Güsen (sta) l Sie haben sich in der früheren FDGB-Schule in Güsen kennengelernt - er war Lehrer, sie Schülerin, und beide waren gleichalt. Erwin Skiback hat sich in Hannelore "verguckt" - aber sie ließ ihn zappeln. "Erst mache ich das hier fertig", bestimmte sie. Vorher wollte sie "nichts anfangen". "Er hat mich immer geärgert", schmunzelt sie heute. Umgekehrt war es wohl ebenso. Aber er ließ nicht locker.

Und als sie wieder daheim in Merseburg war, da klingelte es eines Tages und er stand vor der Tür. Bis von Ballenstedt, wo damals noch sein Hauptwohnsitz war, ist er mit dem Fahrrad herübergekommen ...

Ursprünglich kommt Erwin Skiback aus Bukovina in Rumänien. Als Folge des Hitler-Stalin-Pakts wurden Ende 1940 fast alle Bukovina-Deutschen unter dem Motto "Heim ins Reich" umgesiedelt. Über mehrere Zwischenstationen kam Erwin Skiback so nach Ballenstedt. Zunächst war die Familie - Eltern und fünf Geschwister - ein Dreivierteljahr in einem Lager in Österreich, erzählt er.

Sein Berufsleben hat er mit einer Gärtnerlehre in Ballenstedt begonnen und schloss die Meisterausbildung an. Im Institut für Pflanzenzüchtung in Quedlinburg war er eine Zeitlang und begann schließlich noch ein Studium der Gesellschaftswissenschaften, wodurch er schließlich die Lehrerstelle in der FDGB-Schule in Güsen bekam.

Hannelore Skiback absolvierte im Buna-Werk eine Lehre zum Chemiefacharbeiter und wurde dann zur weiteren Ausbildung nach Güsen delegiert: Sie sollte Sozialversicherungsbevollmächtigte in ihrem Betrieb werden.

Dann kam aber auch für sie alles anders: Die beiden haben in Merseburg geheiratet und zogen dann nach Güsen. Hannelore Skiback wurde nun Kindergärtnerin und hat über ein Fernstudium auch die entsprechende Ausbildung absolviert. Viel Freude gemacht habe ihr der Beruf, betont sie. Kurz nach der Wende war es dann für beide vorbei mit dem Berufsleben.

Skibacks haben vier Kinder, zehn Enkel und bereits vier Urenkel. Wegen der Arbeit wohnen leider die meisten Enkel weit weg, bedauern sie. Zur Feier am Sonnabend wird das Haus aber voll sein. Zu Mittag geht`s in die "Linde".