Die endlos langen Flure und Aufgänge der Stationen C I und C II des Genthiner Johanniter-Krankenhauses werden gegenwärtig in einen "großen Farbtopf getaucht" und so in ihrer Optik aufgewertet. Einst kühle Wände strahlen jetzt einen echten Wohlfühleffekt aus.

Genthin l Wenn Constanze Dulich, kaufmännische Leiterin des Johanniter-Krankenhauses, und Malermeister Heinrich Telmes die fertiggestellten Malerarbeiten auf der Station C II in Augenschein nehmen, einigen sie sich in ihrem Urteil auf ein uneingeschränktes "Gelungen".

Hier wurde die Sterilität eines Krankenhauses ausgekehrt: Warme, sich großflächig abwechselnde Farben mit einem eingearbeiteten abstrahierten Blumenmuster. Türrahmen zeigen sich außerdem dezent farblich abgesetzt. Einst mickrig angebrachte Zimmernummern sind etwa 25 Zentimeter großen Ziffern, auch farblich hervorgehoben, gewichen. Insbesondere älteren Patienten soll so eine bessere Orientierung gegeben werden.

Insgesamt ein stimmiges Farbkonzept, das durch Constanze Dulich und Heinrich Telmes gemeinsam entwickelt wurde.

Deutlich aufgewertet wirkt im Zuge der gegenwärtigen Renovierungsarbeiten der bisher unpersönliche Besucherraum auf C II durch eine räumliche Abtrennung, so dass eine Rückzugsmöglichkeit für einen kleinen Kreis geschaffen wurde.

"Wir haben uns im Vorfeld der Renovierung mit gestalterischen Beispielen beschäftigt, die bei den Innovationstagen der Johanniter vorgestellt wurden und diese dann gemeinsam erörtert", sagt Constanze Dulich. "Stressfrei und harmonisch", diese Eigenschaften sollten das Farbkonzept auf den Stationen C II und C I auf sich vereinen.

Nachdem die Renovierungsarbeiten auf der Station C II fast abgeschlossen sind und die Arbeiten auf C I bevorstehen, ist Constanze Dulich zuversichtlich, dass die neue Farbgebung von den Patienten gut angenommen wird. Patienten der Station C I, erzählt sie erheitert, hätten bereits interessiert einen Blick auf den renovierten Flur geworfen und meinten dabei, dass sie sich die "Privat-Station" einmal anschauen müssten.

Mehrere 1000 Euro investieren die Johanniter in diese Renovierung, wobei es bei den Arbeiten in den Zimmern ohnehin keinen Stillstand gibt, wie Dulich versicherte.

Die Stationen CI und CII mit insgesamt 58 Betten werden gegenwärtig interdisziplinär belegt.

In diesem Jahr strebt die Krankenhausleitung eine Zentrierung der Behandlung im Hauptgebäude an, indem die gesamte Funktionsdiagnostik nach und nach umziehen wird. Ein Pendeln zwischen den Häusern wird es dann für die Patienten auf dem Kranken-hausgelände nicht mehr geben. Am heutigen Montag wird das Krankenhaus im Hauptgebäude mit einem neuen Computertomograhen (CT) ausgestattet.

Die Zukunft des alten, historischen Hauptgebäudes des Genthiner Krankenhauses, gebaut zwischen 1867 und 1886, einst erste Klinik im Elbe-Havel-Gebiet, ist derweil noch ungewiss. Immerhin 30 Betten wurden hier vor gut 130 Jahren vorgehalten. "Wir denken über eine Nachnutzung des Gebäudes nach", gab Constanze Dulich auf Volksstimme-Nachfrage zur Auskunft. "Wir könnten uns ein Konzept auf der Basis der Wohlfahrtspflege gut vorstellen. Doch wir stehen erst am Anfang und führen erste Gespräche.