Genthin l "Südliches Afrika - von Etosha zu den Vic-Falls" - Die Fotoausstellung von Carsten Schön ist am Sonnabend im Genthiner Wasserturm eröffnet worden. Zu sehen gibt es Fotografien, die der Berliner im Süden Afrikas aufgenommen hat. Unterwegs war er mit seiner Lebensgefährtin und einem kleinen Auto. "Das lässt sich leichter aus dem Sand schieben, wenn man sich festgefahren hat", erklärte der 45-Jährige. Seine Bilder, die nun in der ersten Etage des Wasserturmes zu bewundern sind, zeigen hauptsächlich Tiere und Landschaften. Das Bild eines imposanten Nashorns fällt sofort ins Auge. "Alle anderen Tiere hatten wir schon fotografiert", erinnert sich Schön an seine Begegnung mit dem Nashorn, das in der Fotosammlung noch fehlte. Als es dann zum Greifen beziehungsweise Fotografieren nah war, unterliefen den Reisenden gleich mehrere Fehler. Nashörner haben empfindliche Ohren. "Wir riefen laut, oh ein Nashorn." Auch auf Blitzlicht reagieren die Tiere manchmal allergisch. "Wir zückten unsere Kameras und knipsten los." Und man sollte sie nie glauben lassen, man wolle sie angreifen. "Um näher ran zu kommen, legten wir den Rückwärtsgang ein und fuhren los." Dem Nashorn reichte es, berichtet Carsten Schön, "es senkte den Kopf und kam auf uns zu gerannt". Zum Glück nur ein Scheinangriff. Auch das gewaltige Tier hatte kein Interesse an einem Zusammenprall mit dem Auto und stoppte nach ein paar Metern. Solche und viele andere Geschichten erzählte Schön den Besuchern bei der Vernissage und erntete großes Interesse und viele Lacher.

Organisiert wird die Ausstellung vom Genthiner Kunstverein. "Es ist bereits das vierte Mal von Carsten Schön hier im Wasserturm", sagte die Vorsitzende Dr. Eva Rohmann. "Der Kunstverein liebt Wiederkehrer." Schön zeigte in Genthin bereits Bilder aus Bangkok, Westafrika sowie aus dem Jerichower Land und der Altmark. Das Interesse des Berliners für diese Region kommt nicht von ungefähr. Viele Jahre arbeitete er für die Johanniter in Genthin und Stendal. Mittlerweile ist er zurück in Berlin und für eine Krankenkasse tätig.

Schön erwies sich als Afrikaexperte und beantwortete bereitwillig alle Fragen. So gab es auch Informationen zum Impfschutz. Schön rät bei Kurztrips zur Malaria-Prophylaxe. Vor Ort seien die Medikamente aber deutlich günstiger als in Deutschland.

Besonders beeindrucken Schöns Tierfotografien. Ob Giraffen am Wasserloch, ein Vogeljunges oder ein Kudu - Schön hat etliche Vierbeiner im Bild festgehalten. Dabei käme es vor allem auf Geduld an. "Der Europäer hat eine Uhr, der Afrikaner Zeit", erklärte er. Die müsse man sich nehmen. "Und am Wasserloch eben mal eine Stunde warten." Das Warten hat sich gelohnt, wie die Ausstellung zeigt. Sie ist noch bis zum 28. März im Wasserturm zu sehen.