Die Pfarrerinnen Beate Eisert (45) und Magdalene Wohlfahrt (56) aus Kirchheiligen (Thüringen) sind durch den Gemeindenkirchenrat in die Pfarrstelle Genthin gewählt worden. Die beiden Pfarrerinnen werden sich die Stelle teilen.

Genthin l "In der gemeinsamen Sitzung sind am Donnerstagabend die Pfarrerinnen Beate Eisert und Magdalene Wohlfahrt aus Kirchheiligen mit der Mehrheit der Stimmen durch den Gemeindekirchenrat als neue Pfarrerinnen in Stellenteilung in die Pfarrstelle Genthin gewählt worden", heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Evangelischen Kirchspiels Genthin.

Die beiden Pfarrerinnen, die in Genthin ihre bisherige gemeinsame Arbeits- und Lebensbeziehung fortsetzen wollen, stellten sich am vergangenen Sonntag in einem Gottesdienst und einer anschließenden Gesprächsrunde der Gemeinde vor, in der dem Vernehmen nach die Lebensbeziehung der Pfarrerinnen durchaus kritisch hinterfragt wurde.

Dennoch: Pfarrerin Beate Eisert sagte gestern gegenüber der Volksstimme, dass sie erfreut sei über das positive Votum des Gemeindekirchenrates.

In Genthin habe sie während der Gesprächsrunde überwiegend in freundliche und offene Gesichter geschaut, so dass sie mit ihrer Kollegin Magdalene Wohlfahrt zu dem Schluss gekommen sei, dass diese Gemeinde "passt".

Eisert beurteilt die Diskussion in der Jungen Kirche als "gut und aufrichtig", bei der auch die Skeptiker zu Wort gekommen seien. Sie habe ohnehin nicht mit einer 100prozentigen Zustimmung gerechnet.

Die Pfarrerinnen waren über eine Ausschreibung über die zu besetzende Stelle in der Kanalstadt aufmerksam geworden. Die Ausschreibung habe den Eindruck vermittelt, dass in der Gemeinde Gedanken um eine offene, moderne Kirche angestellt würden. "Das passt zu unserem Amtsprofil", sagte Pfarrerin Beate Eisert, die Theologie in Berlin, Heidelberg und Basel studiert hat. Die 45-Jährige hat ihre Wurzeln in der Berliner Landeskirche, während Magdalene Wohlfahrt (56), sie hat in Halle (Saale) ihr Studium absolviert, aus Thüringen kommt.

Doch bevor die beiden Pfarrerinnen ihren Dienst in Genthin antreten, gibt es noch einige wichtige Abläufe abzuarbeiten. Wie es in der Mitteilung des Evangelischen Kirchspiels weiter heißt, haben jetzt zum 15. Februar alle wahlberechtigten Gemeindeglieder die Möglichkeit, gegen die Wahl des Gemeindekirchenrates Einspruch zu erheben.

Ein Einspruch könne nur schriftlich mit einer Begründung an die Superintendentur in Burg eingelegt werden, wenn er sich gegen Lehre und Lebenswandel der Bewerberinnen richtet. Ein Einspruch aufgrund des Verfahrens sei ebenso schriftlich mit einer Begründung beim Leiter des Kreiskirchenamtes einzulegen.

Wenn die Pfarrerinnen die Wahl annehmen, wird die Pfarrstelle voraussichtlich im Sommer wieder besetzt sein, hieß es offiziellerseits.

Die Pfarrstelle Genthin ist seit November mit dem Wegzug von Dr. Reinhard Simon vakant. Die Vakanzvertretung hat Pfarrer Johannes Möcker aus Schlagenthin übernommen.