Mit Besuchen in Genthiner Einrichtungen und Firmen will sich der Stadtseniorenrat informieren und präsentieren. In dieser Woche besuchte das Gremium das Seniorenzentrum des DRK.

Genthin l Um ein kompetenter Ansprechpartner für die Belange der älteren Generation zu sein, informieren sich die Mitglieder der Genthiner Stadtseniorenvertretung regelmäßig vor Ort über verschiedene Themen. Vor Kurzem gab es eine Begehung bestimmter Bereiche der Innenstadt.

In dieser Woche folgte der Vorstand der Stadtsenioren einer Einladung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Schwerpunkt des Besuches des Seniorenzentrums in der Werderstraße war der Wunsch des Gremiums, sich einen Überblick über die Betreuungssituation in der Stadt Genthin zu verschaffen.

Während eines Rundganges durch das Haus erläuterte Einrichtungsleiterin Gabriele Werner die Arbeit und die Struktur des Hauses. Die Bewohner werden von 15 Pflegekräften betreut. "Wir haben eine Kapazität von 32 Betten. Die Räume sind so gestaltet, dass die individuellen Bedürfnisse und die pflegerischen Erfordernisse erfüllt werden." Dazu gehören unter anderem Pflegebetten und Rufanlagen.

Während des Rundgangs konnten die Stadtsenioren einen Blick in die Räumlichkeiten werfen. Gabriele Werner informierte zudem über die Angebote für die Bewohner, wie begleitete Stadtausflüge, Kinobesuche oder Spaziergänge. "Wir bieten ein Wohnen in einer familiären Atmosphäre an", erläuterte Gabriele Werner.

Jedoch ist die Arbeit in der Pflege heute eine anspruchsvolle Aufgabe, bei der sich besonders der Träger an eine Vielzahl von Auflagen halten muss, um am Markt bestehen zu können.

Auf diese Dinge ging DRK-Regionalvorstand Andy Martius in seinem Vortrag im Schulungsraum der Genthiner Rettungswache ein. Er stellte den Stadtsenioren den Regionalverband Magdeburg/ Jerichower Land in Zahlen vor. Diesen gibt es in seiner jetzigen Struktur seit 2009. Zu ihm gehören 550 Beschäftigte (davon rund 100 in Genthin) und zwei hauptamtliche Vorstände.

Die Trägerschaft des DRK umfasst viele Bereiche des Lebens. Dazu gehören der Betreuungsverein, die Suchtprävention, Wasserwacht oder auch die Organisation von Blutspendeterminen. In Genthin reihen sich beispielsweise die Kita Rasselbande und die drei Grundschulhorte mit knapp 300 Plätzen unter das Dach des DRK ein. Weitere Schwerpunkte in der Kanalstadt sind die Breitenausbildung, der Rettungsdienst und die Betreuung der Flüchtlinge in der Einsteinstraße. Dort stehe seit dem 1. Februar eine Fachkraft zur Verfügung. Thema der Ausführungen waren auch die oft umstrittenen MDK-Prüfungen, die Martius durchaus für sinnvoll hielt. "Allerdings sind das immer nur eine Momentaufnahme, für uns ist aber die langfristige Qualitätssicherung in den Einrichtungen wichtig." Auch auf das frühere DRK-Freizeitzentrum kam Martius zu sprechen. Das DRK habe für die Schließung des Freizeitzentrums viel Kritik einstecken müssen. "Unsere Mitarbeiterin ist in den Ruhestand gegangen und wir haben keine Nachfolger finden können." Es sei nicht möglich gewesen, unter den gegebenen Bedingungen eine ausgebildete Fachkraft finden zu können. "Wir haben dort keine größeren Fördersummen bekommen, da wir keine Leuchtturmeinrichtung waren." Er sei nun froh, dass mit der Musik- und Kreisvolkshochschule wieder Leben in das Gebäude einziehe.