Während sich die Weihnachtsausstellung im Kreismuseum Jerichower Land selbst noch auf der Zielgeraden großen Zuspruchs erfreut, sind die Vorbereitungen für die nächste Sonderausstellung in vollem Gange. Sie ist Otto von Bismarck anlässlich seines 200. Geburtstages gewidmet und wird am 1. März eröffnet.

Genthin l Museumsleiterin Antonia Beran hat längst die Konzeption der nächsten Ausstellung zu Papier gebracht. "Für uns als Museum ist es wichtig, den Bezug Otto von Bismarcks zum Jerichower Land darzustellen", erklärte sie den Anspruch an die Sonderausstellung. "Bismarck-Orte und Erinnerungen" - Denkmäler in Sachsen-Anhalt in Text und Bild" wird das Thema der umfänglichen musealen Darstellung in Genthin sein. Bismarck ist einfach ein Muss in der Ausstellungsplanung des laufenden Jahres.

Der spätere Reichskanzler erblickte am 1. April 1815 in Schönhausen, seinerzeit im Landkreis Jerichow II, das Licht der Welt und übernahm mit dem Amt des Deichhauptmanns seine erste wichtige öffentliche Funktion.

Bismarck war in der Geschichte des Landkreises Jerichow II viele Jahrzehnte hinweg präsent. Sei es im Landkreiswappen Jerichow II (bis 1952), in dem das Bismarcksche Familienwappen Eingang fand, oder das Bismarck-Porträt als Motiv auf dem Notgeld während der Inflation. Belegt ist die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Otto von Bismarck sowohl durch Burg als auch Genthin.

Als Ihleschau-Kommissar unterhielt er selbst noch von Berlin aus Korrespendenzen nach Burg.

Fachbücher bilden Grundlage der Schau

Die Ausstellung werde sich, so die Museumsleiterin, zunächst in starkem Maße auf Bücher von der Autorin Sieglinde Seele stützen, die sich zunächst ausführlich mit Bismarck-Türmen und Bismarck-Säulen und später auch mit Bismarck-Denkmalen beschäftigt habe.

Des Weiteren wird das Kreismuseum auf Arbeiten von Heimatforscher Günter Heine aus Wust (Landkreis Stendal) zurückgreifen können, der bereits seit vielen Jahren zum Leben und Wirken Bismarcks im Jerichower Land recherchiert und ambitioniert mit dem Kreismuseum zusammenarbeitet. Günter Heine wurde übrigens am Montag in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität, Schillerstraße, als Referent zum Thema Bismarck-Orte begrüßt. Angereichert wird die Sonderausstellung mit interessanten Exponaten aus den Museumsbeständen.

Besonders die Bismarck-Türme sind bis heute ein relevantes Thema. In der deutschen Geschichte hat es keinen Dichter, Denker oder Politiker gegeben, dem damit in solcher Fülle ein Denkmal gesetzt wurde. Nach dem Tod des Reichskanzlers 1898 gab es deutschlandweit Aufrufe und sogar Preisausschreiben zum Bau von Bismarck-Türmen.

Im Jerichower Land wurde in Burg auf Initiative eines Bürgervereins 1907 ein Turm aus gespendeten Feldsteinen erbaut, während ein Aufruf 1906 in Schönhausen bedingt durch den Ersten Weltkrieg und der Inflation nie zur Ausführung kam. Seit Anfang der 1990er Jahre, das weiß die Museumsleiterin zu berichten, seien die Bismarck-Türme wieder verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gerückt worden. So sei es schon erstaunlich, dass in Sachsen-Anhalt immerhin 17 Türme Krieg und Sozialismus überstanden hätten. Neben dem Bismarck-Turm in Burg, für dessen Erhalt sich der Heimatverein engagiert, gibt es weitere Türme in Halberstadt, Coswig, Halle, Naumburg und Salzwedel.

Gemeinsame Aktion zum Museumstag

Die Ausstellung "Bismarck-Orte und Erinnerungen" wird im Museum bis zum 24. Mai zu sehen sein. Thematisch hält der Reichskanzler noch einmal am 17. Mai, dem Internationalen Museumstag, Einzug. Eine Aktion des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt und des Bismarckmuseums Schönhausen unter dem Motto "Bismarck trifft ..." macht auf einen Museumsbesuch neugierig.