Genthin l "Also so langsam platzt mir der Kragen", macht Gabriele Behrend vom Sanitätshaus Kamp in der Brandenburger Straße ihrem Ärger Luft. "Drei bis viermal in der Woche, haben wir Hundehaufen vor der Tür", schimpft sie, während sie die Stinkbombe entsorgt.

Geschäftsinhaberin Marlies Kamp ärgert sich auch: "Wenn unsere Kunden nicht aufpassen, kommen sie mit Hundekot am Schuh zur Tür herein, dann haben wir hier den Geruch und die Verschmutzung im Geschäft. Das ist doch für keinen schön. Die beiden Frauen haben in der Vergangenheit bereits auf das Problem aufmerksam gemacht und ein Schild mit einem durchgestrichenen Hund aufgestellt. "Das wurde einfach abgerissen", sagt Marlies Kamp, die bei allem Verständnis für die Hundehalter die Haufen vor der Tür nicht dulden will. Der Kot vor der Tür ist kein Einzelfall. Auch nebenan in der Bäckerei Sprung wissen die Verkäuferinnen von "Tretminen" vor der Eingangstür zu berichten. "Bei einem Stadtbummel passe ich mittlerweile besonders auf, wo ich hintrete, da habe ich schon einige unschöne Erlebnisse gehabt", berichtet Katrin Schattmann-Bürmann.

Vor dem "Kleeblatt"-Gebäude gegenüber der Bäckerei sind hingegen die Blumenkübel besonders beliebt. "Die werden von Zeit zu Zeit als Hundeklo benutzt", bestätigt Hausbesitzer Bernd Dickner. Das sei für ihn ebenfalls ärgerlich. "Auch wenn die Pension derzeit geschlossen ist, soll es vernünftig aussehen." In der Vergangenheit hat Dickner erfolgreich mit bereitgestellten Wassertränken Abhilfe geschaffen. "Da wo die Hunde Wasser zu sich nehmen, machen sie nicht hin", erklärt er.

Allerdings nutzen solche Ideen nichts, wenn die Hunde ihr Geschäft an der Hauswand erledigen, wie Bettina Wolle vom Brautmodenladen TIWO berichtet. Durch den Hundeurin sei schon der Putz in Mitleidenschaft gezogen worden. Auf den Fliesen des Eingangsbereiches fänden sich immer wieder Hundehaufen.

"Das ist doch eine Schweinerei", wird sie deutlich. "Das muss nicht sein", pflichtet ihr Marlies Kampe bei. "Es gibt den Hundekotbeutelhalter auf dem Marktplatz, für den haben seinerzeit auch die Gewerbetreibenden Geld gestiftet. Doch dieser sei häufig nicht mit Tüten bestückt, beklagen Hundebesitzer. Zudem könne man nicht immer den Marktplatz mit dem Hund ansteuern.

"Jeder hat doch die Möglichkeit sich eine Tüte mitzunehmen, wenn er mit seinem Hund vor die Tür geht", findet Ingrid Quenstedt vom Genthiner Reisebüro in der Brandenburger Straße. So viel Verantwortung sollte jeder für seine Umwelt tragen. Letztlich ersparen sich Hundehalter einiges Ungemach, denn alle Ausreden helfen nichts. "Es darf überhaupt keine Verschmutzung von öffentlichen Flächen geben", macht Bürgermeister Thomas Barz deutlich.

Hundehalter seien verpflichtet, zu verhüten, dass ihre Tiere Straßen und Anlagen verunreinigen. Die Verantwortlichen sind zudem bei Verschmutzungen zur Säuberung verpflichtet, heißt es in der Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Genthin. Wer sich nicht daran hält, kann zur Kasse gebeten werden. "Die Geldbuße beträgt 50 Euro", sagt Barz. Hinzu kommen 23,50 Euro Verwaltungs- und Zustellungsgebühren. "Bei Wiederholung beträgt die Geldbuße das Doppelte."

Dass Hundebesitzer zur Kasse gebeten werden, passiert derzeit noch nicht gar so häufig. Allerdings kann sich das bald ändern. "Wir werden den städtischen Außendienst verstärken", kündigt der Stadtchef eine weitere Überarbeitung der Verwaltungsstruktur an.

Die Stadt will auf diese Weise stärker bestimmte Bereiche wie den Winterdienst, die Wegereinigung oder den ruhenden Verkehr kontrollieren. "Nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Ortschaften", fügt Thomas Barz hinzu.