Es war erst die zweite Kochshow im Wirtshaus "Klostermahl", aber diese Veranstaltungen haben sich bereits einen Namen gemacht. Die Plätze waren beizeiten ausverkauft, obwohl vorher niemand wusste, was auf der Speisekarte stehen würde. Daraus hat Koch Ron von Nessen, der diesmal das "Zepter" führte, ein großes Geheimnis gemacht.

Jerichow l Die Rezeptheftchen für die Gäste waren schon gedruckt, aber die gab es erst zum Schluss. Zunächst war nur dem Inhalt einer großen Obst- und Gemüseschale zu entnehmen, welche Zutaten diesmal verarbeitet werden sollen. Viel Einheimisches befand sich darin, denn Ron von Nessen wollte einmal zeigen, dass man aus "ganz normalem Gemüse" auch mal etwas Besonderes machen kann, und das sogar ohne riesigen Aufwand. Einzige "Exoten" in der Schale waren Granatäpfel für das Dessert.

Und damit ging es auch los. Denn das "Kürbiskernöl-Parfait" musste nach der Zubereitung noch ins Gefrierfach, also sollte man auch zu Hause damit beginnen. Bei der Zubereitung der Granatapfelsauce fürs Parfait ist Vorsicht geboten: Der rote Saft dieser Früchte ist äußerst farbintensiv!

Eine zünftige Schürze ist deshalb von Nutzen, und damit hat Ron von Nessen auch seine drei Helfer ausgestattet, die sich aus der Runde der Gäste freiwillig gemeldet hatten: Carola Sülldorf, Heidrun Bolecke und Ronald Böttcher. Allen dreien hat es sichtlich Spaß gemacht, und sie haben manchen Tipp und Trick mit nach Hause nehmen können.

Das gilt natürlich auch für die Zuschauer, die jederzeit Fragen stellen konnten und immer wieder kosten - was manches "Ahh!" und "Ohh!" auslöste. Denn zum Beispiel wäre kaum jemandem in den Sinn gekommen, das "gewöhnliche" Rote Bete so lecker schmecken können, wenn man eine Vorspeise des Namens "Essenz von Roter Bete mit Zitronensahne" daraus macht. Der Trick, den etwas dumpfen Geschmack weg zu bekommen ist das Blanchieren in Zitronen-Salzwasser, erklärte Ron von Nessen

Als Hauptgericht hat Ron von Nessen "Saltimbocca vom Federvieh mit gelben Bandnudeln, pikanter roter Paprikasauce und glasiertem Schotengemüse" gewählt. Die seitlich aufgeschnittene Hähnchenbrust wird dazu mit Parmaschinken und Salbeiblättern gefüllt. "Beim Braten verschließt sie sich wieder", erklärte der Koch. Und er wendet das zarte Fleisch vor dem Braten in Mehl. Damit werde verhindert, dass sie zu sehr austrocknet.

Unglaublich lecker war die Paprikasauce dazu, obwohl auch diese ganz schnell fertig war. Und sogar die selbstgemachten Nudeln brauchen nicht viel Zeit. Die zarten Zuckerschoten sind ohnehin schnell gar. "Fürs Glasieren nehme ich lieber Honig als Zucker", erklärte Ron von Nessen. Und überhaupt nehme er zum Süßen gern Honig, allein wegen des speziellen Geschmacks.

Eine weitere Vorliebe von ihm ist die Verwendung von Wein zum Kochen, zum Braten ablöschen und ähnlichem. Vom Alkohol bleibt dann fast nichts übrig, nur der Geschmack sei eben besonders.

Als alle "Gänge" zubereitet waren, ging`s nach oben in den Gastraum. Dort wurde den Gästen dann das komplette Menü serviert. Natürlich war alles zuvor in größeren Mengen in der Küche zubereitet worden. Und jetzt ging es erst richtig los mit dem Genießen.

"Es war ein wunderschöner Nachmittag", schwärmten einige Besucher später, und "Wir haben uns schon fürs nächste Mal vormerken lassen!"

Das nächste Mal wird vermutlich aber erst im nächsten Winter sein. Denn die nächsten Monate sind bei der Stiftung Kloster Jerichow und auch im Wirtshaus "Klostermahl" voll ausgebucht. Und das nicht nur, weil dieses Jahr auch die BUGA ansteht, die sicherlich noch mehr Besucher bringen wird.

   

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