Des (Heimat-)Rätsels Lösung ist in dieser Woche die Grundschule "Stadtmitte". Im Vordergrund ist das Haus des Hausmeisters zu sehen.

Genthin l "Das ist doch mein Haus", sagt Wolfgang Gamalski am Telefon. Und erkennt dahinter die Grundschule "Stadtmitte". Im "Hausmeisterhäuschen" wohnt er seit 1990, als Hausmeister tätig ist er aber schon deutlich länger. Von 1970 bis 2004 war Gamalski als "Mann für alles" im Gymnasium tätig. In 34 Jahren als Hausmeister fällt so manch Reparatur an, erzählt der Genthiner.

Auch dafür, dass die Schüler es schön warm haben, ist der Hausmeister zuständig. "Als noch mit Kohle geheizt wurde, sah man oft einen rabenschwarzen Hausmeister." Daran erinnert sich Günter Müller. "Heute ist das natürlich einfacher", sagt der Genthiner. Aber früher konnte man den Hausmeister oft beim "Kohleschippen" beobachten. Auch Müller erkannte auf unserem Foto die Grundschule "Stadtmitte". "Das kleine Häuschen davor wurde für den Hausmeister gebaut", so Müller. Auch der linke Flügel des Schülerhortes ist in den 80er Jahren angebaut worden. "Wir haben dort die Elektroanlagen installiert", sagt Günter Müller, der vor seinem Ruhestand als Elektromeister gearbeitet hat. Auch den Elektrolüfter des großen Schornsteins hat Müller schon ausgewechselt.

Das Schulgebäude ist in den 50er Jahren gebaut worden und diente als Hort für Pestalozzi- und Hanno-Günther-Schule. Letztere war der erste Schulneubau nach dem 2. Weltkrieg im Kreis. 1991 wurde aus dem Hortgebäude die Grundschule "Stadtmitte". Seit 1951 wurde in der "POS-Hanno-Günther" unterrichtet. POS steht für Polytechnische Oberschule, was die allgemeine Schulform im Schulsystem der DDR war. 1990 wurde die "Hanno-Günther" kurzzeitig in "Jahnschule" umbenannt, bevor sie 1991 zum Haus 2 des Bismarck-Gymnasiums wurde. Das heutige Haus 3 des Gymnasiums wurde 1896 als Mädchenschule errichtet und war später die "POS-Pestalozzi".

Das heutige Haus 1 der Bismarckianer wurde 1891 für das Lehrerseminar errichtet. Das heißt, hier wurden Volksschullehrer ausgebildet. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Lehrerseminar aufgelöst. In die Räumlichkeiten zog 1922 die "Deutsche Oberschule", die seit 1926 "Bismarckschule" hieß. Der erste Jahrgang legte hier 1928 sein Abitur ab. Im zweiten Weltkrieg diente die Schule als Lazarett, es konnte aber ein Notabitur abgelegt werden.

Im Herbst 1945, nach der Besetzung Genthins durch die Rote Armee, wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Mit Gründung der DDR hieß die Schule dann "Staatliche Oberschule Genthin", 1958 "Erweiterte Oberschule (EOS)" und von 1973 bis 1990 "EOS Dr. Theodor Neubauer". Der Namensgeber war Widerstandskämpfer gegen den Faschismus. Mit der Wende 1990 wurde in der DDR das Schulsystem der alten Bundesländer eingeführt inklusive Besuch des Gymnasiums ab Klasse fünf. Somit brauchte man deutlich mehr Platz, Haus 2 und 3 gehörten fortan zur Schule, die seit 1991 "Bismarck-Gymnasium" heißt.

Erster Schulleiter wurde Gotthard Wienmeister. Er lenkte die Geschicke des Gymnasiums bis 2013. Sein Nachfolger ist Volker Schütte.

Gewonnen hat Wolfgang Gamalski. Regenschirm und Schreibset können in der Redaktion abgeholt werden.

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