Die Ortschaft Brettin der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow lud zum Neujahrsempfang. Bürgermeister Harald Bothe zog Bilanz für 2014 und gab einen Ausblick auf neue Bauvorhaben und künftige finanzielle Einbußen.

Brettin l Eine kulturelle Einlage gab es beim 17. Neujahrsempfang in Brettin nicht zu bestaunen, aber Applaus gab es trotzdem. Und zwar für Familie Hickethier, Inhaber des Hotel/Restaurants "Grüner Baum", und das von ihnen gesponserte Glas Sekt zum Anstoßen.

Etwa 50 Gäste folgten der Einladung durch Ortsbürgermeister Werner Pamperin, der in diesem Jahr auch neue Gesichter in der Runde begrüßte. So wie den aus Osterburg zugezogenen Bernhard Mewes, der gemeinsam mit anderen Brettinern im Sommer letzten Jahres einen Förderverein für die Freiwillige Feuerwehr ins Leben rief. Neben dem Vorsitzenden gehören 18 Mitglieder dem Verein an, der im letzten November ein Lichterfest in der Ortschaft organisiert hatte.

Harald Bothe, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow, blickte in seiner Ansprache auf ein recht erfolgreiches Jahr zurück. Mit der Gestaltung des Topfmarktes in Jerichow gebe es nun einen "Schandfleck" weniger. Auch finanziell stehe die Einheitsgemeinde im Landkreis gut da. Im November 2014 wurde der erste und auch ausgeglichene doppische Haushalt beschlossen. "2009 wurde noch behauptet, wir wären nicht dienstfähig. Jetzt sind wir von der finanziellen Situation her eine der am besten aufgestellten Gemeinden im Landkreis. Darauf können wir stolz sein."

Für dieses Haushaltsjahr fehlen der Gemeinde jedoch 600000 Euro. Der Grund: Kürzungen in Kommunen. "Alle anderen haben weniger Einsparungen zu verkraften, bis auf den Landkreis, aber der hat auch einen zehnmal höheren Haushalt", sagte Bothe über die finanzielle Zukunft. Derzeit wird vom Landkreis die Eröffnungsbilanz der Einheitsgemeinde für 2015 geprüft.

In Bothes Bilanz sind einige erfolgreiche Bauvorhaben zu finden. "Ich denke da an die Sporthalle in Karow, die dank Leader-Förderung geklappt hat", führte der Gemeindechef an. Durch den Straßenausbau in Roßdorf mussten die Anwohner und die Brettiner Umleitungen ertragen, aber ein Teilstück ist inzwischen fertig. Nur momentan ist wegen des Winters Baustellenpause. Eine neue Spundwand und die erhöhte Dammbalkenanlage sollen Jerichow künftig vor Flutkatastrophen schützen. "Aber wir hoffen natürlich, dass uns weitere erspart bleiben."

Erfreulich sind die Nachwuchszahlen. "Die Schätzung einer Prognose von 2012 ging noch davon aus, dass wir in diesem Jahr nur noch 293 Krippen-, Kita-, und Hortplätze brauchen. Gott sei Dank hat sich der Stadtrat nicht beirren lassen und weiter investiert." 356 Kinder leben derzeit in Jerichow und seinen Ortschaften.

"Wenn wir weiterhin gemeinschaftlich an einem Strang ziehen, werden die Hürden in Zukunft auch kleiner", sagte Bothe zuversichtlich.