Güsen l Eigentlich hätte der Schulungsraum im Güsener Feuerwehrgerätehaus gut gefüllt sein müssen, denn insgesamt 35 Kameraden einschließlich der Jugend gehören zur Ortsfeuerwehr. Aber nicht nur die Jugend fehlte bei der Jahreshauptversammlung. Von den 19 aktiven Kameraden "stehen einige nur noch auf dem Papier", kritisierte Ortswehrleiterin Caroline Gäde. Gespräche habe es schon gegeben - mit leider negativem Ergebnis. "Wir werden wohl in Zukunft auf einige verzichten müssen."

Positiv: Es gibt einen aktiven Kern. Immerhin zu 14 Einsätzen wurden die Güsener Kameraden im vergangenen Jahr gerufen, darunter sechs technische Hilfeleistungen einschließlich Verkehrsunfälle, vier Brandeinsätze, unter anderem der große Heulagerbrand in Parey, eine Tragehilfe für den Rettungsdienst, einmal Gasgeruch in einem Wohnhaus, und zweimal gab es Fehlalarm.

An einen Tag, den die beteiligten Kameraden nie vergessen werden, erinnerte Caroline Gäde besonders: In den frühen Morgenstunden des 3. März brannte die Güsener Jagdhütte lichterloh. Und am selben Tag gab es den schweren Verkehrsunfall zwischen Bergzow und Parey. Ein Insasse starb vor Ort, der zweite Monate später.

Dienst hatten die Güsener Kameraden immer Freitagabend, und zwar 50 Mal im vergangenen Jahr. Durchschnittlich wurden 46 Stunden pro Kamerad absolviert, sagte die Ortswehrleiterin. Dazu kamen Lehrgänge in Heyrothsberge.

Und zusätzlich wurden insgesamt 108 freiwillige Stunden für Reinigung und Pflege des Objekts von der Einsatzgruppe geleistet, mit insgesamt 92 Stunden unterstützte die Alters- und Ehrenabteilung diese Arbeiten, zu denen auch Schneeschieben und Rasenmähen gehören.

Zusammen mit dem Förderverein richtete die Güsener Feuerwehr im Oktober einen Tag der offenen Tür aus, und sie unterstützte das Osterfeuer der Natur- und Waldfreunde und den Fackelumzug des Kindergartens. All das sei auch für dieses Jahr wieder geplant, außerdem ein Besuch bei der Partnerfeuerwehr Stockstadt.

Ein kleinen Erfolg im vergangenen Jahr nannte Caroline Gäde, dass die Unterflurhydranten im Ort nun alle neu beschildert und so auch bei schlechtem Wetter leicht zu finden seien.

Als Vertreter des Elbe-Pareyer Gemeindeamts war Michael Rindert, jetzt Sachbearbeiter im Bereich Brandschutz, bei der Versammlung. "Ihr habt unter schwierigsten Bedingungen beste Arbeit geleistet", würdigte er das Engagement der Feuerwehrleute. Der Dauerbrenner sei natürlich das Problem der Mitgliedergewinnung. "Ich möchte, dass wir alle gemeinsam versuchen, Lösungen zu finden, um die Feuerwehr wieder attraktiver zu machen."

Einen Punkt hob Rindert besonders hervor: die immer besser gelingende Zusammenarbeit zwischen den Ortsfeuerwehren. In der Vergangenheit sei gern nur auf die eigene Ortsfeuerwehr geschaut worden. "Wir wissen, dass wir damit nicht mehr weiterkommen. Nur wenn wir es schafften, zusammen zu arbeiten, haben wir eine leistungsfähige Feuerwehr!"

"Wie ihr wisst, haben wir uns nach der Wahl einen Neuanfang auf die Fahnen geschrieben, unter anderem in der Zusammenarbeit mit den Vereinen", sagte Ortsbürgermeister Helmut Preuß. "Ich bin stolz darauf, dass wir in Güsen eine noch funktionierende Wehr haben." Er unterschätze aber nicht das personelle Problem, sondern betonte, dass Feuerwehr, Förderverein, Ortschaftsrat und Gemeinde gemeinsam daran arbeiten müssen, Nachwuchs zu gewinnen. Für die nahe Zukunft kündigte er an, das Problem der Löschwasserversorgung in Angriff zu nehmen.

Von der Gemeindewehrleitung war Marko Gummelt vor Ort. Er gab einen Überblick über die gesamte Elbe-Pareyer Feuerwehr und sprach auch das Personalproblem an, das alle betrifft, so dass Einsätze nur noch von mehreren Ortsfeuerwehren gemeinsam bewältigt werden können.

Auch zu der nun endlich weitgehend fertiggestellten Risikoanalyse sagte er etwas. "Es gibt nur noch Fördermittel, wenn diese vorliegt", unterstrich er die Dringlichkeit.

Eingeladen war auch Nicole Golz als Vertreterin des Gemeinderats. "Wir haben das Problem Feuerwehr auch in der Fraktion immer wieder auf dem Tisch", betonte sie. Das gelte auch für das Problem der Risikoanalyse, die nun noch vom Gemeinderat beschlossen und vom Landkreis bestätigt werden muss. "Wir werden alles dafür tun, dass das rechtzeitig passiert, um noch im März Fördermittel beantragen zu können." Denn dafür endet die Frist am 31. März.

Nicole Golz lud die Güsener Feuerwehr auch schon mal zum zweiten Elbe-Pareyer Vereinsfest ein, wo sich diesmal die Feuerwehren in größerem Rahmen präsentieren sollen - auch, um Interesse zu wecken und Nachwuchs zu gewinnen.

Ebenfalls als Gemeinderatsmitglied und als Ortschaftsrat war Thomas Krischker der Einladung gefolgt. Er sicherte den Kameraden ebenfalls zu, dass die Zusammenarbeit mit dem Rat wieder besser werden soll.

Versammlungsleiter war Michael Schwarz, der demnächst stellvertretender Ortswehrleiter werden soll.