Aktenschränke, Schreibtische und Regale haben Gefangene der Justizvollzugsanstalt Burg für Kindertagesstätten und Grundschule hergestellt. Die Insassen haben freiwillig auf ihren Lohn verzichtet, um dem Nachwuchs eine Freude zu machen.

Burg/Grabow l Zehn Stunden lang haben Gefangene der Justizvollzugsanstalt (JVA) Burg an neuen Möbeln für Kindertagsstätten in Ihleburg und Magdeburg sowie für die Grundschule Grabow gearbeitet - ohne dafür Lohn zu kassieren. "21 Gefangene, die in der Tischlerei tätig sind, haben sich bereit erklärt unentgeltlich zu arbeiten", sagt Michael Otto, Niederlassungsleiter des Landesbetriebs für Beschäftigung und Bildung der Gefangenen.

Erst vor wenigen Wochen nahmen die Einrichtungen Kontakt zu dem Landesbetrieb in der JVA auf. "Es wurden die Möglichkeiten zur Herstellung und Lieferung von Möbelstücken hinterfragt", erinnert sich Michael Otto. Altes, zerschlissenes Mobiliar sollte in den Kindertagesstätten und der Grundschule ersetzt werden.

Doch weil die finanzielle Situation in den kleinen Einrichtungen angespannt ist, wäre lediglich die Produktion weniger Einzelmöbelstücke für die Betroffenen erschwinglich gewesen. "Um zum einen die Kosten zu minimieren, zum anderen den Gefangenen die Möglichkeit zu geben, etwas Freiwilliges und Gutes zu tun, wurde der Beschluss gefasst das benötigte Mobiliar in zwei Sonderschichten herzustellen", erklärt der Burger Niederlassungsleiter.

Und so kam es dann auch: Die Gefangenen haben an insgesamt zwei Tagen fünf Stunden lang in der hauseigenen Tischlerei zusätzlich gearbeitet und für diese Zeit auf ihren Lohn verzichtet. "Dabei wurden sie von den zuständigen Handwerksmeistern fachlich angeleitet", sagt Michael Otto. Das erforderliche Material hat der Landesbetrieb für Beschäftigung und Bildung den Gefangenen zur Verfügung gestellt.

Gestern nun wurden vier Schränke und vier Beistelltische in der Grabower Grundschule angeliefert. Die Freude bei den Lehrerinnen und Schülern war groß. Die neuen Schränke haben ihren Platz im Kunstraum gefunden und ersetzen dort die rund 45 Jahre alten Möbelstücke.

Die Initiative für diese Aktion ging von Thomas Lindemann und Schulleiterin Annett Müller aus. Thomas Lindemann: "Mit Hilfe von Niederlassungsleiter Michael Otto und seinen fachkundigen Kollegen aus der Tischlerei konnte eine schnelle und praktikable Lösung gefunden werden." Michael Otto hatte zusammen mit René Hoffmann, Mitarbeiter der Tischlerei, die Möbel zur Grundschule nach Grabow gebracht.

"Das Raumbild wird gleich deutlich aufgewertet", freute sich Heike Gädke, die die erkrankte Schulleiterin vertrat. Und Michael Otto gab den Schülern, die sich mit einem Lied bedankten, mit auf den Weg: "Bastelt und arbeitet viel, damit die Schränke schön voll werden." "Solche Aktionen hellen auch unsere Gesichter auf", so der Niederlassungsleiter. Alle Strafgefangenen, die an der Aktion beteiligt waren, erhalten vom Ortschaftsrat und der Schulleitung eine Dankes-urkunde.

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