Die Parchener Straße "Mühlenberg" ist eher ein Feldweg mit vielen Löchern als eine Straße. Die Stadtverwaltung plant einen Ausbau. An den Kosten müssten sich die Anwohner beteiligen.

Genthin l Bereits 2011 hatte es einen Vorstoß der Stadt, damals noch mit Bürgermeister Wolfgang Bernicke an der Spitze, gegeben, um die Parchener Straße "Mühlenberg" in Ordnung zu bringen. Am 14. April 2011 sprachen sich die Anlieger aber mehrheitlich dagegen aus. Auf der Sitzung des Ortschaftsrates am Dienstag sagte Bürgermeister Thomas Barz: "Nun wollen wir den Bedarf bei den Anliegern erneut abfragen."

Dass Bedarf besteht, merkt jeder, der sein Auto über die Straße lenkt. Nach ein paar Metern auf Pflastersteinen wird sie zum Feldweg, auf dem sich Loch an Loch reiht. Dass die Anlieger damals nein sagten, ist dennoch verständlich: 500 000 Euro sollte die gesamte Maßnahme kosten. Davon wären um die 10 000 Euro auf jeden Anlieger gekommen abhängig von der Größe seines Grundstücks. "Bei uns standen 20 000 Euro im Raum", sagt ein Anwohner. "Das war jenseits von Gut und Böse", gibt ihm eine Frau aus der Nachbarschaft recht. Sie verweist auch auf die land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeuge, die die Straße regelmäßig nutzen. "Kann man diese nicht an den Kosten beteiligen?" Außerdem bräuchte man am "Mühlenberg" keine hochmoderne Straße, eine einfache Bauweise könnte die Kosten reduzieren und würde völlig ausreichen.

"Keine Chance auf Fördermittel"

Thomas Barz sagte dazu: "Es ist gut, dass die Straße als Durchfahrtsstraße gilt. Sonst würde es deutlich teurer." Man könne aber nicht jeden beteiligen, der die Straße benutzt, aber man könne prüfen, ob es sich bei den Land- und Forstwirten auch um Anlieger handelt. Hoffnung auf Fördermittel vom Land machte Barz nicht. "Die Dorferneuerung ist abgeschlossen, andere Möglichkeiten sehe ich momentan nicht." Die Finanzierung müssten also Stadt und Anlieger übernehmen. Trotzdem wolle man den Anliegern eine "bezahlbare Maßnahme" vorstellen. Der Bürgermeister stellte aber auch klar: "Es wird Geld kosten."

Der nächste Schritt sei nun, die grundsätzliche Bereitschaft der Anlieger abzufragen. Eine Anwohnerin sagte dazu: "Ein klares ja oder nein wird es nicht geben, wenn keiner weiß, woran er ist und wie viel Geld das kostet." Barz versprach, dass den Anliegern ein Schreiben zugeht, in dem oberflächlich aufgelistet ist, was die Maßnahme kosten könnte. "Genaue Zahlen können wir aber noch nicht liefern."

"Das Durchrechnen kostet bereits viel Geld"

Die Anlieger müssen nun entscheiden, ob die Stadt die Maßnahme "durchrechnen lässt".

"Bereits dieser Schritt kostet richtig Geld, darum wollen wir wissen, ob bei den Anliegern grundsätzliches Interesse besteht", erklärte Barz. Und: "Meiner Meinung nach hätte man diese Straße schon viel früher machen müssen." Die Stadt hätte erhebliche Erhaltungskosten, da ständig Schlaglöcher notdürftig geschlossen werden müssen.

Parchens Ortsbürgermeister Dr. Hubert Schwandt sagte: "Was uns 2011 vorgeschlagen wurde, war viel zu teuer und nicht zu realisieren."

"Wer außer Ihnen soll es machen?", fragte Thomas Barz in Richtung der Anlieger. Eine neue Straße würde auch den Wert des Grund und Bodens der Anwohner steigern. Er sagte aber auch, dass 10 000 Euro pro Anwohner sehr teuer seien.

"Schade, dass die Straße nicht im Zuge der Dorferneuerung gemacht wurde. Damals gab es 75 Prozent Fördermittel. Das hätte die Kassen der Anlieger geschont", sagte Thomas Barz. Hubert Schwandt erwiderte: "Parchen war in der Dorferneuerung. Nur der Mühlenberg wurde nicht erneuert."

Ein Parchener fragte, warum es keinen "Topf" für solche Baumaßnahmen gibt, in den alle Einwohner der Einheitsgemeinde einzahlen. "Das provoziert Neid an allen Ecken", erwiderte Thomas Barz. Hubert Schwandt erklärte, dass der Parchener Rat sich vor längerer Zeit gegen so einen "Topf" entschieden hätte, weil ein Großteil der Parchener Straßen im Zuge der Dorferneuerung gemacht wurden.