin trifft sich in Berlin. Dieser Satz traf für die Sachsen-Anhalt-Halle auf der Grünen Woche am Wochenende zweifelsfrei zu. "Ich habe etliche Genthiner getroffen", sagt zum Beispiel Kartoffelkönigin Caroline Lange. Viele von ihnen sind mit Bussen aus Brettin angereist. Gleich mehrere Weinheimer-Busse fanden sich auf dem Parkplatz.

Neben Köstlichkeiten aus aller Welt kann man in Berlin auch heimische Produkte probieren. Während Heike und Hartmut Gentz ihren Geflügelhof an allen zehn Tagen auf der Messe präsentieren (Halle 23b, Stand 208), nutzen andere Unternehmen den Stand des Landkreises, um sich an einem Tag in Berlin zu zeigen. Ernst-Adolf Kampe hat seinen Berlin-Besuch schon hinter sich. Er präsentierte am Jerichower-Land-Stand seinen Kürbiskernlikör. "80 Prozent der Leute sind zum Essen und Trinken da. Da geht Likör natürlich gut", sagt der Besitzer der Parchener Leinölmühle. Er beobachtet außerdem einen Trend zur fleischlosen Ernährung. "Selbst am Stand der Halberstädter Würstchen gibt es mittlerweile einen vegetarischen Brotaufstrich." Auch das vegetarische Schmalz von Ernst-Adolf Kampe fand viele Interessenten. Für alle Fans der vegetarischen Küche öffnet von Freitag bis Sonntag die Halle 26 mit Lebensmitteln für Allergiker und Vegetarier. Insgesamt sei die Grüne Woche für Kampe zwar keine Gelegenheit, den großen Umsatz zu machen, aber man könne dort Trends erkennen.

Das will auch Sandra Hollerith vom Erlebnishof in Königsrode. Sie präsentiert ihr Unternehmen am Sonntag am Stand des Landkreises (Halle 23b, Stand 207). "Wir haben Unmengen Flyer im Gepäck, um den Messebesuchern zu erklären, was der Hof zu bieten hat." Durch die räumliche Nähe Königsrodes zum Land Brandenburg ist Sandra Hollerith besonders gespannt, auf die Halle dieses Bundeslandes (Halle 21a).

Ob sich ein Stand auf der Grünen Woche lohnt, darüber scheiden sich die Geister. Fans der Messe sind Heike und Hartmut Gentz aus Parchen. Ihren Geflügelhof präsentieren sie bereits zum 19. Mal in Berlin.

Auch die Stadt Genthin hat sich offiziell in Berlin vorgestellt. Am Sonnabend waren Bürgermeister Thomas Barz, Touristinfo-Leiterin Marina Conradi und Kartoffelkönigin Caroline Lange vor Ort, um zu zeigen, was die Kanalstadt zu bieten hat. "Eine Präsentation in Berlin lohnt sich für uns in jedem Fall", sagt Marina Conradi. Gerade aus der Hauptstadt und dem Land Brandenburg kämen viele Touristen etwa für eine Tagesfahrt nach Genthin. "Wer so etwas plant, fragt gezielt nach kulturellen Veranstaltungen, die er während seines Aufenthalts besuchen kann." Auch ins Jerichower Kloster, Genthiner Waschmuseum, auf das Kartoffel- oder Elbauenfest und vor allem auf den Elbe-Radweg ließen sich die Leute gern locken.

Bürgermeister Thomas Barz sagt: "Im nächsten Jahr muss es unser Ziel sein, dass sich noch mehr Erzeuger am Landkreisstand präsentieren." Die Verbindung von Tourismus und Produkten sei nicht zu unterschätzen. Als Beispiel nannte er einen Besuch in Parchen. "Ein Abstecher zur Bockwindmühle wird noch interessanter, wenn man sich in der Leinölmühle mit regionalen Produkten versorgen kann." Gleiches gelte für das Dretzeler Schloss und die Dretzeler Kartoffeln. "Wir haben hier viele nachhaltige Betriebe. Die Agrargenossenschaften in Paplitz, Tucheim und Hohenseeden zum Beispiel. Hier wird Landwirtschaft im ursprünglichen Sinn betrieben. Die Grüne Woche ist die ideale Plattform, um das zu zeigen."

   

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